Biberist

Schulanlagen werden für rund 30 Millionen Franken saniert

Zurzeit laufen in Biberist die Sanierungen des Bleichemattschulhauses und des Bezirksschulhauses parallel. Seit 2009 wurden knapp 30 Millionen Franken investiert.

Rahel Meier
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Umbau des Schulhauses Bleichenmatt in Biberist
17 Bilder
 Auch im Eingangsbereich werden Arbeiten ausgeführt
 Letzte Einstellungsarbeiten am Lift im Bleichemattschulhaus.
 Eine farbige Toilette entsteht
 Es sind noch nicht alle Leitungen verlegt
 Räume für den zukünftigen Kinderhort
 Räume für den zukünftigen Kinderhort
 Ein neues Schulzimmer entsteht
 Es gibt noch viel zu tun
 Es gibt noch viel zu tun
 In der Turnhalle werden Gerüste hochgezogen
 In der Turnhalle werden Gerüste hochgezogen
 Die neuen Fensterrahmen für die Turnhalle
 Die Alten Boiler im Turnhallengebäude werden herausgerissen
 Alten Radiatoren der Turnhalle landen in der Mulde

Umbau des Schulhauses Bleichenmatt in Biberist

Hanspeter Bärtschi

2008 wurde die Kommission für Schulraumplanung (KSRP) vom Gemeinderat eingesetzt. Ihr Auftrag: Die Sanierung der Schulbauten nach der Vorgabe des Gemeinderates vorbereiten und begleiten. Seither wurden das Mühlemattschulhaus und die alte Turnhalle saniert; die Sporthalle im Bleichemattareal und der Pavillon an der Bernstrasse neu gebaut.

Die Sanierung des Bleichemattschulhauses ist in vollem Gang und die Sanierung des Bezirksschulhauses startet jetzt. Knapp 30 Mio. Franken wurden seit 2009 in die Schulanlagen investiert. Beat Affolter war von Beginn weg in der Kommission dabei und hat 2011 das Präsidium übernommen. Er weiss, dass es nicht immer einfach ist, Wünsche und deren Finanzierung unter einen Hut zu bringen.

Unterschiedlicher Zustand

In Biberist gibt es mehrere Schulgebäude. Mit den Sanierungen und den Umbauten wurde versucht die räumliche Situation zu verbessern. So konzentriert sich die Gemeindeschule im Bleichematt und im Mühlematt und die Kreisschule Biberist-Lohn-Ammannsegg an der Bernstrasse. Die Kindergärten sind dezentral angesiedelt.

Kindergärten

Einfach-Kindergarten im Grütt – sanierungsbedürftig; 
Dreifach-Kindergarten in der Bleichematt – ein Raum wird von der Spielgruppe benutzt; 
Zweifach-Kindergarten im Fällimoos; 
Zweifach-Kindergarten im Egelmoos – kann heute nur für eine Klasse genutzt werden; 
Kindergarten im Unteren Schulhaus – Provisorium.

Gemeindeschule

1. und 2. Klasse im Bleichematt – Teilsanierung ist im Gang;
3., 4., 5. und 6. Klasse im Mühlematt Teilsanierung ist abgeschlossen.

Kreisschule

Oberes Schulhaus – Sanierung ausstehend; 
Bezirksschulhaus – Teilsanierung ist gestartet; 
Werkschulhaus – Sanierung ausstehend; 
Pavillon – Neubau.

Nebengebäude

alte Turnhalle (für Musikunterricht und als Aula genutzt) – Sanierung ist abgeschlossen;
Sporthalle – Neubau;
Unteres Schulhaus – Sanierung ausstehend. (rm)

Tatsächlich hatten Schulraumbauten und Schulraumsanierungen in Biberist bis 2009 einen schweren Stand. Von 1973 bis 1994 wurden vier Neubauprojekte abgelehnt. Die Wende kam mit der «Salametti»-Taktik des damaligen Gemeindepräsidenten Martin Blaser. Nicht «Salami» und Scheibchen um Scheibchen, sondern eben «Salametti um Salametti», in sich abgeschlossene Einzelprojekte, wurden der Bevölkerung ab da vorgelegt.

Dies war auch nötig, weil der Gemeinderat erkannt hatte, dass die Schulhäuser nicht nur mit dem Pinsel saniert werden können, sondern tiefergreifende Massnahmen nötig sind, um die Substanz der Gebäude zu erhalten. «Die Massnahmen, die bis vor zehn Jahren als Sanierung deklariert wurden, sind eigentlich Unterhaltsarbeiten. Die bisher gemachten Arbeiten sind als Teilsanierungen zu verstehen und nicht als Gesamtsanierungen», meint denn auch Beat Affolter.

So habe man in den ersten Sanierungskonzepten die Werke, Wasser, Abwasser, aber auch die Heizungen oder die ganzen elektrischen Leitungen aus den Arbeiten ausgeklammert. Die Dachkonstruktionen wurden ebenfalls nirgends angetastet. «Dementsprechend tief waren die Beträge, die man ausgeben wollte.»

Wunschkonzert nimmt zu

Je intensiver sich die KSRP mit der Sanierung eines Schulgebäudes beschäftigte, desto länger wurde jeweils die Liste der Wünsche, aber auch der Notwendigkeiten. Entsprechend der geänderten Vorschriften kam der Aspekt der Erdbebensicherheit dazu. «Wichtig ist heute zudem die Sanierung von Schadstoffen.»

