Gerlafingen

Immer noch Eigenkapital – trotz tiefen Steuereinnahmen

Der Gemeinderat Gerlafingen verabschiedete die Jahresrechnung 2016 zuhanden der Gemeindeversammlung.

Gundi Klemm
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Der Bahnhof Gerlafingen ist auch von der Ortsplanungsrevision betroffen.

Der Bahnhof Gerlafingen ist auch von der Ortsplanungsrevision betroffen.

Von höheren Steuereinnahmen, die viele Gemeinden im Kanton im Haushalt 2016 verzeichnen, kann man in Gerlafingen nur träumen. Erwartete das Budget einen Steuerbetrag von 17.6 Mio. Franken, so liegt das tatsächliche Fiskalergebnis bei 16,9 Mio. Die über die Jahre entstandenen weiteren offenen Forderungen und Ausstandspositionen betragen 1,65 Mio. Franken. Das seit Jahren beklagte niedrige Steuersubstrat der Gemeinde könne so die betrieblichen Ausgaben längst nicht mehr decken, warnte Gemeindeverwalterin Katalin Kulcsar. Um dies auszugleichen, erhält die Gemeinde jährlich einen Beitrag aus dem kantonalen Finanzausgleich in Höhe von 3,6 Mio. Franken. Die neuen Schülerpauschalen im Umfang von lediglich 38 Prozent können laut Kulcsar die bisher unter HRM1 übliche Subvention von 70 Prozent der Lehrerbesoldungen auch nicht ersetzen. Deshalb habe die Gemeinde beim Gesamtaufwand von 38,96 Mio. und einem Ertrag von 38,6 Mio. Franken gespart wo immer möglich.

Allerdings: Immerhin 80 Prozent aller deutlich angewachsenen kommunalen Aufgaben in Gerlafingen unterliegen übergeordneten gesetzlichen Verpflichtungen, die zudem zu erheblichen Nachkrediten führten. Allein in der Asylsozialhilfe betrug die Budget-Überschreitung 600 000 Franken. Der gemeinsame Sparwille zeigte sich indes beim Sachaufwand vor allem in Verwaltung und Bildung mit einer Reduktion von fast einer halben Million. Am Ende bleibt ein Minus in der Erfolgsrechnung im Betrag von 360 000 Franken. Das Budget rechnete mit 596 000 Franken. Das Eigenkapital schmilzt auf 2,52 Mio. Franken.

Investiert – und dies vorrangig als Tranche in das Umbau-Schulprojekt Rochade – wurden netto 3,66 Mio. Franken. «Wir müssen es schaffen, die Steuerkraft zu verbessern», unterstrich der scheidende Gemeindepräsident Peter Jordi als Ziel, dies mittelfristig mit «hoffentlich positiven Überraschungen» zu erreichen. Nur so lasse sich die Rechnung ins Lot bringen. Der Gemeinderat verabschiedete die Rechnung einstimmig.

Räumliches Leitbild genehmigt

Die ersten Schritte zur Ortsplanungsrevision, die in der Erarbeitung des Räumlichen Leitbildes besteht, hatten ein Planungsbüro und die örtliche Begleitgruppe vollzogen. Der Gemeinderat hatte den daraus entstandenen Entwurf im März genehmigt und zu einem Mitwirkungsverfahren nebst gut besuchtem Informationsabend frei gegeben. Stellungnahmen aus der Bevölkerung und vom Raumplanungsamt wurden eingefügt. Die Gemeindeversammlung am 28. Juni wird über dieses Leitbild mit dem Titel «Zu Hause in Gerlafingen» (aufgeschaltet auf der Gemeinde-Homepage) befinden und damit die zukünftige räumliche Entwicklung der Gemeinde festlegen. «Eine gute Ortsplanungsreform wird unsere wirtschaftliche Lage massgeblich mitbestimmen», bekräftige der Gemeindepräsident nach der einstimmigen Genehmigung.

Mit fairen Spielregeln

Bauverwalter Ewald Kaiser informierte über die im August beginnende Sanierung der Kriegstettenstrasse. Zuerst werde das südlich verlaufende Trottoir verstärkt, damit der Verkehr über diese Spur geführt werden kann. Nötig wird dies, weil Leitungen im Strassenbett erneuert werden. Dies knüpft an die durch den Kanton gestoppten Planungen aus dem Jahr 2010 für ein Teilstück, das damals zu einem Werkvertrag mit der örtlichen Sanitärfirma Sollberger führte. Die jetzt aufgelisteten Arbeiten umfassen die Strecke Denner bis Bolacker. Für einen Teil wird wegen des damaligen Verzichts die Firma Sollberger und für den grösseren Anteil die Regio-Energie beauftragt. Für Grab- und Baumeisterarbeiten ist der Kanton zuständig.

Jordi gratulierte in der Validierung der Wahlergebnisse den künftigen Ratsmitgliedern und dem neuen Gemeindepräsidenten Philipp Heri. Dass die Bevölkerung bei dieser Wahl eine wirkliche Auswahl unter Kandidierenden treffen konnte, bezeichnete er als Ergebnis einer gesunden Gerlafinger Partei- und Politlandschaft.