Von Gerlafingen bis zur Aare

Das Jahrhundertwerk an der Emme ist vollendet — die letzten Bagger ziehen ab

Die Bauarbeiten an der Emme zwischen Gerlafingen und der Einmündung in die Aare werden abgeschlossen. Der Fluss hat nun mehr Platz: Statt rund 25 Meter ist das Flussbett heute stellenweise bis zu 70 Meter breit.

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April 2016: Startschuss zur Renaturierung der Emme in Biberist Bemalte Steine werden in den Fluss geworfen. Sie werden sich mit der Zeit Richtung Aare bewegen.
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Im Mai starten die Wasserbauarbeiten. Dazu gehört auch die Bildung von mehr Überschwemmungsfläche.
Es gilt auch, insgesamt drei Abfalldeponien zu sanieren.
Auf der linken Seite befindet sich hier die ehemalige Kehrichtdeponie Rüti.
Im Oktober 2016 und im 2017 wird entlang der Emme gerodet
In Biberist und Derendingen werden so knapp sieben Hektaren Wald gerodet.
Bis zu über einen Meter hohe Erdwalme werden im 2018 fertiggestellt
Tag der offenen Baustelle in Biberist im Mai 2019
Tag der offenen Baustelle in Biberist im Mai 2019
Der Fluss wird verbreitert
Statt rund 25 Meter ist das Flussbett heute an einigen Stellen bis zu 70 Meter breit.
Die Aufweitung Rüti unterhalb der Kantonsstrassenbrücke Derendingen/Zuchwil während der Bauarbeiten.
Der breitere Fluss bietet besseren Schutz vor Hochwasser und mehr Raum für die Natur.
Viel Platz für Wasser: Die Aufweitung Rüti bei Hochwasser Ende August 2020.

April 2016: Startschuss zur Renaturierung der Emme in Biberist Bemalte Steine werden in den Fluss geworfen. Sie werden sich mit der Zeit Richtung Aare bewegen.

Felix Gerber

Die Gegend sei besser vor Hochwasser geschützt, und es gebe mehr Raum für die Natur, teilte die Staatskanzlei am Donnerstag mit. Nach fünf Jahren würden die Bauarbeiten zwischen dem Wehr Biberist und der Einmündung in die Aare in diesen Tagen abgeschlossen.

Zwischen der Kantonsgrenze und dem Wehr Biberist war bereits in den Jahren 2010 bis 2012 gebaut worden. Auslöser der Grossprojekte waren die grossen Hochwasserereignisse im Jahr 2005 und 2007.

Urs Lindt

Die «neue» Emme – ein Gewinn für alle

Zeitgemässer Hochwasserschutz berücksichtige die vielfältigen Funktionen der Gewässer. Wo immer möglich seien deshalb Schutzmassnahmen mit Aufwertungen verbunden worden. Der Mehrwert, der dadurch entstehe, zeige sich auch bei der «neuen» Emme eindrücklich: Die ausgedehnten Überflutungsflächen und Aufweitungen im Bereich der sanierten Deponien (zwei Kehrichtdeponien sowie eine Bioschlammdeponie) geben dem Gewässer mehr Raum und steigern die Abflusskapazität.

Wo zusätzlich notwendig, helfen Dämme und Mauern Hochwasser durchzuleiten, wie sie alle 100 Jahre vorkommen können; Massnahmen zugunsten der Natur wie Steilufer, Kiesinseln, Hinterwasser, Holzstrukturen oder die Blockrampen für den Fischaufstieg werten die Flusslandschaft auf. Die Emme habe einen Teil ihrer Gestaltungskraft zurück und schaffe selbst laufend neue Lebensräume. Mit ihrem neuen Gesicht ist die Emme ein Anziehungspunkt für Erholungssuchende aller Generationen.

Der Kredit von 73,6 Millionen Franken für das Projekt, den das Solothurner Stimmvolk beschlossen hatte, werde aller Voraussicht nach nicht vollständig in Anspruch genommen, hiess es in der Mitteilung weiter.

Ende Mai 2021 wird gefeiert

Am 30. Mai 2021 plant der Kanton ein «Ämmefescht» zur Übergabe der neugestalteten Emme an die Anstössergemeinden.

Zu diesem Zeitpunkt soll auch eine neue App zur Emme verfügbar sein. Sie lädt Schulen, Familien und die interessierte Bevölkerung zu Entdeckungstouren entlang der Emme ein und vermittelt viel Wissenswertes zur Geschichte, Entwicklung sowie zu den Naturwerten der Emmelandschaft. (sks/sda)