Mitwirkung

Bürgergemeinde Deitingen will die Kiesgrube Mühlerain erweitern

Die Kiesgrube Mühlerain in Deitingen soll erweitert werden. Die Pläne liegen nun auf und die Bevölkerung ist zur Mitwirkung eingeladen.

Rahel Meier
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Die Kiesgrube Mühlerain soll erweitert werden, damit die Bürgergemeinde Deitingen weiterhin Kies abbauen kann.

Die Kiesgrube Mühlerain soll erweitert werden, damit die Bürgergemeinde Deitingen weiterhin Kies abbauen kann.

Hanspeter Bärtschi

Die Kiesgrube Mühlerain, die der Bürgergemeinde Deitingen gehört, soll in Richtung Süden erweitert werden. Untersuchungen haben ergeben, dass in Deitingen grosse Kiesreserven von guter Qualität vorhanden sind. Die Nachfrage nach Kies ist gross, im oberen Kantonsteil muss nach wie vor Kies aus dem benachbarten Bernbiet zugekauft werden.

Die Erweiterung ist von Behördenseite her un- umstritten. Es gibt einen beste- henden Teilzonen- und Gestaltungsplan aus dem Jahr 2013, der angepasst wird. Der Erweiterungsperimeter ist auch bereits im kantonalen Richtplan als «Kiesgrube mit langfristiger Abbaureserve» eingetragen.

Im Deitinger Wald wird seit über 100 Jahren Kies abgebaut. 1961 hat die Bürgergemeinde Deitingen die Bewilligung erhalten, Kies für den Eigengebrauch abzubauen. Seither wurde die Kiesgrube laufend erweitert. Seit 2017 werden in der Kiesgrube in Deitingen auch zertifizierte Kiesgemische produziert. Die Kiesreserven, deren Abbau zurzeit bewilligt ist, reichen noch für rund drei Jahre.

Es hat noch Kies für die nächsten 30 Jahre

Mit der Erweiterung um knapp neun Hektaren, auf neu 23 Hektaren, soll weitere 28 Jahre Kies abgebaut werden. Es ist vorgesehen, jährlich rund 65'000 Kubikmeter Kies (heute 55'000 Kubikmeter) zu gewinnen. Das Rohstoffvolumen in Deitingen wird mit total 1,8 Mio. Kubikmeter beziffert. Der heute genutzte Infrastrukturbereich ist in einem einwandfreien Zustand und soll auch in Zukunft genutzt werden. Dasselbe gilt für die befestigte Zufahrtsstrasse zur Kiesgrube.

Die Kiesgrube Mühlerain liegt in der Spezialzone für Kiesabbau und Wiederauffüllung mit Gestaltungsplanpflicht. Sand und Kies soll geordnet abgebaut und das Gebiet später fachgerecht aufgefüllt, rekultiviert und wieder aufgeforstet werden. Es wird damit gerechnet, dass mit der Erweiterung der Grube der Verkehr zunehmen wird. Der Durchschnitt dürfte künftig bei 56 Lastwagen pro Tag liegen.

Gesamter Wald wird wieder aufgeforstet

Die Kiesgrube und das Erweiterungsgebiet liegen im Wald. Die Kiesgrube ist deshalb kaum einsehbar und wird von der Bevölkerung auch kaum wahrgenommen. Zusätzlich liegt die Parzelle im kantonalen Vorranggebiet Natur- und Landschaft sowie in der Juraschutzzone von besonderer Schönheit und Eigenart. Für den Abbau muss Wald gerodet werden. Die bewilligte Rodungsfläche beträgt 135'200 Quadratmeter. Davon sind 22'281 Quadratmeter Wald bereits wieder aufgeforstet, oder es wird dort nicht gerodet.

Für die geplante Erweiterung der Kiesgrube werden weitere 89'206 Quadratmeter Wald gerodet. Die Rodungen erfolgen in Etappen. Jede Abbau- und jede Rodungsetappe muss einzeln durch die zuständigen kantonalen Ämter bewilligt werden. Der Wald wird auf der gesamten Rodungsfläche an Ort und Stelle wieder aufgeforstet.

Wanderbiotope und überschwemmte Wiesen

Da der Infrastrukturbereich über eine längere Zeit nicht aufgeforstet werden kann, ist ein Realersatz erforderlich. Dies geschieht einerseits mit einer Aufforstung im sogenannten Fuchsloch und andererseits mit Massnahmen zu Gunsten von Natur und Landschaft. Nach Beendigung des Abbaus muss auch der Infrastrukturbereich wieder aufgeforstet werden.

Bereits heute sind diverse Ausgleichsmassnahmen realisiert. So wurden Wanderbiotope geschaffen. Das Waldreservat Mürgelibrunnen ist ebenfalls eine ökologische Massnahme sowie die Renaturierung der Riedwiese im Mürgelibrunnen. Neu sollen weitere Wanderbiotope, vor allem für Kreuzkröten und Gelbbauchunken dazukommen. Weiter ist geplant, temporär überschwemmte Wiesen zu schaffen, dazu kommen extensiv genutzte Wiesen und neu anzupflanzende Gehölzreihen.

Hinweis

Am Samstag, 19. September, findet um 10 Uhr eine Informationsveranstaltung in der Kiesgrube statt. Vorherige Anmeldung ist erbeten. Die öffentliche Auflage dauert bis zum 12. Oktober.