Hochbauamt

Klammheimlich herausgegeben – ein Buch zum Uferpark in Luterbach

Das Hochbauamt lässt den Werdegang des ungewöhnlichen Werks in Luterbach nochmals aufleben.

Urs Byland
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Damit Neues entstehen konnte, musste zuerst Altes weichen. Foto und Video (QR-Code) zeigen die Sprengung am 17. Juli 2015.

Damit Neues entstehen konnte, musste zuerst Altes weichen. Foto und Video (QR-Code) zeigen die Sprengung am 17. Juli 2015.

Urs Byland

Klammheimlich – man muss es sagen – hat der Kanton, genauer gesagt das Hochbauamt, ein Buch zum Uferpark in Luterbach herausgegeben. Das Buch, in einer Auflage von 1500 Stück, kann beim Hochbauamt bezogen werden. Im gebundenen Werk auf rauem Papier wird in Fotos und Texten nacherzählt, wie der Uferpark «Von der Industriebrache zur urbanen Spielwiese» mutierte.

Auf 174 Seiten wird eine Erfolgsgeschichte erzählt. «Biogen will move to Solothurn»: An diesen Satz von John Cox (Executive Vice President von Biogen), gesagt vor fünf Jahren am 20. April an einer Telefonkonferenz, erinnert sich Regierungsrat Roland Fürst in einem «Gedankensplitter». Damals sei er leicht nervös gewesen. Die Worte bedeuteten den Startschuss zur Immobilienentwicklung der beiden Attisholz-Areale Nord und Süd und damit auch für den Uferpark, der im Landverkaufspaket des Kantons an den amerikanischen Biotechnologiekonzern mit Schweizer Wurzeln, finanziell bereits enthalten war. Eröffnet wurde der Uferpark am 24. Mai 2019. Es folgte ein dreitägiges Fest, das von 25000 Personen besucht wurde.

Gleich nach Fürst darf der «König» des Uferparks seine Gedanken zum Uferpark äussern. Der «König» ist in diesem Fall der kürzlich pensionierte Kantonsbaumeister Bernhard Mäusli, der den Uferpark innert kürzester Zeit in einer «komplexen und erfolgreichen Immobilienentwicklung» zum krönenden Abschluss brachte. Fehlen dürfen nicht die «Vasallen».

In diesem Fall Luterbachs Gemeindepräsident Michael Ochsenbein, der sich begeistert über die Freude am Uferpark zeigt, und Riedholz’ Ex-Gemeindepräsidentin Jasmine Huber, die nach mehreren Besuchen findet, dass der Park sich wie selbstverständlich ins Ganze fügt.

Attisholz Nord und Süd haben auch eine Hymne erhalten mit dem Lied «Gross sii» der Oltner Band Laika. «So vöu wiiti ond das so nöch, New York City ond das be öis» singen sie, bevor der neue Kantonsbaumeister Guido Keune in seinem «Uferpark-Moment» Hermann Hesse zitiert: «Wenn wir einen Menschen glücklicher und heiterer machen können, so sollten wir es in jedem Fall tun, mag er uns darum bitten oder nicht.»

Nach unzähligen Fotos zum Eröffnungsfest und zur baulichen Entwicklung folgt im Buch ein Bericht von Claudia Moll, geschrieben für die Architekturzeitschrift «Hochparterre». Sie beschreibt den Park als «grünes Rückgrat einer tief greifenden Transformation, die das Gelände der ehemals grössten Produktionsstätte für Cellulose der Schweiz zurzeit durchläuft». Beeindruckt zeigt sie sich von der Verwandlung der Kläranlage zur begehbaren Skulptur. Es folgen Kapitel mit der Geschichte des Areals, den planerischen Arbeiten sowie Beschreibungen des Rückbaus, des Baus der neuen Erschliessung oder der Aaretreppe. Auch die begehbare Skulptur in der Kläranlage, der Uferweg oder die Kantine 1881 werden im Buch mit Bildern und Texten vorgestellt.