Grossen Einfluss hat weiter der heutige Schulbetrieb, in dem sich die Bedürfnisse stark verändert haben. Gruppenräume, Heilpädagogik, neue Unterrichtsformen, Fremdsprachen, IT-Unterricht: Das braucht andere räumliche Strukturen.
«Der Finanzen wegen mussten wir uns immer wieder einschränken», so Beat Affolter.

So passierte es, dass man bei der Sanierung des Mühlemattschulhauses die alten Leuchten wieder montieren wollte. «Während der Bauarbeiten mussten wir einsehen, dass dies einfach nicht mehr geht.» Aus Spargründen wurde die Küche in der Alten Turnhalle gestrichen. Das werde nun nachgeholt, weil es sich in der Praxis zeigte, dass eine gewisse Infrastruktur nötig ist. «Es ist nicht immer alles gut gelaufen», meint Beat Affolter selbstkritisch.

Die KSRP habe immer versucht, mit dem zur Verfügung stehenden Geld das Bestmögliche herauszuholen. «Aber wir hatten Vorgaben. Einerseits vom Gemeinderat und dann auch vom Souverän, der die Gelder ja ebenfalls bewilligen musste.» Mit viel Engagement sei es gelungen, die Kreditvorgaben einzuhalten, teilweise gar zu unterschreiten. «Schwierigkeiten haben wir nur, wenn erwartet wird, dass wir Sachen finanzieren, die nicht im Kredit enthalten sind.»

Kommission braucht Vorlauf

Zu schaffen macht der KSRP in ihrer Planung auch, dass sie in aller Regel rund zwei Jahre vor Baustart mit der Arbeit beginnt. Wenn sich in der Zwischenzeit die Anforderungen verändern, ist das nicht immer einfach. Als jüngstes Beispiel nennt Affolter die Tagesstrukturen, die ins Bleichematt einziehen sollen. «Wir haben dort extra Platz geschaffen. Nun wurde uns vorgeworfen, dass die Räumlichkeiten nicht optimal sind, weil sie sich über drei Stockwerke erstrecken.»

Ebenso wurde in der Zwischenzeit beschlossen, dass die Schulleiter ein Büro vor Ort haben müssen. Nun gebe es in neuen Schulhäusern schon wieder die ersten Notlösungen.
Seit einem Jahr hat die KSRP mehr Unterstützung vonseiten der Bauverwaltung. «Da holen wir uns Fachwissen.» Die heutige Arbeitsweise habe sich bewährt. Die Gesamtverantwortung habe die KSRP und vor Ort liege sie bei den beauftragten Architekten. Bauverwaltung und KSRP seien für die Bauherrenbegleitung zuständig.

Obwohl die Arbeit in der KSRP nicht immer einfach war, sind viele der Mitglieder der Kommission seit vielen Jahren dabei. «Wir haben gemeinsam einen Lernprozess durchgemacht.» So wisse man heute, dass eine Gesamtsanierung mehr Sinn mache, als eine Teilsanierung, mit der man Arbeiten nur aufschiebe.

Beat Affolter kämpft zudem immer darum, dass die Gemeinde genug Geld in den Unterhalt ihrer Liegenschaften steckt. Auch ein neu saniertes Gebäude müsse unterhalten werden. Schiebe man Unterhaltsarbeiten auf, dann würden sie plötzlich zum Notfall und ziehen einen sehr viel teureren Nachtragskredit nach sich.

Gesamtplanung ist gefragt

Weitere Arbeitsgruppe einsetzen

Von 2003 bis Ende 2007 gab es in Biberist die Kommission für Schulentwicklung (KSE). Nachdem sie aufgelöst wurde, hat der Gemeinderat die KSRP (Kommission für Schulraumplanung) eingesetzt, die die Um- und Neubauten für und rund um die Schule vorbereitet und begleitet hat.

Der Gemeinderat hat nun aber festgestellt, dass das nicht reicht. «Wir müssen nicht nur die Entwicklung der Schulbauten planen, wir müssen uns ganz gezielt fragen, wie wir weitere Bereiche der Einwohnergemeinde organisieren wollen», erklärt Gemeindepräsident Stefan Hug-Portmann die Beweggründe. Ausgelöst wurde die Diskussion unter anderem wegen der Sanierung des Werkschulhauses, die noch aussteht. Im Werkschulhaus ergeben sich Nutzungskonflikte zwischen der Schule, der Feuerwehr und dem Militär. Feuerwehr und Werkhof brauchen zudem mehr Platz. Auch die Wasserversorgung sei ein Thema, so Hug. «Bleiben wir weiterhin alleine oder schliessen wir uns mit einer anderen Wasserversorgung zusammen?». Diskutiert wird zudem über die Sanierung der Kindergärten und deren Standorte. Die KSRP hatte den Antrag gestellt, dass ein externer Berater beigezogen werden soll, der aufzeigt, welche Nutzungen in den Bauten am besten geeignet wären, wie sich die Schülerzahlen entwickeln, welche Kindergartenstandorte sinnvoll wären und wie sich die Sanierungen finanziell darstellen und auswirken.

«Viele dieser Fragen haben eine klare strategische Bedeutung», so Hug. Deshalb mache es Sinn, neben der KSRP, die sich weiterhin um die Sanierung der Schulbauten kümmern soll, eine Arbeitsgruppe einzusetzen, die sich um die Entwicklung aller Gemeindeliegenschaften kümmert. In dieser sollen Gemeinderatsmitglieder mitarbeiten, da es darum gehe Strategien zu entwickeln und schliesslich politische Entscheide zu fällen. (rm)