Aetigkofen

Das Ende einer 20-jährigen Tradition

Das Finale für den letzten Buechibärger Wiehnachtsmäret ist geglückt. Nach 20 Jahren ging am Wochenende die letzte Ausgabe über die Bühne.

Agnes Portmann-Leupi
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Letzte Tipps vom Verkäufer für zufriedene Kunden.
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Auch für den grossen und den kleinen Magen war gesorgt.
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Bucheggberger Weihnachtsmarkt Bucheggberger Weihnachtsmäret: Pan mit Charme aus Biberist
Der letzte Wiehnachtsmäret im Buechiberg in Aetikofen

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hanspeter baertschi

Es war, als ob sogar die Engel an den Ständen heuer nicht so entspannt lächelten, als plagte sie eine gewisse Wehmut – weil sie sich hier, in dieser idyllischen Umgebung ein letztes Mal präsentieren durften. Viele Besucher und Involvierte glaubten jedoch noch immer nicht an das definitive Ende. «Ist das wohl ein Werbe-Gag», wollte ein Besucher wissen. Lösungsorientiert begrüsste sich ein Familie mit: «Nächstes Jahr treffen wir uns halt in Freiburg.»

Edith und Werner Isch samt Schwiegersohn Bernhard Wyss strahlten gestern Sonntag. Die drei sind sich einig: «Es war eine wunderschöne Zeit und der jetzige Abschluss ist genau richtig.» An diesem 20. Wiehnachtsmäret habe alles gestimmt: Die grosse Anzahl der Besucher, die zufriedenen Aussteller, das Wetter und damit die Parkplatzsituation und nicht zuletzt die Mithilfe der vielen motivierten, zum Teil jahrelang treuen Helfer.

Wehmut bei den Vereinen ...

Wie den Engeln ergeht es auch vielen Vereinen, die sich hier seit Jahren mit ihrem Angebot an Kulinarischem die Vereinskassen aufpolierten. Für die Schützengesellschaft Aetigkofen lieferte der Wiehnachtsmäret, neben den Mitgliederbeiträgen, die einzigen zusätzlichen Einnahmen. «Wir denken an einen eigenen Racletteabend», blickt Ueli Gerber in die Zukunft.

Genau gleich trifft es laut Bernhard von Allmen den Volleyballclub Bucheggberg, der seit 18 Jahren im Chlausehüsli Kürbissuppe ausschenkte. Nach einer andern Einnahmequelle sucht ebenfalls der EHC Bucheggberg mit den beliebten Pizzen. «Für uns war es ein sehr gutes Geschäft», bezeugte auch Charles Kilchenmann vom Turnverein Hessigkofen-Tscheppach. In seinem «Häxehüsli» gingen seit 18 Jahren die herrlichen Waffeln über die Theke.

... und bei den Standbetreibern

«Türchen gehen zu – aber auch auf.» So schaut Doris Schäfer vorwärts, die mit Glasmalerei und Glasfusing von Anfang an mit dabei war. Ähnlich denkt auch Doris Senn mit ihrem jahrelangen Angebot von besonderen Bienenwachskerzen. Erika Rudolf von Rohr und ihre Schwester – im Holzhäuschen umgeben von Handgestricktem und seit je anwesend – gaben preis: «Ohne Stricknadeln läuft bei uns gar nichts, Wolle haben wir noch für weitere 20 Jahre.» Also beliefern sie fortan neben privaten Kunden auch Sozialwerke.

Kathrin Mühlethaler aus Sigriswil stellte das erste Mal in Aetigkofen ihre handgenähten Taschen und Schals aus. «Es ist einfach nur schön hier», schwärmte sie und trauerte dem nunmehr letzten Markt nach.

... und bei den Eselbar-Fans

Die Fülle an Erstrebenswertem war nach wie vor immens. Neben Weihnachtlichem konnten sich die Besucher inmitten des Lichterglanzes mit Gefälligem und Nützlichem fürs ganze Jahr eindecken. Auch heuer wandelten sich die Düfte in Gelüste um. Draussen wie drinnen roch es verführerisch nach «Suure Mocke», Hamme, «Chäsbrägu», Raclette, Pizza, Kürbissuppe, Glühwein.

Werner Isch heizte nochmals den Molkebottich ein. Traditionsgemäss stiegen drei Biberister Frauen in die dampfende, gelbliche Flüssigkeit. Dies bei Minus-Aussentemperaturen von drei Grad, dafür unter beeindruckendem Sternenhimmel und bei Cüpli-Genuss. «Wir riechen zwar nachher ein bisschen säuerlich, aber was zählt, ist die zarte Babyhaut», betonten sie. Ganz klar, dass die Abende für die zahllosen Nachtschwärmer in der Eselsbar ausklangen.