Obergerlafingen

Gemeinderat hat nochmals fast jedes Konto geröntgt

Das Minus in der Jahresrechnung von Obergerlafingen wurde nun kleiner. Unklar ist, welche Auswirkungen der Neue Finanzausgleich auf die finanziell gut gestellte Gemeinde hat.

Gundi Klemm
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Einzig bei den Personalkosten schlug die Ausfinanzierung der Kantonalen Pensionskasse mit Sozialleistungen für die Gemeindeangestellten «markant höher» zu Buche.

Einzig bei den Personalkosten schlug die Ausfinanzierung der Kantonalen Pensionskasse mit Sozialleistungen für die Gemeindeangestellten «markant höher» zu Buche.

Oliver Menge

Statt Grillen und Chillen am Vorabend zum Feiertag, wie es die restliche Bevölkerung vermutlich tat, kniete sich der Gemeinderat Obergerlafingen am Mittwochabend zur 2. Lesung in die Jahresrechnung. Deren erste Durchsicht hatte noch einen Mehraufwand von 233 000 Franken ergeben, der aber nach Eingang weiterer Zahlungen an der 2. Lesung bei einem Gesamtaufwand von 4,4 Mio. auf 40 342 Franken gesenkt werden konnte. Gemeindepräsident Beat Muralt konnte zufrieden feststellen, dass kein Ausgabenbereich «aus dem Ruder gelaufen» sei. Einzig bei den Personalkosten schlug die Ausfinanzierung der Kantonalen Pensionskasse mit Sozialleistungen für die Gemeindeangestellten «markant höher» zu Buche. Dies konnte an anderer Stelle wieder kompensiert werden.

Weil zu grosszügig budgetiert wurde, liegt der Sachaufwand um 70 000 Franken niedriger. Auch im Posten Bildung mit 1,5 Mio. Franken mit einer kantonalen Subventionshöhe von 54 Prozent für die Lehrerbesoldungen gab es ein Auf und Ab zwischen den einzelnen Positionen, die von den externen Finanzverwaltern Carmela und Ruedi Ziegler erläutert wurden. Die Investitionsrechnung beläuft sich auf lediglich 113 309 Franken, und die Selbstfinanzierung ist mit 84 000 Franken als «Cashflow» sichergestellt. Der gesamthafte Steuerertrag lag mit 2,7 Mio. bei einem Steuerfuss von 100 Prozent um rund 400 000 Franken höher als veranschlagt. Das Netto-Vermögen pro Einwohner beläuft sich auf 4300 Franken.

3,5 Mio. Franken Eigenkapital

Eine Rückstellung für die Sanierung Schulhaus wurde im Hinblick auf das künftige Rechenmodell HRM2 nicht zurückgebucht, sondern als Vorfinanzierung verwendet. «Wir sind über den besseren Abschluss nicht unglücklich», betonte der Gemeindepräsident, der ein gutes, laufendes Finanzjahr erwartet, 2016 angesichts des neuen kantonalen Finanzausgleichs indes noch als «fraglich» betrachtet. Bei einem jetzigen Eigenkapital von 3,5 Mio. Franken kann Obergerlafingen der Zukunft beruhigt ins Auge sehen.

Neues System?

Bisher verfügt Obergerlafingen über kein Abwasserreglement. Die Erfassung der Anschlussgebühren fand bis jetzt über das Reglement Grundeigentümerbeiträge statt. Der Gemeinderat will nun prüfen, ob ein Systemwechsel hierbei erfolgt, und die Gebühren transparenter gemäss 1 Prozent des Gebäudeversicherungswertes erhoben werden statt wie bisher mit dem Raumvolumen als Grundlage der Berechnung. Dem Rat lag bereits das Reglement der Gemeinde Lüsslingen-Nennigkofen vor.

Die Umwelt- und Werkkommission wird nun zu einer Stellungnahme gebeten. Einbezogen werden in die Beurteilung auf Vorschlag von Stefan Krieg auch Solaranlagen und deren Einfluss auf Schätzungen des Gebäudewertes. Fazit des Gemeinderates: «Nur wenn wir es schaffen, das neue Reglement mit Gebührentarif der Gemeindeversammlung vorzulegen, findet die aktuelle Fakturierung entsprechend statt. Sonst läuft 2015 noch nach altem Tarif.»