Buchegg
Spezialfinanzierungen, vor allem fürs Wasser, gaben zu diskutieren

Trotz eines Aufwandüberschusses war die Genehmigung der Rechnung in Buchegg unbestritten. Viel Geld fliesst zurzeit in die Wasserversorgung.

Hans Peter Schläfli
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Gossliwil: Feuerwehrweiher und Hydrant an der Archstrasse und trotzdem gibt es in einem trockenen Sommer Probleme mit dem Löschwasser für die Feuerwehr.

Gossliwil: Feuerwehrweiher und Hydrant an der Archstrasse und trotzdem gibt es in einem trockenen Sommer Probleme mit dem Löschwasser für die Feuerwehr.

Rahel Meier

Die Genehmigung der Rechnung für das Jahr 2020 war unter den anwesenden 62 Stimmberechtigten unbestritten, obwohl es seit der Fusion das erste Mal war, dass Buchegg ein Defizit auswies.

Mit 26'500 Franken fiel der Verlust bei einem Gesamtaufwand von 11,7 Millionen Franken so gering aus, dass man diesen gerade noch als «schwarze Null» werten darf – vor allem wenn man bedenkt, dass das budgetierte Defizit noch 474'000 Franken betrug und das Vermögen mit fast 7,6 Millionen Franken weiterhin stattlich ist.

Rohrbrüche werden dank neuer Leitungen weniger

Zu reden gaben aber die Spezialfinanzierungen. Bei der Wasserversorgung fiel das Minus mit 181'000 Franken sehr hoch aus. Da aber viele neue Wasserleitungen gebaut wurden, wie die Gemeindepräsidentin erklärte, dürfte es nun deutlich weniger Rohrbrüche und somit sinkende Kosten geben.

Die Buchhaltung belegte diese Aussage eindrücklich: Die Bruttoinvestitionen in die Wasserversorgung summierten sich tatsächlich auf fast eine Million Franken.

Hohe Grundgebühr stört viele

«Nicht überall ist bei uns die Versorgung mit genügend Trinkwasser garantiert», sagte der zuständige Ressortleiter Alex Mann zum Beitritt in den neuen Zweckverband Wasserversorgung Mittlerer Bucheggberg und brachte ein Beispiel:

«In Gossliwil hat es zwar überall Hydranten, aber in einem trockenen Sommer würde der Feuerwehr das Löschwasser rasch ausgehen, weil das Reservoir zu klein ist»,

erklärte er. «Mit dem Bau grosser Ringleitungen, die durch den neuen Zweckverband geplant werden, wären wir besser auf Notfälle vorbereitet.»

Neu werde der Tarif mit einer deutlich höheren Grundgebühr und einer tieferen Verbrauchsgebühr in Rechnung gestellt, weil der Kanton eine ungefähr hälftige Aufteilung vorschreibe, erklärte Mann.

Kurt Stuber kritisierte die hohe Grundgebühr von 240 Franken als unsozial: «Wer viel Wasser braucht, soll mehr zahlen. Es ist nicht korrekt, dass immer die Kleinen zur Kasse gebeten ­werden.» Claudia Burkhalter ­ergänzte:

«Die Rechnungsbeispiele überzeugen mich nicht. Wir alle werden viel, viel mehr zahlen.»

Sie regte an, dass zum Ausgleich wenigstens die Abwassergebühren gesenkt werden. Bei dieser Sonderfinanzierung fiel nämlich ein stattlicher Überschuss von fast 100'000 Franken an, womit das Vermögen auf fast 2 Millionen angewachsen ist. Als Ressortleiter Finanzen versprach Thomas Stutz, dass man die Gebührenerhöhung bei der Wasserversorgung mit einer Senkung bei der Abwasserbeseitigung kompensieren wolle.

Mit 49 Ja gegen 3 Nein bei 9 Enthaltungen wurde der Beitritt zum Zweckverband ­beschlossen.

Sanierung Schwimmbad Messen

Bevölkerung hat zugestimmt

«Nach 50 Jahren ist eine Sanierung der veralteten Technik unumgänglich», eröffnete Thomas Stutz das Geschäft Sanierung Schwimmbad Messen. Ein Rückbau würde auch fast 2 Millionen kosten, ohne dass man davon etwas habe.

Im Herbst 2022 sollen die Arbeiten beginnen, im Mai 2023 könnte die Badi Messen wieder eröffnen. Von den rund 3,5 Millionen muss Buchegg laut Statuten 6,4 Prozent übernehmen, was rund 222000 Franken entspricht.

«Es ist eine Attraktion und ein beliebter Treffpunkt für Jung und Alt», empfahl Stutz die Badi – und erhielt mit 60 Ja-Stimmen bei zwei Enthaltung Zustimmung. (hps)

Nicht alle mögen Strom von der Gebnet AG

Das Stromnetz des Ortsteils Kyburg-Buchegg ist das einzige, das noch der Gemeinde Buchegg gehört. Der Pachtvertrag mit dem Stromversorger Gebnet AG wurde gekündigt und läuft nun aus. Der Gemeinderat empfahl, das Netz in die Gebnet AG zu integrieren und damit den eigenen Aktienanteil auf rund 35 Prozent zu erhöhen. Grösster Aktionär bleibt aber die BKW.

Die Voten dazu machten deutlich, dass der grosse Stromversorger von Vielen für die im Vergleich hohen Strompreise im Dorf verantwortlich gemacht wird. Matthias Racine fand, dass die ebenfalls interessierte Genossenschaft Elektra «ausgebootet» worden sei.

Mehrheit sagte schliesslich Ja

Dies relativierte Gemeinderat Niklaus Fischer. Das Interesse sei nicht mehr gross gewesen, als die Elektra festgestellt habe, dass sie bei einer Übernahme sämtliche Zähler in Kyburg-Buchegg ersetzen müsste. Thomas Steiner stellte den Antrag, das alte System mit der Gebnet zu behalten und eine neue Pacht auszuhandeln.

Bei der Abstimmung wurde dann doch mit 39 Ja, 8 Nein und 15 Enthaltungen der Tausch des Netzes gegen Aktien der Gebnet AG beschlossen.

Kennzahlen zur Rechnung 2020 von Buchegg

Rechnung 2019 Rechnung 2020
Erfolgsrechnung
Gesamtaufwand 11'420 11'688
Gesamtertrag 11'899 11'662
Jahresergebnis 479 -26
Steuereinnahmen nat- Pers. 7'585 7'591
Steuereinnahmen jur. Pers. 199 161
übrige Steuereinnahmen 429 296
Gesamtabschreibungen (inklusive Spezialfinanzierung) 519 549
Investitionsrechnung
Investitionsausgaben 2'497 1'510
Investitionseinnahmen 516 517
Nettoinvestitionen 1'981 993
Weitere Kennzahlen
Steuerfuss nat. Pers. 115% 115%
Steuerfuss jur. Pers. 115% 115%
Selbstfinanzierungsgrad 51.27% 50.23%
Eigenkapitaldeckungsgrad 67.81% 66.23%
Netto-Vermögen pro Kopf 3'486 3'350
Netto-Schulden pro Kopf