Gemeinderatssitzung
Nach Informationsaustausch sagt der Gemeinderat Lüterkofen nun «Ja» zu den Tagesstrukturen

In Lüterkofen-Ichertswil wird erst Ende November über die Statutenrevision des Schulverbandes und damit die definitive Einführung der Tagesstrukturen abgestimmt.

Gundi Klemm Jetzt kommentieren
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Der Mittagstisch Lüterkofen war das erste der Pilotprojekte: hier ein Bild vom November 2016.

Der Mittagstisch Lüterkofen war das erste der Pilotprojekte: hier ein Bild vom November 2016.

Rahel Meier

«Wir haben uns von Anfang an dafür eingesetzt, dass Kinder aus Gemeinden, die im Rahmen unseres Schulverbandes hier in die Schule gehen, dank Mittagstisch vor Ort eine stressfreie Mittagspause erleben», betonte Gemeindepräsident Roger Siegenthaler. Als zuerst vor Messen und später Schnottwil gestartetes Projekt sei dieses freiwillige Angebot bisher gut gelaufen und solle als Aufgabe des Schulverbands weitergeführt werden.

Schulverbandspräsidentin Verena Meyer war gemeinsam mit Vorstandsmitglied Thomas Stutz in den Rat zum Informationsaustausch gekommen, weil Lüterkofen-Ichertswil sein Ja zur definitiven Führung der schulergänzenden Kinderbetreuung an Bedingungen knüpfte. Vor allem störte hier der Passus im Statutenvorschlag, dass Mittagstisch und Betreuung «nicht kostendeckend» zu haben seien. Dies bedeutet, dass den Eltern nicht der volle Preis für diese Dienstleistung aufgebürdet werden könne.

Ohne Subvention wird es zu teuer

Stutz hatte extern errechnen lassen, dass das Mittagsmodul ohne Subventionen 55 Franken kosten würde – unbezahlbar für eine Durchschnittsfamilie. Stutz meint aber:

«Wir müssen bei diesen Planungen aber an unsere Zukunft denken.»

Denn der Bucheggberg wolle doch kein «Ballenberg» werden, in dem nur noch ältere Menschen wohnen. «Wir brauchen junge Familien und ihren Nachwuchs», bekräftigte er. Der Bucheggberg stehe in Konkurrenz mit Städten und grösseren Gemeinden im Kanton, die längst über ein gut ausgebautes, familienfreundliches Angebot für die nebenschulische Betreuung verfügen.

Auch die Vereinslösung wird teurer

Auch der Arbeitsmarkt mit künftig immer weniger Fachkräften verlange entsprechende Strukturen. Verena Meyer:

«Wir sollten das solidarisch gemeinsam fertigbringen.»

Sie hatte bereits ausgerechnet, dass der Vorschlag aus Messen, als Notlösung – sofern der Vorschlag Schulverband scheitert – einen privatrechtlichen, regionalen Verein zu gründen, sehr viel teurer werden würde. Denn dann würde die kantonale Bewilligungspraxis für eigenständige Organisationen zur Kinderbetreuung voll zum Tragen kommen.

Treffen mit dem Gemeinderat Biezwil

Weitere Gemeinden stimmen noch ab

Verena Meyer und Thomas Stutz konnten im Gemeinderat Lüterkofen-Ichertswil vermelden, dass ein Treffen mit dem Gemeinderat Biezwil vereinbart wird. Biezwil hatte die Statutenrevision im Juni abgelehnt. Damit wären die Tagesstrukturen vom Tisch, denn eine Statutenrevision des Schulverbandes braucht Einstimmigkeit.

Marlise Tüscher (Gemeindepräsidentin Biezwil) bestätigt dies auf Anfrage. Der Gemeinderat Biezwil suche den Dialog mit dem Vorstand des Schulverbandes. Der Gemeinderat habe immer kommuniziert, dass der Mittagstisch, wie er heute besteht, weitergeführt werden soll. Gemeinsam mit dem Schulverband soll nun nach Lösungen gesucht werden.

«Wir sind nicht gegen die Kinderbetreuung und haben diese in den letzten Jahren auch mitfinanziert. Für uns ist das Vorgehen einfach nicht das Richtige», erklärt Marlise Tüscher. Auch darüber wolle man mit dem Schulverband diskutieren und den Standpunkt des Gemeinderates, der letztlich zur Ablehnung der Statutenrevision führte, nochmals darlegen.

In den Gemeinden Unterramsern und Lüterswil-Gächliwil wird ebenfalls erst an der Budgetgemeindeversammlung im Dezember über die Statutenrevision abgestimmt. Die Anfrage bei den Gemeindepräsidien zeigt auf, dass in beiden Gemeinden der Antrag zwar kurz andiskutiert, aber noch kein Entscheid gefällt wurde. (gku/rm)

Abschliessend stimmte der Gemeinderat Lüterkofen-Ichertswil der Statutenrevision zu und wird Ende November an der Gemeindeversammlung darüber abstimmen lassen.

Zur Erhaltung der Kirche in Lüsslingen

Lüterkofen-Ichertswil zählt neben Nennigkofen zur Reformierten Kirchgemeinde Lüsslingen. Der Gemeinderat folgte mit Sympathie dem Spendenaufruf von Ulrich Stebler, der für die Erhaltung dieser historisch wertvollen Kirche als schützenswertes Objekt von nationaler Bedeutung warb. Erwartet würden, so Stebler, 30'000 bis 50'000 Franken als Beitrag der Einwohnergemeinde an die Gesamtsanierung im Umfang von 1,5 Mio. Franken.

Gemeindepräsident Roger Siegenthaler meinte:

«Unsere Bevölkerung zählt aktuell 909 Personen, davon sind 395 reformiert, etwas gleich viele Menschen konfessionslos und die restlichen Bewohnenden Katholiken.»

Da in der Gemeinde selbst ein Kirchgebäude, das Lüterkofen zu eigenem Nutzen gerne übernehmen würde, neben dem von der Kirchgemeinde erworbenen örtlichen Friedhof besteht, sah sich der Gemeinderat in einer «Zwickmühle». Der hohe geschichtliche Wert der Kirche Lüsslingen wurde sehr wohl gewürdigt. Doch gleichzeitig stellte sich die Frage, ob die Allgemeinheit im Dorf für die Erhaltung mit einem derart hohen Betrag aufkommen müsse.

Zumal private Spender aus dem Dorf bereits das Vorhaben unterstützen würden. Der Rat will über die Anfrage bis Anfang November entscheiden. Zuvor soll noch die Meinung der beiden mitbeteiligten Einwohnergemeinden eingeholt werden.

Solarkonzept und Fremdwasser

Gemeinderat Marc Kurth von der Bau- und Werkkommission stellte sich zur Verfügung, Offerten für Solardächer auf allen öffentlichen Liegenschaften in Lüterkofen einzuholen. «Dies entbindet uns nicht, bald ein gesamthaftes Energiekonzept für unsere Gemeinde zu erstellen», unterstrich Gemeindepräsident Siegenthaler.

Intensiv diskutierte der Rat den Fragebogen der Zase als Zweckverband der Abwasserregion Solothurn-Emme. Er will die Beiträge der 40 ihr angehörenden Kommunen aufgrund des hohen Fremdwasseranteils erhöhen und dies an der Delegiertenversammlung im Herbst beschliessen.

Da leider die Messungen des Fremdwasseranteils in der ARA zu aufwendig und kostspielig sind, kann die Menge, die das System belastet, nur geschätzt werden. Der Gemeinderat war nicht mit der vorgeschlagenen Kostengewichtung auf 40 Prozent einverstanden.

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