Günsberg

Premiere in Coronakrise: Zum ersten Mal malte sie in Schwarz und Weiss

Johanna Borners Bilderserie «Corona» zeigt eine neue Seite der Günsberger Künstlerin. Noch nie zuvor malte sie in schwarz-weiss.

Drucken
Teilen
Johanna Borner zu diesem Werk: «Wolken ziehen übers Land. Es wird dunkel. Aber der Mensch weiss: Wolken verschwinden wieder.»

Johanna Borner zu diesem Werk: «Wolken ziehen übers Land. Es wird dunkel. Aber der Mensch weiss: Wolken verschwinden wieder.»

Johanna Borner

Am Rande von Günsberg lebt und arbeitet Johanna Borner, hier hat sie den Lockdown verbracht. Malend. Sinnierend. Schreibend. Hervorgegangen aus den Monaten des Rückzugs ist die Serie «Corona», die 14 Bilder umfasst.

Zur Person Johanna Borner hat 29 Jahre lang an der Kantonsschule Solothurn Zeichnen unterrichtet. Sie ist Trägerin des Kulturpreises Günsberg. Im Jahr 2016 hat ihr der Kanton Solothurn den Anerkennungspreis für ihr vielfältiges kulturelles Schaffen verliehen. (mgt)

Zur Person Johanna Borner hat 29 Jahre lang an der Kantonsschule Solothurn Zeichnen unterrichtet. Sie ist Trägerin des Kulturpreises Günsberg. Im Jahr 2016 hat ihr der Kanton Solothurn den Anerkennungspreis für ihr vielfältiges kulturelles Schaffen verliehen. (mgt)

Vanessa Simili

Ihr gehe es um die Bilder, nicht um ihre Person, betont sie. Und darum, einen Einblick in das zu geben, was ihr während dieser besonderen Zeit «entgegengekommen ist», wie sie sagt.

«Ich habe noch nie in Schwarz-Weiss gemalt», sagt sie und betrachtet das erste Bild der Serie. Weisse Wolken auf schwarzem Grund, im Vordergrund des Bildes, genauer am rechten Rand, eine Menschenfigur mit gesenktem Haupt. Schwarz, nur in der Silhouette erkennbar, als wäre es ein Schatten. Und die Spuren eines weissen Stifts. Sie schreibt dazu: «Wolken ziehen übers Land. Es wird dunkel. Aber der Mensch weiss: Wolken verschwinden wieder. Der blaue Himmel wird wieder sich zeigen. Die Sonne schickt wieder ihr Licht und ihre Wärme. Die Sterne erzählen Geschichten. Deshalb soll der Mensch nicht in Traurigkeit oder Depression versinken, sondern geduldig warten, still werden, in sich hinein lauschen.»

Bild Nummer drei der Serie zeigt einen Leuchtturm der bei Wind und Wetter wacht und den Menschen in Not den Weg weisen will.

Johanna Borner

Das Schneeglöcklein (Bild Nummer 4) lacht unbekümmert in die Welt und Bild Nummer 5 mit dem Titel «Der Vollmond» schlendert über die Welt, durch die Nacht. In Bild Nummer 8 (Die Bäume blühen) thematisiert Johanna Borner dann das Eingesperrtsein der Menschen, während eine Schnecke unbekümmert auf der menschenleeren Strasse dahinspaziert und ihr Zuhause mit sich trägt.

Die Menschen sind eingesperrt, während die Schnecke unbekümmert über die Strasse kriecht.

Die Menschen sind eingesperrt, während die Schnecke unbekümmert über die Strasse kriecht.

Thomas Ulrich

Die ganze Serie scheint eine Dramaturgie zu haben, die sich auf das vorletzte Bild, die Nummer 13, zubewegt: Blautöne, Bewegung und eine abstrakte Figur in Weiss, die im Umriss teilweise an eine sitzende, sich zurücklehnende Frau erinnert. Im Weiss ihres angedeuteten Kleids verblassende Buchstaben: «Corona 20» ist zu erkennen. «Der positive Geist überlebt das Chaos», so der Text dazu. Den Abschluss macht dann das Bild Nr. 14, in dem Borner den Dank an die Mitmenschen richtet, die in der Coronakrise Grosses geleistet haben. (vs/rm)

zvg