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Erstgespräche in Gemeinde: Biberist soll Pilotgemeinde werden

Erstinformationsgespräche mit Personen, die aus dem Ausland zuziehen, sollen künftig nicht mehr vom Kanton, sondern von den Gemeinden durchgeführt werden. Der Biberister Gemeinderat begrüsst das Projekt grundsätzlich.

Lea Reimann
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Gemeindepräsident Martin Blaser erklärte, dass die Verantwortung und der Kontakt zu den Leuten auf diese Weise näher zur Gemeinde kommen.

Gemeindepräsident Martin Blaser erklärte, dass die Verantwortung und der Kontakt zu den Leuten auf diese Weise näher zur Gemeinde kommen.

AZ

Hilda Heller von der Fachstelle Integration, Amt für soziale Sicherheit, informierte über das Projekt. Für Biberist bietet sich die Möglichkeit, als eine von sechs Pilotgemeinden zu wirken und solche Erstgespräche durchzuführen. Eine Projektgruppe «Integration Biberist» hat ihre Arbeit bereits aufgenommen. Nun sollen Personen aus Kanzlei, Schule und Sozialdienst geschult und mit den neuen Aufgaben vertraut gemacht werden.

Wahnsinnig gross sei der Aufwand nicht, erläuterte Hilda Heller: «Letztes Jahr sind beispielsweise 60 Personen aus dem Ausland nach Biberist eingewandert.» Der Gemeinderat hat die Projektteilnahme als Pilotgemeinde grundsätzlich sehr wohlwollend aufgenommen. Martin Blaser erklärte, dass die Verantwortung und der Kontakt zu den Leuten auf diese Weise näher zur Gemeinde kommen. «Grundsätzlich gilt es, eine Willkommenshaltung an den Tag zu legen, gleichzeitig aber auch Regeln zu kommunizieren – beispielsweise der Besuch eines Deutschkurses.» So wolle man erwirken, dass sich die Leute aus dem Ausland auf den Gastgeber einlassen.

Anders als von Martin Blaser vorgeschlagen, war Ratsmitglied Stephan Hug jedoch der Ansicht, dass der Auftrag an die Projektgruppe noch nicht erteilt werden soll. Man solle zuerst das kantonale Konzept abwarten und den Auftrag dann anhand dieses Konzepts erteilen. Zuerst müsse klar sein, worauf das ganze hinauslaufen solle. «Gibt es zusätzliche Stellenprozente? Delegieren wir die Aufgabe an einen Verein?», das sei zuerst zu klären, so Ratsmitglied Stephan Hug. Ganz anders sah dies Gemeindepräsident Martin Blaser. «Wir wollen nun loslegen, das kantonale Konzept gibt uns die Stossrichtung vor. Obwohl darin noch nicht alle Details gelöst sind, müssen wir unsere Erfahrungen zu sammeln beginnen.»

Eine Mehrheit von sechs Personen befürwortete schliesslich Stephan Hugs Antrag. Somit wurde der Auftrag an die Projektgruppe noch nicht erteilt. Die Ausbildung des Personals wird aber trotzdem schon jetzt starten.

Biberister Kinder subventionieren?

Ausserdem behandelte der Gemeinderat die neue Leistungsvereinbarung, welche von der Kindertagesstätte Chinderland vorgelegt wurde. Seit gut zehn Jahren erhält die Kita Chinderland finanzielle Unterstützung von der Gemeinde, und zwar einen fixen Beitrag von 30 000 Franken. Zudem bezahlt die Gemeinde einen optionalen Beitrag von weiteren 20 000 Franken für den Fall, dass mindestens fünf Plätze durch Biberister Kinder belegt sind.

Der Vorteil für die Eltern aus Biberist besteht darin, dass durch die Gemeindesubventionen Tarifabstufungen möglich sind. Je kleiner das steuerbare Einkommen, umso weniger muss bezahlt werden. Nun traten die beiden Kita-Leiterinnen Sarah Turnheer und Flurina Piccapietra mit einer neuen Leistungsvereinbarung an den Gemeinderat. Die Subventionen würden pro Biberister Betreuungsplatz berechnet, was eine grössere finanzielle Sicherheit der Kita zur Folge hätte. Der Gemeinderat bestätigte, dass die Kita sehr geschätzt werde und möchte deshalb eine zweite Lesung anstreben, um das ganze im Rahmen der gesamten Tagesstrukturen anschauen zu können.

Eine neu gegründete Arbeitsgruppe soll sich darum kümmern. Martin Blaser unterstrich, dass das Anliegen der Kita nachvollziehbar sei, da der Anteil der Kinder aus Biberist ständig steige. Die Anzahl der betreuten Biberister Kita-Kinder hat sich seit dem Jahr 2004 verdoppelt, es sind mittlerweile durchschnittlich elf pro Tag.

Im Weiteren hat der Gemeinderat zwei Beiträge beschlossen: 1640 Franken für die elektronische Trefferanzeige der Kleinkaliberschützen und 1666 Franken für das Wegkreuz der römisch-katholischen Kirchgemeinde bei der Kreuzung Bachstrasse/Schulhausweg.