Gerlafingen

Minigolf statt Langeweile: Hier lassen sich Corona-Zwangsferien sinnvoll bestreiten

Die Minigolfanlage in Gerlafingen schwimmt gegen den Strom: Wegen der Corona-Zwangsferien öffnet sie drei Stunden früher, um 14 Uhr.

Hans Peter Schläfli
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Ein Minigolf-Spiel an der frischen Luft?

Ein Minigolf-Spiel an der frischen Luft?

zvg

Es gibt unverwechselbare Anzeichen für das Frühlingserwachen: Wenn sich die Schildkröten aus der Erde herausgraben und zum ersten Mal im neuen Jahr ihre Beine an der Sonne ausstrecken – und natürlich wenn im Gerlafinger Eichholz die Minigolfanlage wieder aufgeht, wie am vergangenen Samstag. Dann hat definitiv der Frühling begonnen.

Es ist wie immer, aber nur fast: Beim Eingang steht dieses Jahr eine Flasche Desinfektionsmittel, das nach Eukalyptus riecht, und Sophie Hölschermann desinfiziert sorgfältig jeden Schläger, bevor sie diesen der Kundschaft aushändigt. Die ersten Gäste des neuen Jahres sind Michelle Hinz und Diego Egolf aus Schüren. «Wir kommen oft und haben im Internet nachgeschaut und uns gefreut, als wir lasen, dass die Anlage heute wieder aufgeht», sagt Michelle Hinz. Diego Egolf ergänzt: «Es ist schön und gemütlich hier. Das Corona-Virus ist mir egal. Das Leben muss weitergehen. Wer Angst hat, kann zu Hause bleiben.»

Es geht wieder los: Die beiden langjährigen Mitarbeiterinnen des Kiosks, Heidi Mühlemann und Sophie Hölschermann, freuen sich zusammen mit Kai Lödding, dem Präsidenten des Minigolfclubs Eichholz.

Es geht wieder los: Die beiden langjährigen Mitarbeiterinnen des Kiosks, Heidi Mühlemann und Sophie Hölschermann, freuen sich zusammen mit Kai Lödding, dem Präsidenten des Minigolfclubs Eichholz.

Hans Peter Schläfli

Die Bahn ist perfekt im Schuss

Am Freitagabend hatte der Bademeister noch die letzten kleinen Risse weggeschliffen und die Bahn lackiert. Das freut die Mitglieder des Minigolfclubs Eichholz ganz besonders, allen voran ihren Präsidenten Kai Lödding: «Wir habe eine wunderbare Anlage. Es ist schön, sich wieder regelmässig beim Minigolf zu treffen. Wir haben es gut zusammen, und das vermisst man im Winter schon ein wenig.» Die Trainings des MC Eichholz finden immer am Dienstagabend statt und Interessierte sind willkommen. «Wir stören uns auch nicht an den Hobbyspielern. Unser Training geht reibungslos neben den anderen Besuchern vorbei», sagt Lödding.

Fünfmal in Serie ist Lödding mit dem Team MC Eichholz Schweizer Meister geworden. «Und vorher wurden wir schon sieben Mal Zweiter», sagt der Vereinspräsident mit einem Lachen. Er spielt seit 2002 ernsthaft Minigolf und bestreitet Turniere. Das Palmarès ist beeindruckend: Je zweimal Schweizer Meister bei den Schülern und den Junioren, Bronze mit der Mannschaft an einer Jugend-WM und mit der Elite an einer Europameisterschaft und letztes Jahr sogar Bronze mit dem MC Eichholz an den Weltmeisterschaften in China.

Eigentlich wollte Kai Lödding dieses Wochenende in Tschechien an einem 24-Stunden-Indoormarathon spielen, aber das Turnier wurde abgesagt. Das Corona-Virus hat also auch beim Minigolf zugeschlagen. An der frischen Luft, so hofft er, werde das Hobby aber nicht verboten.

Als das Thema auf das unsägliche Virus fällt, sucht Sophie Hölschermann, die den Kiosk führt, das Gespräch mit Rolf Hager, dem Präsidenten des Zweckverbandes Schwimmbad Eichholz, dem auch die Minigolfanlage untersteht. Sie bekommt gute Nachrichten: «Wir dürfen ab sofort den Ferienbetrieb aufnehmen und bereits um 14 Uhr öffnen.» Hölschermann findet, dass es für Kinder aus der Umgebung besser ist, an der frischen Luft Minigolf zu spielen, als den ganzen Tag zu Hause gelangweilt herumzusitzen und die Eltern zu nerven.

Das findet auch Rolf Hager, der Präsident des Zweckverbandes, dem die sechs Gemeinden Gerlafingen, Derendingen, Biberist, Obergerlafingen, Halten und Kriegstetten angehören. «Minigolf ist für uns ein wichtiger Bereich, und wir investieren jedes Jahr in den Unterhalt. Wir haben eine der schönsten Anlagen der Schweiz, und das soll auch in Zukunft so bleiben.» Zudem sei die Minigolfanlage bei den Leuten weitherum sehr beliebt und finanziell selbsttragend, sagt Hager. «Es ist eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung für die ganze Familie.» Man werde nun die Regeln des Bundes respektieren und höchstens 50 Personen gleichzeitig auf die Anlage lassen.