Buchegg

Der Rohstoff Holz wieder «gewichtiger»

Vor dem Waldwirtschaftsverband Bucheggberg referierte Hans Gerber von WaldSchweiz über die Holzindustrie.

Benildis Bentolila
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Patrick von Däniken stellte das Projekt «Kraftort Wald» an der Heso 2018 vor.

Patrick von Däniken stellte das Projekt «Kraftort Wald» an der Heso 2018 vor.

Benilidis Bentolila

Der Einstieg in die Generalversammlung des Waldwirtschaftsverbands Bucheggberg (WWV Bucheggberg) durch Präsident Fritz Andres regte zum Nachdenken an: Er zeigte Bilder vom Eschensterben, von Pilzbefall, vom Borkenkäfer, von ausgetrockneten Böden und weiteren traurigen Zuständen in den Wäldern und fragte die über 60 Anwesenden: «Kommt euch das bekannt vor?»

Die gleichen Fotos hatte er am Ende der Generalversammlung 2015 gezeigt und gefragt: «Was erwartet uns als Nächstes?» Ein Jahr sei vergangen, hielt er fest, und die Situation habe sich nicht verändert. «Somit stelle ich auch heute wieder die gleiche Frage, auf die niemand eine Antwort weiss.»

Der Tagesreferent Hans Gerber, Bereichsleiter Ökonomie WaldSchweiz, dem Verband der Waldeigentümer, berichtete zum Thema «Schweizer Holzmarkt im Wandel der Zeit». Seit 1959 schrumpfte die Anzahl der Sägewerke um rund 90 Prozent, wobei diese heute nach einigen Hochs sozusagen wieder auf gleichen Höhe der damals produzierten Menge von 1,9 Millionen Kubikmeter Holz liegen.

Von den zehn Zellstoff- und Papierfabriken, die Holz verarbeiteten, blieben zwei übrig; von den neun Spanplattenwerken gibt es noch dasjenige in Menznau. Trotzdem sieht Gerber einen Silberstreifen am Horizont, denn der Rohstoff Holz gewinne zunehmend an Bedeutung für Stoffe und Zusatzstoffe aller Art, als Baumwollersatz, für Treibstoffe und Lebensmittel und durchsichtiges Glas.

Projekt «Kraftort Wald»

Der Geschäftsführer vom Bürgergemeinden und Waldeigentümer Verband Kanton Solothurn (BWSo), Patrick von Däniken, stellte das ehrgeizige Projekt «Kraftort Wald» vor, das die Bürgergemeinden an der HESO 2018 aufziehen wollen. Das 9-Punkte-Programm, das in den Hallen und im Wald stattfinden soll, tönt verlockend und bietet Lehrreiches für Jung und Alt.

«Ich bin überzeugt», sagte von Däniken, «dass die Bürgergemeinden sich damit positiv in Szene setzen können.» Er stellte auch den ins Leben gerufenen «Tag des Schweizer Holzes» am 16./17. September 2017 vor. Dabei soll die gesamte Holzkette vom Wald bis zum Fertigprodukt präsentiert werden. Ein besonderes Augenmerk will man dabei dem Berufsnachwuchs widmen.

Mark Hunninghaus, Betriebsleiter Forstbetrieb Bucheggberg, erklärte, dass zurzeit Buchenholz zu einem attraktiven Preis gesucht sei, besonders von China. Er empfahl, die angezeichneten Buchen rasch zu holzen, denn ab Ende Januar 2017 werde die Situation wieder schwieriger.

Kantonsoberförster Jürg Froelicher stellte die neue Kreisförsterin des Forstkreises Bucheggberg/Lebern vor, Daniela Gurtner, welche ihr Amt am 1. Januar 2017 antritt, und bereits gelegentlich mit ihrem Vorgänger unterwegs war. Die junge Frau wuchs im Bezirk Gäu auf, absolvierte die Matura in Olten und studierte an der ETH Umweltwissenschaften.

Nach dem erfolgreichen Abschluss war sie bei der Stiftung Bergwaldprojekt und der Versuchsanstalt in Birmensdorf tätig. Froelicher dankte Ulrich Stebler für über 30 Jahre Einsatz für den Wald und die Waldeigentümer. Diesem Dank schloss sich Fritz Andres an und freut sich, dass Stebler weiterhin als Geschäftsführer des WWV Bucheggberg tätig sein wird. Dieser informierte noch einmal über Aktuelles aus «seinem» Forstkreis.

Die Traktanden der GV wurden zügig abgehandelt. Die Vereinsrechnung mit einem Minus von 2075 Franken wurde ohne Gegenstimme genehmigt. Auch der Beitrag an das HESO-2018-Projekt fand Zustimmung. Der Verband konnte ein neues Mitglied gewinnen und zählt nun 116 Privatwaldeigentümer und 20 Bürgergemeinden.