Festivals

Openairveranstalter: «Hundertprozentige Sicherheit kann niemand garantieren»

Auch die Solothurner Openairs und Festivals erhöhen ihre Sicherheitsvorkehrungen.

Natalie Joray
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Bei so vielen Leuten braucht es auch viele Sicherheitskräfte. Hier 2014 am Openair Etziken.

Bei so vielen Leuten braucht es auch viele Sicherheitskräfte. Hier 2014 am Openair Etziken.

Hans Ulrich Mülchi

Nach dem Anschlag in Manchester stocken auch die hiesigen Konzerthallen und Festivalbetreiber ihre Sicherheitsvorkehrungen auf. So kurzfristig wie beim Guns n' Roses Konzert im Zürcher Letzigrund werden aber die Solothurner Festivalveranstalter ihre Sicherheitsvorkehrungen nicht ändern können. Hier ist man etwas gelassener: Die Openairs in Etziken und Kestenholz werden in Sache Sicherheit zwar gründlicher vorgehen, aber grosse Veränderungen im Sicherheitskonzept gibt es nicht.

«Wir haben schon vorher Taschenkontrollen durchgeführt, das wird sich nicht verändern», erklärt Yves Ammann, Medienverantwortlicher des Openair Etziken. Beschränkungen bei der Grösse von Taschen wird es keine geben. Zudem haben sich die Richtlinien der verbotenen Gegenstände nicht geändert: «Pro Person darf nicht mehr als eine PET-Flasche mit Mineralwasser mitgenommen werden und die Sonnenschirme dürfen nicht mehr als zwei Meter Durchmesser haben», so Ammann. Weitere verbotene Gegenstände sind auf der Website des Openairs aufgeführt, dazu gehören unter anderem Selfiesticks, Megafone und Waffen aller Art.

«Wir haben beim Sicherheitspersonal aufgestockt, das hat aber nichts mit den vergangenen Ereignissen zu tun», erklärt Ammann, «wir haben aber mehr Patrouillen.» Im Detail will er aber keine Auskunft über die zusätzlichen Sicherheitsvorkehrungen auf dem Openairgelände geben.

Wartezeit ist nicht zu vermeiden

Bei St. Peter at Sunset ist man etwas strenger: «In den letzten Jahren hat sich einiges verändert», sagt Roland Suter, der Chef des Festivals. «Bei der Zufahrt zum Festivalgelände wird es nicht möglich sein, mit einem Lastwagen durch zu fahren, sicher wird es auch mehr Kontrollen beim Eingang des Geländes geben.» Es sollen alle grösseren Taschen geprüft werden, um die Sicherheit gewährleisten zu können. Dieses Jahr wird das konsequenter getan als zuvor.

Die Veranstalter hoffen, dass sich die Wartezeit dadurch nicht verlängern wird, «Wir wollen es aber trotzdem gründlich machen.» Ob und wie lange die Wartezeiten durch die Kontrolle verlängern, ist noch nicht klar: «Am Abend, an dem Zucchero auftritt, wird es aber nicht zu vermeiden sein. Darum ist auch die Türöffnung fast vier Stunden vor dem Anfang des Konzertes. So sollen die Zuschauer nicht alle gleichzeitig kommen, sondern in gestaffelten Gruppen.

Die Organisatoren sind aber auch auf die Besucher angewiesen: «Wir empfehlen den Gästen, möglichst keine Taschen mitzunehmen«, so Suter. «Wenn sie grösser als Bauchtaschen sind, sind wir gezwungen, sie zu durchsuchen.» Das wiederum verlängert die Wartezeit.

Auch in Kestenholz wird es mehr Sicherheitskontrollen geben. Zudem werden die privaten Sicherheitskräfte des Festivals eng mit der Kantonspolizei zusammenarbeiten. «Die Polizei wird uns auch sagen, was zu tun ist.» Um das Gelände herum werden zudem Kameras installiert sein. «Hundertprozentige Sicherheit kann man nie garantieren, wir werden aber alles Menschenmögliche unternehmen, um die höchstmögliche Sicherheit zu gewährleisten.»