Buchegg

Der Cutohof nimmt einen neuen Anlauf für Standortwechsel

Die Betreiber des Cutohofes in Buchegg nehmen einen neuen Anlauf für den Standortwechsel ihrer Reitanlage. Der Pferdehof soll nach Küttigkofen gezügelt werden – das Neubauprojekt wird verkleinert.

Christof Ramser
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Am aktuellen Standort in Buchegg stösst der Betrieb an seine Grenzen. Deshalb plant der Cutohof eine neue Anlage.

Am aktuellen Standort in Buchegg stösst der Betrieb an seine Grenzen. Deshalb plant der Cutohof eine neue Anlage.

Thomas Ulrich

Die Betreiber des Cutohofes in Buchegg nehmen einen neuen Anlauf für den Standortwechsel ihrer Reitanlage. Auf dem Pferdehof werden unter anderem Angebote für Menschen mit einer Behinderung durchgeführt.

Das Angebot wird von Heimen aus dem sonderpädagogischen Bereich, etwa dem Blumenhaus Buchegg, Rodania Grenchen, der Alten Schmitte in Lohn oder dem Discherheim Solothurn genutzt.

«Wir verstehen uns auch als Lern- und Begegnungsort, wo Menschen einer sinnvollen Freizeitbeschäftigung nachgehen können», sagte Yves Niederhäuser am Montag vor dem Gemeinderat Buchegg. Er betreut das Projekt Standortwechsel.

Denn der Platz auf dem heutigen Betrieb in Buchegg ist für den Cutohof knapp geworden. Der Betrieb könne kaum mehr effizient geführt werden und sei auch nicht rollstuhlgängig.

Für 2 Millionen Franken, vorwiegend aus Spendengeldern finanziert, soll in Küttigkofen ein Neubau erstellt werden. Weil aber das anvisierte Land in der Landwirtschaftszone liegt, haben die Betreiber in Mühledorf eine Parzelle Gewerbeland gekauft, um die Einzonung des Baulandes zu kompensieren.

«Das reicht aber noch nicht», sagt Niederhäuser. Mindestens 3000 Quadratmeter gross soll der neue Cutohof werden. «Wir suchen weitere 1000 Quadratmeter, um das Landwirtschaftsland mit dem Bauland abtauschen zu können.»

Widerstand gegen altes Projekt

Bereits seit einigen Jahren wälzt der Cutohof Ausbaupläne. Wegen diverser Einsprecher aus der Nachbarschaft, die sich vor allem vor Geruchsimmissionen sowie der Verbauung der Aussicht fürchteten, fiel das Projekt ins Wasser.

Nun hat der Cutohof das Projekt zurückgestuft. Statt mit wie geplant 16 will man noch mit 8 Pferden arbeiten. Der Fokus soll auf der Sonderpädagogik liegen.

«Wir sollten ihnen keine Steine in den Weg legen», sagte Gemeinderat Alex Mann. Auch Kollege Samuel Marti findet die Reitanlage «eine gute Sache». Es sei jedoch kaum sinnvoll, in Mühledorf dafür Gewerbeland aufzuheben.

Doch so will es das neue Raumplanungsgesetz. Gemäss Gemeindepräsidentin Verena Meyer könne das ausgezonte Land in Mühledorf später problemlos von Bauern bewirtschaftet werden. Läuft alles glatt, könnte der verkleinerte Neubau des Cutohofes 2018 bezugsbereit sein.

Berger will ausbauen

Diskutiert wurde zudem der Gestaltungsplan Berger in Bibern. Dort will Fritz Berger seine Schreinerei ausbauen. Am Montag stellte er dem Gemeinderat vor, wie das Gebiet in der Biberer Gewerbezone bebaut und erschlossen werden soll.

«Mit dem heute rechtsgültigen Gestaltungsplan von 2005 kann ich meinen Betrieb nicht langfristig weiterführen», sagte Berger. «Wir haben den Gestaltungsplan so abgeändert, damit er seiner Wunschvorstellung entspricht», sagte Alain Kunz vom Büro BSB.

Auf den drei Baufeldern gibt es einen Hauptbau A, der äusserlich nicht verändert werden soll. Auf den beiden weiteren Baufeldern kann zweigeschossig gebaut werden. Auf den Baufeldern B und C entstehen Werkstätten, Lager und Büros.

Davor sollen Parkplätze, ein Brennholzlager und Mulden eingerichtet werden. Im Rat tauchte die Frage auf, ob die Strassen, über die das Areal künftig auf beiden Seiten erschlossen wird, den zusätzlichen Belastungen standhalten.

«Wir haben in der Regel keine grossen Lastwagen», sagte Berger. Richtig überzeugen konnte das den Gemeinderat nicht. Sollte die Strasse verbreitert oder der Kurvenradius bei der Einmündung in die nördlich gelegene Strasse angepasst werden müssen, solle Berger sein Land abtreten, so die einhellige Meinung im Rat.

Heikles Geschäft

Dass die Sentimentalitäten bei dem Bauprojekt gross sind, zeigt der Blick in die Vergangenheit. Bereits vor 10 Jahren sollte die Schreinerei vergrössert werden. Doch es gab heftige Widerstände aus der Nachbarschaft.

Der Ärger ist noch nicht verebbt. «Der Widerstand wird wohl auch jetzt wieder kommen», glaubt Kurt Rufer. Alex Mann hielt fest, dass man dem Gewerbler seinen Ausbau ermöglichen sollte. Etwas stossend sei allein die geplante Wohnung. 30 Prozent der Bruttogeschossfläche des Hauptgebäudes sind als Wohnraum vorgesehen.

Im Rat wurde darüber diskutiert, ob man beim Dachaufbau Fenster erlauben soll oder nicht. Entschieden wurde noch nichts. Doch zu stark einschränken sollte man das Projekt in dieser Phase nicht, sagte Christoph Isch.

«Sonst kann es sein, dass er mit seinem Betrieb wegzügelt.» Bevor überhaupt gebaut werden kann, muss der Gestaltungsplan genehmigt werden. Zuvor kann die Bevölkerung in der Mitwirkung und während der öffentlichen Auflage mitreden.