Kantonsratswahlen 2021
Diese Kandidaten aus dem Wasseramt und dem Bucheggberg haben die Wiederwahl nicht geschafft

Die Kantonsratswahlen sind durch, und viele können sich über ihre Wiederwahl freuen. Einige müssen ihren Sitz jetzt aber freigeben. Ein Überblick.

Andri Morrissey
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Die Kantonsratswahlen 2021 haben den grünen Trend weitergeführt. Leider konnten nicht alle von der anhaltenden grünen Welle profitieren, auch wenn sie politisch in der gleichen Ecke mit den grossen Gewinnern stehen. So musste die SP Verluste einstecken, wie auch die bürgerlichen Parteien. Diese Kandidaten mussten ihren Sitz räumen.

Markus Baumann (SP) hatte im Vorfeld der Kantonsratswahlen für Aufsehen gesorgt, als er sich im Kampf um das Gemeindepräsidium in Derendingen gegen den Kandidaten seiner eigenen Partei stellte. Er gab sich überzeugt, dass es frischer, kämpferischer Gegenwind aus der SP geben müsse, anstatt die Konsenspolitik, die von seinem Parteikollegen Roger Spichiger betrieben wird. Darum kandidierte der Gewerkschaftler, auch ohne der Rückendeckung seiner Partei, gegen Spichiger.

Markus Baumann

Markus Baumann

Patrick Lüthy

Am Ende der Auszählung für die Kantonsratswahlen konnte Baumann in Derendingen nur 471 Stimmen zählen. Vergleichsweise bekam Spichiger 833 Stimmen zugeschrieben. Auch in der Gesamtabrechnung für den Kantonsrat reichte es ihm nicht. Baumann lässt den Kopf aber nicht hängen und will weiterkämpfen. Er bleibt Präsident der Ortspartei SP und will so weiterhin politisch aktiv bleiben, wenn auch auf kantonaler Ebene «von der Bank aus» wie es Baumann selbst beschreibt. Ob er in vier Jahren erneut kandidieren will, lässt der linke Politiker offen. Einzig sagt er «Schauen wir mal».

Ein weiterer Kantonsrat, der die Wiederwahl verpasst hat, ist Christian Scheuermeyer (FDP, Deitingen). Der Liberale sieht die Gründe seiner Abwahl an verschiedenen Stellen, unter anderem beim fehlenden Netzwerk. Er ist davon überzeugt, dass auch andere Kandidaten seiner Partei ihre Wähler besser mobilisiert hätten.

Christian Scheuermeyer (FDP)

Christian Scheuermeyer (FDP)

zvg

Auch kommentiert er, dass seine direkte Art in der heutigen politischen wohl Lage nicht mehr willkommen sei. Dabei verweist er auf die Steuerinitiative «Jetz si mir draa» der SVP aus dem Jahr 2020. Dort habe er sich entschlossen dagegengestellt, was ihm auch Stimmen gekostet hatte.

Einen weiteren Verlierer in diesem Wahlgang ist der nachgerückte Matthias Racine (SP, Mühledorf). Der Sozialdemokrat schaffte im Februar 2020 den Sprung in den Kantonsrat, nachdem er für Urs von Lerber (Luterbach) nachgerückt war.

Matthias Racine

Matthias Racine

zvg

Die Abwahl von Racine ist, trotz den Verlusten der SP, verblüffend, da Racine sich sehr für die Umwelt stark macht. Auf «ecorating.ch» hat der Landwirt eine Bewertung von «100% Umweltfreundlich». Racine war für ein Gespräch nicht erreichbar. Die telefonische Anfrage der «Solothurner Zeitung» nach einer Stellungnahme blieb unbeantwortet.