Bolken
Am Samstag noch die Bise und viele Wellen, am Sonntag dann eine dünne Eisschicht auf dem Inkwilersee

Wegen seiner geringen Tiefe gefriert der Inkwilersee relativ schnell. So war es auch in der Nacht von Samstag auf Sonntag.

Rahel Meier
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Wegen der starken Bise war der Inkwilersee am Samstag trotz Minustemperaturen nicht gefroren.
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Wegen der starken Bise war der Inkwilersee am Samstag trotz Minustemperaturen nicht gefroren.
Wegen der starken Bise war der Inkwilersee am Samstag trotz Minustemperaturen nicht gefroren.
Wegen der starken Bise war der Inkwilersee am Samstag trotz Minustemperaturen nicht gefroren.
Wegen der starken Bise war der Inkwilersee am Samstag trotz Minustemperaturen nicht gefroren.
Wegen der starken Bise war der Inkwilersee am Samstag trotz Minustemperaturen nicht gefroren.
Wegen der starken Bise war der Inkwilersee am Samstag trotz Minustemperaturen nicht gefroren.
Wegen der starken Bise war der Inkwilersee am Samstag trotz Minustemperaturen nicht gefroren.
Den Schwänen war es am Samstag zu kalt im Wasser.
Kormoran, Silberreiher und Graureiher vereint.
Silberreiher und Graureiher auf der Insel in der Mitte des Sees.
Eine ganze Gruppe von Kormoranen.
Die Nacht von Samstag auf Sonntag reichte, um eine Eisschicht zu bilden. Die Blässhühner waren leicht irritiert.
Die Nacht von Samstag auf Sonntag reichte, um eine Eisschicht zu bilden.
Die Nacht von Samstag auf Sonntag reichte, um eine Eisschicht zu bilden. Nicht überall war das Eis gleich dick.
Die Nacht von Samstag auf Sonntag reichte, um eine Eisschicht zu bilden.
Immer wieder friert der Inkwilersee ein. Ein Bild aus dem Archiv.
Immer wieder friert der Inkwilersee ein. Ein Bild aus dem Archiv.
Immer wieder friert der Inkwilersee ein. Ein Bild aus dem Archiv.
Immer wieder friert der Inkwilersee ein. Ein Bild aus dem Archiv.
Immer wieder friert der Inkwilersee ein. Ein Bild aus dem Archiv.

Wegen der starken Bise war der Inkwilersee am Samstag trotz Minustemperaturen nicht gefroren.

rm

Der Parkplatz auf der Bolkner Seite des Inkwilersees war am Sonntag teilweise überfüllt. Nicht nur das schöne Wetter lockte die Menschen an den See. Viele wollten wissen, ob sich eine Eisschicht gebildet hat und wie dick sie ist. Und sie wurden nicht enttäuscht. Buchstäblich über Nacht kam das Eis. Eine dünne Schicht nur, die wohl auch nicht lange halten wird. Aber für das Gewicht der Blässhühner reichte es, sie watschelten – sehr zur Freude der Spaziergänger – leicht irritiert auf dem Eis herum:

Der Inkwilersee: Halb im Kanton Bern und halb im Kanton Solothurn gelegen. Rund zehn Hektaren gross, mit einer maximalen Tiefe von nur gerade sechs Metern. Letzteres führt dazu, dass der See im Winter schon nach wenigen Tagen mit konstanten Minusgraden von einer Eisschicht bedeckt ist.

Der See war in diesem Winter schon mehrmals gefroren

Das gab es diesen Winter schon drei Mal, wie Urs Gasche aus Etziken weiss. Er ist fast jeden Tag am See und fotografiert auch oft. «Mit den Temperaturen die wir jetzt haben, müsste der See eigentlich gefroren sein», erklärt er am Samstag. Dass dem nicht so war, lag an der Bise. «Wenn der Wind so stark ist und der See immer in Bewegung ist, dann kann er nicht gefrieren.» Tatsächlich war der See am Samstag praktisch eisfrei und ein Spaziergang rundherum wegen der Bise eher ungemütlich.

Eine richtige «Seegfrörni» gab es in den letzten 20 Jahren nur noch selten. Immerhin zeigen Archivbilder, dass es auch Jahre gab, in denen man Schlittschuh laufen konnte. Das wiederum war zu Urs Gasches Kindertagen keine Seltenheit.

Eishockeyspiel mit über 400 Zuschauern

Gasche ist direkt neben dem See aufgewachsen. «Wir waren viel auf dem Eis», erinnert er sich. Tatsächlich wurde Mitte der 40-er-Jahre des letzten Jahrhunderts sogar «richtiges» Eishockey gespielt auf dem Inkwilersee.

Der Eishockeyclub Etziken-Bolken spielte einmal vor mehr als 400 Zuschauern gegen Olten, wie in einer Festschrift des Clubs nachzulesen ist. Schon bald darauf verlegte der Club seine Spiele aber auf einen Natureisplatz.

Der Klimawandel zeigt sich

Auch der heute 66-jährige Hans Urben aus Inkwil kennt den See gut. Viele Jahre war er Präsident des Fischereivereins Inkwil und noch heute ist er im Hochsommer jeden Morgen vor 6 Uhr draussen um den Sauerstoffgehalt des Sees zu messen. Er erinnert sich ebenfalls gerne an seine Kindertage: «Da haben wir auf dem See Eishockey gespielt.» Und das nicht nur einfach ab und zu, sondern regelmässig, jedes Jahr. «Das Klima hat sich definitiv verändert. Das merkt man gut hier», meint Urben dazu.

Immer wieder bricht jemand im Eis ein

Und fügt an: «Wenn ich heute zurückblicke, war es wohl teilweise auch ziemlich gefährlich, was wir als Kinder gemacht haben.» Die Einheimischen hätten den See allerdings gut genug gekannt. Nicht so ein Subinger Junge, an den Urben sich erinnert, der unbedingt Schilfrohr pflücken wollte und danach prompt einbrach, weil das Eis dem Ufer entlang viel weniger dick gefroren war.

Gott sei dank sei aber nichts weiter passiert und der Junge konnte später zwar durchfroren aber ansonsten wohlbehalten zuhause abgeliefert werden. «In einem anderen Jahr war der See so dick gefroren, dass sogar ein Fisch mitten im Eis eingefroren war.»

Die Eisschicht ist nie überall gleich dick

Das Eis auf dem See sei nie gleich gefroren, das wissen sowohl Urs Gasche als auch Heinz Urben. So komme es darauf an, ob der See nur wegen der kalten Temperaturen gefriere, oder ob es mehr wegen kalten Windes sei, der über den See blase. Auch Schneefall habe einen Einfluss auf die Eisschicht.

Diese Details interessierte die Spaziergänger gestern Sonntag nicht. Sie freuten sich am Naturschauspiel und viele erzählten Geschichten von früher, wenn man mit ihnen ins Gespräch kam. Mehr als einer erinnerte sich dabei ebenfalls an Winter, in denen sie oder er mit den Schlittschuhen über den See geglitten war.