Uhrenbörse

Hier zeigt sich die Zeit in ihrem schönen Gehäuse

Die Uhrenbörse liess am Samstag in Langendorf viele Sammlerherzen höherschlagen. Bereits zum siebten Mal fanden sich Händler und Käufer aus der ganzen Schweiz im Restaurant Traube ein.

Fabiana Seitz
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Uhrenbörse Langendorf
15 Bilder
Viele Augen begutachten das Innenleben dieser Uhr
Uhren soweit das Auge reicht
Auch Anfassen war nicht verboten
Modelle aus dem Uhrzeitalter
Tell me, what's the time_
It's tea time
Mit der Taschenlampe wird das Innenleben dieser Uhr ausgeleuchtet
Uhrenbörse Langendorf
Genau unter die Lupe genommen
Eine Smartwatch suchte man hier vergebens
Dieser Uhrenverkäufer ist extra am Vorabend aus Basel angereist
Diese Dame hat ihre Uhr zu Hause vergessen und sich daher für einen Spontanbesuch an der Uhrenbörse begeistern lassen
Auf die inneren Werte kommt es an
Der Uhrinstinkt

Uhrenbörse Langendorf

Tina Dauwalder

Die Zeit rast, die Zeit schleicht, die Zeit vergeht. Das Phänomen der Zeit lässt sich nicht ganz einfach fassen. Der berühmte Physiker Albert Einstein brachte es mit folgenden Worten auf den Punkt: «Zeit ist das, was man an der Uhr abliest.»

Kein Wunder also stand der Samstag in Langendorf ganz im Zeichen der Uhr: Zum siebten Mal liess die einzige Uhrenbörse der Region Händler und Käufer der ganzen Schweiz den Weg ins Restaurant Traube finden.

An Auswahl mangelte es nicht: Armbanduhren, Taschenuhren, Wanduhren und Tischuhren so weit das Auge reichte. Nebst wenigen jüngeren Modellen gab es vor allem antike Schmuckstücke, die schon einige Stunden und Jahre gezählt haben müssen.

So stammt die älteste Uhr im Raum aus dem Jahr 1750. Für zehn bis 5'000 Franken hatte man die Möglichkeit in Besitz einer der vielen Uhr zu kommen. Der Preis war verhandelbar, wie es sich an einer Börse gehört.

Leidenschaft für Uhren

Bei einer solchen Auswahl geraten Sammler leicht ins Schwärmen. Während die einen die raffinierte Mechanik schätzen, lassen sich die anderen von den verschiedenen Designs überzeugen – doch eines verbindet schliesslich alle: die Leidenschaft für Uhren.

«Uhren sind so viel mehr als bloss Zeitangeber oder Statussymbole. Jede Uhr erzählt eine eigene Geschichte», meinte einer der Verkäufer, der eigens aus Luzern angereist war.

So führte er eine Herren-Armbanduhr vor, hinter deren Ziffernblatt sich das Foto der Herzensdame verstecken lässt. Welche Uhren einen neuen Besitzer finden, sei aber sehr modeabhängig. Während früher kleine Armbanduhren gefragt waren, sind es heute eher die grossen Stücke.

Ausserdem seien dieses Jahr vor allem Uhren der Marken Heuer Monaco und Omega aus den Siebzigerjahren beliebt.

500 Uhren gesammelt

Der Veranstalter der Börse Paul Laski zeigt sich mit der Nachfrage sehr zufrieden: «Heutzutage, wo sich praktisch jeder via Handy und Computer über den Stand der Zeit informiert, ist es schön zu sehen, dass doch immer noch ein so grosses Interesse an der klassischen Uhr besteht.»

Angefangen hat alles vor nicht mal drei Jahren. Der frühere Strassenbau-Vorarbeiter Laski aus Zuchwil entdeckte nach seiner Pensionierung eigentlich mehr per Zufall seine Leidenschaft für schöne Uhren: «Ich hatte null Erfahrung, die Uhren zogen mich einfach in ihren Bann.»

Heute kann er eine stolze Anzahl von 500 Stück sein Eigen nennen, auch wenn er kein so grosses Fachwissen wie andere aufweisen kann: «Ich kaufe die Uhren, die mir gefallen.»

Da es in der Region noch keine Uhrenbörse gab und er seine Freude mit anderen teilen wollte, rief er 2012 die Uhrenbörse ins Leben. Die Wahl von Langendorf als Austragungsort der Börse sei keineswegs zufällig gewesen.

Schliesslich stand 100 Jahre lang die traditionsreiche Uhrenfabrik Lanco dort, wo heute das Einkaufszentrum der Migros ist. Bis ins Jahr 1973 wurden in Langendorf über 3500 Uhren pro Tag hergestellt.

Umso schöner sei es gewesen, als das Restaurant Traube zustimmte, kostenlos einen Raum für den Handel mit Uhren zur Verfügung zu stellen.

Die nächste und somit achte Uhrenbörse ist gemäss Laski für kommenden Oktober geplant. Denn die Begeisterung für Uhren wird man nicht so schnell los. In den Worten eines Händlers: «Das Sammeln von Uhren ist und bleibt eine unheilbare Krankheit.»