Luterbach

Biogen bereitet zweite Bauetappe vor: Ehemalige Deponie Späckmatte soll saniert werden

Auf dem Firmenareal in Luterbach soll die ehemalige Deponie Späckmatte total saniert werden. Das dürfte der Startschuss für die zweite Biogen-Bauetappe sein.

Urs Byland
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Biogen Luterbach: Rechts vom Hauptgebäude wird bereits zwischengelagertes Material vom Deponiegelände entfernt.

Biogen Luterbach: Rechts vom Hauptgebäude wird bereits zwischengelagertes Material vom Deponiegelände entfernt.

Solothurner Zeitung

Aus den Kaminrohren des Biotech-Unternehmens Biogen in Luterbach dampft es ununterbrochen. Noch handelt es sich aber um einen Testbetrieb. «Wir finalisieren momentan die Arbeiten an der existierenden Produktionseinheit», erklärt ein Mediensprecher von Biogen.

Und es geht möglicherweise weiter. Bevor die erste Einheit der Firma in Vollbetrieb geht, wird bereits eine zweite Bauetappe vorbereitet. Grund für diese Annahme ist die Baupublikation für die Dekontamination einer Deponie auf der Späckmatte in Luterbach.

Im Bericht zur Baupublikation steht, dass im Rahmen der Vorbereitungsarbeiten zur Ausbauphase 2 des Produktionsstandortes der Biogen International GmbH die Deponie Späckmatte totaldekontaminiert werden soll. Der Mediensprecher wiegelt ab: «Je nach Entwicklung der Nachfrage können weitere Fertigungszellen erstellt und so die Produktion in Luterbach erweitert werden.»

Mit zweiter Bauetappe würde die Produktion verdoppelt

Laut Gestaltungsplan aus dem Jahr 2015 plant Biogen drei Bauetappen. Mit der ersten Etappe entstanden zwei Produktionszellen sowie das grosse Lagergebäude mit nördlich anschliessendem Verwaltungsgebäude. In den zwei Produktionszellen wird mit jeweils vier Fermentern à 18500 Liter produziert. Im Westen wurde das zentrale Versorgungsgebäude gebaut. In der zweiten Etappe werden zwei weitere Produktionszellen gebaut sowie eine Erweiterung des grossen Lagergebäudes und des Versorgungsgebäudes. Laut damaliger Planung werden mit Vollendung der zweiten Bauetappe zusätzlich 425 Arbeitsplätze geschaffen. Eine dritte Etappe mit den drei weiteren Produktionszellen wurde als Reserve angesehen und soll erst mittel- oder langfristig ausgeführt werden. Mit dieser würden nochmals 725 Arbeitsplätze geschaffen. In der ersten Etappe hat Biogen, laut eigener Aussage, rund 1,5 Mrd. Franken investiert und 600 Arbeitsplätze geschaffen.

Biogen bezahlt Sanierung der Deponie

Auf der Deponie wurde von der ehemaligen Cellulose Attisholz AG grossräumig organisches und mineralisches Material abgelagert. Laut Altlastenkataster sei sie weder sanierungs- noch überwachungsbedürftig, wird vom Kanton vermeldet. Dennoch habe Biogen schon beim Kauf der Landfläche im Attisholz Süd erklärt, dass die Firma die Deponie sanieren will. Abgemacht wurde zwischen dem Kanton und Biogen, dass die Deponie nicht schon mit der ersten Etappe saniert wird, sondern abgewartet wird, bis der für Biogen richtige Zeitpunkt gekommen ist.

Als richtigen Zeitpunkt sei bisher von Biogen der Start der zweiten Bauetappe genannt worden, so der Kanton. Die Arbeiten werden vom kantonalen Hochbauamt als ehemaligem Grundstückseigentümer ausgeführt. Bezahlt werden sie aber von Biogen. Die Kosten werden auf rund 10 Mio. Franken geschätzt.

Im Bericht ist zudem nachzulesen, dass die Deponie Späckmatte südlich des Biogen-Firmengebäudes eine Fläche von etwa 10'000 Quadratmetern einnimmt. Rund 35'000 Kubikmeter Deponiematerial müssen entsorgt werden. Dabei handle es sich im Wesentlichen um Holzabfälle mit Anteilen an Industrie-, Gewerbeabfällen und Bauschutt.

Im Rahmen der Arbeiten für die erste Biogen- Etappe wurde bereits 2015 eine Deponie beseitigt. Aufgrund der Voruntersuchungen wird davon ausgegangen, dass die beiden Deponien mit ähnlichem Material aufgefüllt wurden. Aufgrund der Erfahrungen bei der ersten Deponie wird in einem ersten Schritt das Material aus einer vollständig umspundeten Baugrube (insgesamt zirka 420 Meter Wandlänge) mit Wasserhaltung ausgehoben und auf ein Zwischenlager geführt. In einem zweiten Schritt wird das Material analysiert und je nach Belastung entsorgt. Nach Abschluss der Dekontamination wird die Grube mit sauberem Humus und sauberem Kies wieder aufgefüllt.

Die Erde über der Deponie wurde bereits 2015 abgetragen und zwischengelagert. Aktuell liegt aber immer noch ein Unterbodendepot über der Deponie. Dieses wird im Rahmen von Vorbereitungsarbeiten zur Totaldekontamination entfernt und umgelagert. Mit diesen Arbeiten wurde bereits begonnen.

Im Januar 2021 soll dann die Dekontamination der Späckmatte beginnen, die rund sechs Monate dauern wird. Biogen selber will den Start einer zweiten Etappe im März 2021 definitiv entscheiden, wie gemunkelt wird. Eine Bestätigung hat Biogen nicht gegeben.