Ortsbild

Im Zentrum Biberists entstehen neue Wohnbauten

Das Ortsbild von Biberist verändert sich weiter – der Gemeinderat diskutiert einen Gestaltungsplan und ein Umzonungsbegehren.

Rahel Meier
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An der Hauptstrasse 3 und 5 sollen zwei neue Gebäude gebaut werden. Die neue Überbauung wird im Einbahnsystemauf die Hauptstrasse hin erschlossen. Sowohl Einfahrt-, als auch Ausfahrt werden nur nach rechts gestattet.

An der Hauptstrasse 3 und 5 sollen zwei neue Gebäude gebaut werden. Die neue Überbauung wird im Einbahnsystemauf die Hauptstrasse hin erschlossen. Sowohl Einfahrt-, als auch Ausfahrt werden nur nach rechts gestattet.

Urs Byland

An der Hauptstrasse 3 und 5 sollen zwei Mehrfamilienhäuser realisiert werden. Bebaut würde GB Nr. 395, ein Grundstück im Zentrum der Gemeinde. Es ist der Kernzone St. Urs zugeteilt und unterliegt der Gestaltungsplanpflicht. Zudem steht ein als erhaltenswert eingestuftes altes Wohnhaus auf der Parzelle. Das Grundstück kann nur von der Hauptstrasse her erschlossen werden. Aufgrund dieser Tatsache wurde auf eine Nutzung durch Gewerbe und oberirdische Parkierungsmöglichkeiten verzichtet.

In einer Einstellhalle sollen 17 Parkplätze, gleich viele wie Wohnungen, gebaut werden. Die Einfahrt in die Einstellhalle ist nur in Richtung Kreisel St. Urs möglich, die Ausfahrt wird ebenfalls nur nach rechts gestattet. Stefan Bühler (FDP) störte sich trotzdem an der im Gestaltungsplan erarbeiteten Erschliessung. «Das gibt Rückstau auf die Hauptstrasse», erklärte er. «Zudem scheint mir die Sichtweite eingeschränkt.»

Auch Jan Noordtzij war unglücklich mit dieser Lösung. «Das Amt für Verkehr und Tiefbau mag die Erschliessung so bewilligen. Wir können trotzdem eine bessere Lösung fordern.» Noordtzij monierte zudem, dass das Grundstück stärker ausgenützt werden könnte. «Das generiert dann aber mehr Verkehr und das möchten wir nicht», erklärte Martin Jordi
(Bauherrenvertretung Bicasa GMbH Feldbrunnen).

Zusätzlich musste die Bauherrschaft bei der Planung der beiden neuen Gebäude Rücksicht nehmen auf die Planung beim St. Urs, die ebenfalls nächstens im Gemeinderat diskutiert werden dürfte. Die Grösse der beiden Baukörper ist deshalb limitiert. Die beiden Gebäude sollen mit Flachdach und Attikageschossen ausgeführt werden. Entlang der Hauptstrasse sollen Hochstammbäume gepflanzt werden. Diese ersetzen den Zaun, der heute dort steht. Der Gemeinderat hat den Gestaltungsplan schliesslich einstimmig genehmigt.

«Heimetblick» will ausbauen

Das Alters- und Pflegeheim Heimetblick kommt baulich an seine Grenzen. Die Stiftung möchte das alte Gebäude aus dem Jahr 1957 durch einen Neubau ersetzen. Im Altbau werden heute vor allem Personen mit Demenz gepflegt.

Im Anbau aus dem Jahr 2007 werden 22 Plätze für die klassische Alterspflege angeboten. Das Altersheim liegt an der Dufourstrasse, im Bleichenberg, am Siedlungsrand auf der Parzelle GB Nr. 1030. Das Heim nutzt heute rund die Hälfte der Parzelle. Dieser Teil des Grundstückes liegt in der Zone für öffentliche Bauten und Anlagen und unterliegt der Gestaltungsplanpflicht. Der unüberbaute nordöstliche Parzellenteil liegt in der Reservezone, die südöstlich angrenzende Parzelle GB Nr. 1032 gehört ebenfalls der Stiftung und liegt in der Gärtnereizone.

In einer Machbarkeitsstudie wurden verschiedene Nutzungskonzepte und Bebauungsmöglichkeiten geprüft. Favorisiert wird die Variante, die einen Neubau für demenzgerechtes Wohnen in nördlicher Richtung entwickeln könnte. Damit dies aber konkret geplant werden kann, muss zuerst eine Umzonung durchgeführt werden. Die Stiftung möchte deshalb die südliche Gärtnereizone (GB Nr. 1032) in die Reservezone umzonen und mit Obstbäumen bepflanzen. 3148 Quadratmeter bleiben dabei übrig.

Diese Fläche soll dem nördlichen unüberbauten Grundstück GB NR. 1030 zugeschlagen werden. Die verbleibende Landfläche von knapp 5000 Quadratmeter wird schliesslich von der Reservezone in die Landwirtschaftszone überführt. Mit dem Umzonungsgesuch wird kein zusätzliches Bauland generiert. Ganz im Gegenteil: Es wird Land aus der Reservezone definitiv der Landwirtschaftszone zugeschlagen. Die Gärtnereizone wird heute noch von einer Gärtnerei aus Biberist genutzt. Die Nutzung ist aber rückläufig und der Vertrag mit der Gärtnerei – nach Absprache – gekündigt.

Der Gemeinderat stimmte dem Umzonungsverfahren einstimmig zu.

Aktie tauschen

Biberist hält eine Aktie der AEK Energie AG. Nachdem diese von der BKW übernommen wurde, wurden alle Aktionäre angeschrieben. Sie können die AEK-Aktien behalten, verkaufen oder gegen BKW-Aktien im Wert von 30 000 Franken eintauschen. Bei einem Tausch schenkt die BKW der Gemeinde zusätzlich acht weitere Aktien.

In Biberist stellte Stefan Hug (Leiter zentrale Dienste) den Antrag, die Aktie gegen Aktien der BKW zu tauschen. Stephan Hug (SP) machte sich stark dafür, die AEK-Aktie zu behalten, auch Zvezdan Sataric (SVP) fand dies geschickter. Das Abstossen der Aktie stand ebenfalls zur Diskussion. Die Mehrheit des Rates (4:6 Stimmen) war aber für den Umtausch.