Bibereist

Junge Talente wetteifern beim Musikwettbewerb

Blasmusiker riefen den Wasserämter Musikwettbewerb ins Leben. Aber auch Klavier wird da gespielt.

Hans Blaser
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Musikwettbewerb Wasseramt
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Livia Winistörfer holte die höchste Tagesnote.
Duo Anilea, Sieger Klavier zweihändig.

Musikwettbewerb Wasseramt

Vier Blasmusikdirigenten von Vereinen im Wasseramt standen am Anfang des Wasserämter Musikwettbewerbes. Als Musikpädagogen – das waren und sind sie daneben auch – kennen sie den menschlichen Drang, sich mit anderen zu vergleichen. Das beginnt in den frühen Lebensjahren und erfasst jede erlernbare Tätigkeit. Der Sport ist das extremste Beispiel. Auch Musikanten und besonders Musikschüler möchten sich vergleichen. Die vier Dirigenten beschlossen im Rahmen des Wasserämter Musiktages einen Wettbewerb für Solisten und Ensembles durchzuführen. Die ersten Jahre blieb er zwar in der Hand der Gründer, aber immer an den Musiktag gekoppelt. Entsprechend richtete er sich an Bläser aus diesen Vereinen.

Eine erste Erweiterung erfolgte früh mit Perkussion. Weil nicht alle Musikvereine die entsprechende Infrastruktur zur Verfügung stellen konnten, wurde der Wettbewerb schliesslich abgekoppelt. Um ihn zu erhalten, musste er in Schritten erweitert werden. Zunächst kam Gitarre dazu und später Streicher und Klavier. Weil es dazu Anfragen gegeben hatte, kam in diesem Jahr neu Sologesang in drei Altersstufen ins Angebot. Vier Auftritte verteilt auf alle drei Kategorien gab es in diesem Fach schliesslich. Da wird von den Konkurrenten vielleicht noch mehr Selbstvertrauen gefordert als von den Instrumentalisten.

Keine einzige Anmeldung gab es im Fach Klassische Gitarre. Auch die Blechbläser waren diesmal kaum vertreten. Janis Winistörfer war der einzige. In der Kategorie Bläser Jahrgänge 2001 bis 2004 trat er auf dem Cornet mit «Peony» von Hale Asher Van der Cook an. Die beiden Bläserkategorien A und B wurden von den Klarinetten und Saxofonen dominiert. Teilnehmer der Kategorie C, das wären die Jahrgänge 2000 oder älter, fehlten auch diesmal. Dafür gab es auch zwei Auftritte mit Sopranblockflöte. Die gibt es zwar in der Blasmusik nicht, aber es ist eindeutig ein Blasinstrument und deshalb am Wettbewerb auch willkommen.

Viel musikalisches Gespür

Eine eigene Sparte im Wettbewerb bilden die Perkussionisten. Auch sie können in drei Solokategorien und in zwei Gruppenkategorien starten. Da gab es lediglich zwei Soloauftritte. Die dreizehn beteiligten Perkussionisten hatten aber offensichtlich mehr Spass an gemeinsamem Wirken. Drei verschiedene Gruppen schafften Auftritte in beiden Gruppenkategorien.

Eine grosse Kategorie ist immer diejenige der jüngsten Pianisten. Das waren in diesem Jahr die Jahrgänge 2005 oder jünger. Bei ihnen stand das Klavierlehrbuch von Aniko Drabon hoch in der Gunst. In dieser Kategorie gefiel den Experten jedoch der Vortrag von Chiara Winistörfer am besten. Sie interpretierte zuerst Valse opus 614-1 «Petit Chien» von Frédéric Chopin und danach «The Entertainer» von Scott Joplin. Mit diesen zwei recht unterschiedlichen Klavierstücken konnte sie ihre Interpretationsfähigkeit deutlich unter Beweis stellen. Zudem überzeugte sie auch technisch. Die beiden Vorträge waren den Experten 55,5 Punkte wert. Weil sich die Expertenteams je nach Instrument verschieden zusammensetzten ist ein absoluter Vergleich der Punktzahlen nicht zulässig. Dennoch reizt ein vorsichtiger Blick auf diese Reihenfolge.

Mit der klar höchsten Tagesnote von 63 Punkten wurde Livia Winistörfer belohnt. In der Kategorie Streicher der Jahrgänge 2005 oder jünger beeindruckte sie tatsächlich mit ihrem Auftritt. Auf der Violine interpretierte sie das Allegro aus einer «Sonatina» von Natalja Baklanova mit sehr viel musikalischem Gespür. Aufgefallen ist ihr bereits sicherer Bogenstrich. Hoch benotet wurde auch der Vortrag von Sebastian Koncz. Er konkurrierte in der Kategorie Streicher mit Jahrgängen 2001 bis 2004. Man könnte daraus schliessen, dass die Streicher sanft bewertet wurden. Aber er meisterte sein «Allegretto moderato» vom deutschen Musikpädagogen Friedrich Seitz wirklich schön.

Als einzige aus den Bläserkategorien schaffte die Klarinettistin Mira Hostettler den Sprung über die 60 Punkte. Als Wettbewerbsvortrag wählt sie «Petit Concert» von Darius Milhaud. Dessen drei unterschiedliche Sätze vermochte sie wunderbar gegeneinander abzusetzen. Man spürte förmlich, dass sie sich mit der Komposition auseinandergesetzt hat.