Ferienpass
Im Bucheggberg entsteht eine Stadt aus Lego

Zukünftige Architekten dürfen sich im Ferienpass «Mit Lego eine Stadt bauen» ausleben.

Lara Frey
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Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Ferienpass-Kurses «Mit Lego eine Stadt bauen».

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Ferienpass-Kurses «Mit Lego eine Stadt bauen».

Es ist wunderbar kühl im Klassenzimmer im Schulhaus. Zwölf Buben und zwei Mädchen rutschen ungeduldig und unter viel Gekicher auf ihren Stühlen rum, bis Ferienpassleiterin Manuela Rothen den Lego-Nachmittag eröffnet. «Was wisst ihr über Lego?», fragt sie die Kinder. Aus der Runde hört man: «Sie sind klein», «Sie sind aus Plastik», «Ich habe die Legogeschichte auf Youtube geschaut». Legosteine kommen aus Dänemark, wo sie in den 1930er-Jahren von einem Schreiner erfunden worden sind, erklärt Rothen. «Zuerst waren sie aus Holz, erst 1949 gab es Legosteine aus Plastik. Aber auch diese ganz alten Steine passen immer noch auf die heutigen», fährt sie fort. Das Wort Lego komme aus dem Dänischen, wo «leg godt» so viel wie «spiel gut» bedeutet. Heute gebe es 3700 verschiedene Legosteine.

Eine Stadt für exzentrische Helden

Die Kinder sollen versuchen, herauszufinden, auf wie viele verschiedene Arten man zwei Legosteine zusammenbauen kann. «24», löst Rothen schliesslich auf. «Bei drei Steinen sind es aber schon über hundert Varianten.» Die Kinder staunen. «Lego gefällt mir, weil es cool ist», sagt ein Junge, ganz viele andere bauen am liebsten Steine zusammen, und der junge Antoni schiesst am liebsten mit den «Star Wars»-Legos. Dann suchen alle Kinder eine Legofigur aus, für welche sie ein Haus bauen werden. Alle erfinden Heldenfiguren wie Piraten oder Verbrecher mit Gewehren, Säbeln, «Denkhüten» und Papageien. Nur jemand sticht aus der Reihe; ein Mädchen, das sich einen Rockstar ausgesucht hat. «Hoffentlich finde ich eine Lego-Gitarre», murmelt sie.

Und dann geht das grosse Legölen endlich los. Rothen öffnet die acht Kilo schweren Legosäcke und die Kinder beginnen zu wühlen. «Oh, ein Zauberhut», «Hat es vielleicht noch ein zweites von diesen Teilen?», «Neiiiiin, ich hab das zuerst gehabt», wird im Saal wild durcheinander gerufen. «Will jemand ein Auto bauen?», fragt jemand. Alle antworten wie aus der Pistole geschossen: «Ja, ich!» Es entsteht ein reger Tauschhandel, Schlangen werden gegen Steuerräder, Toreingänge gegen Flammen getauscht. Ein paar Kinder sortieren die Bausteine nach Farben und bauen rote, graue oder weisse Häuser, einige andere bauen kreuz und quer durcheinander. «Machst du auch eine Villa?», fragt jemand.

Ein Knabe findet beim Wühlen eine Baggerschaufel, seine Augen werden gross. «Uuh, heftig», staunt er, legt das Teil beiseite und wühlt gleich weiter. Ausdauer ist jetzt gefragt, denn auch am folgenden Tag wird noch weitergebaut.

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