Schulverband Bucheggberg
Die Arbeiten rund um die schulergänzende Kinderbetreuung lösen grundlegende Fragen aus

Was darf die schulergänzende Kinderbetreuung die Gemeinden und die Eltern kosten? Müssen die heute bestehenden Schulbauten deswegen erweitert werden? Welche zusätzlichen Schulraumbedürfnisse hat die Schule sonst auch noch?

Rahel Meier Jetzt kommentieren
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Die Zahl der Plätze am Mittagstisch in Messen ist heute beschränkt.

Die Zahl der Plätze am Mittagstisch in Messen ist heute beschränkt.

Hanspeter Bärtschi

Im letzten Frühling haben die Delegierten den Vorstand des Schulverbandes Bucheggberg damit beauftragt, die Einführung der schulergänzenden Kinderbetreuung vorzubereiten. Eine sechsköpfige Arbeitsgruppe hat sich der Sache angenommen. Am Donnerstag wurden den Delegierten und den Ersatzdelegierten die Ergebnisse präsentiert.

Pilotprojekt in Dauerlösung überführen

An den drei Schulstandorten in Lüterkofen-Ichertswil, in Messen und in Schnottwil gibt es heute bereits einen Mittagstisch. In Messen ist zusätzliche eine Nachmittagsbetreuung möglich. Diese Angebote laufen aber bis heute als Pilotprojekt und sollen nun legalisiert werden. Das wäre ein historischer Schritt, meinte Schulverbandspräsidentin Verena Meyer an der ausserordentlichen Delegiertenversammlung.

«Heute sollen keine Entschiede gefasst werden. Es geht darum zu informieren und eure Meinung abzuholen», erklärte Meyer.

«Wir möchten euch von einer zeitgemässen Sache überzeugen und hoffen, dass ihr danach wie die fleissigen Bienen in die Dörfer ausschwärmt und die Eltern und die Gemeinderäte von dieser Sache überzeugt.»

Um die schulergänzende Kinderbetreuung einzuführen, braucht es eine Anpassung der Statuten, die in allen Verbandsgemeinden genehmigt werden muss. Für die Genehmigung des neuen Reglementes ist die Delegiertenversammlung zuständig.

Einführung bleibt weiterhin freiwillig

Auch wenn Statuten und Reglement genehmigt werden, heisst dies nicht, dass die Betreuung überall eingeführt werden muss. Sie bleibt freiwillig. Je nach Standort können die Angebote an die Nachfrage angepasst werden. Konkret wurde vorgeschlagen, die Betreuung während den Schulwochen an mindestens zwei und höchstens vier Tagen pro Woche anzubieten. Standortspezifisch können weiterhin zusätzliche Dienstleistungen, wie Aufgabenhilfe, Sport oder Chorsingen dazukommen.

Diverse Kostenmodelle gerechnet

Arbeitsgruppenmitglied Thomas Stutz erklärte die Kostenmodelle, die gerechnet wurde. Dabei zeigte sich, dass die Nettokosten stark von der Anzahl der betreuten Kinder und Jugendlichen abhängen. Klar ist auch, dass die Einführung der schulergänzenden Kinderbetreuung jährliche Kosten für die Verbandsgemeinden nach sich zieht, denn die Betreuung würde nicht kostendeckend ausgestaltet.

Die Arbeitsgruppe denkt weiter

Die Bereitstellung der notwendigen räumlichen Infrastruktur an den drei Schulstandorten soll durch den Vorstand des Schulverbandes erfolgen. In Lüterkofen-Ichertswil müsste das Schulhaus aufgestockt werden. Damit würde gleichzeitig zusätzlicher Schulraum geschaffen. Auch in Messen könnten zusätzliche Räume geschaffen werden. Dies wäre mit einem Anbau und der Umorganisation der Schulhäuser möglich. Die schulergänzende Tagesstruktur könnte danach im heutigen Kindergarten Stähliweg untergebracht werden.

Für diese Ausbauten wird vorsichtig mit Investitionskosten von 5 Mio. Franken gerechnet. Verena Meyer meint dazu:

«Wir sind in der Arbeitsgruppe allerdings der Meinung, dass wir nicht nur analysieren sollten, wo wir Räumlichkeiten für die Kinderbetreuung ansiedeln können. Wir haben nämlich festgestellt, dass auch sonst eine grundsätzliche Knappheit an Spezialräumen besteht. Vor allem in Messen.»

Die Gemeinde Schnottwil hat beim Vorstand einen Antrag eingereicht, der in eine ähnliche Richtung geht und eine tiefergehende Analyse der Gesamtsituation verlangt, bevor Neuinvestitionen in Infrastrukturen ausgelöst werden.

Strukturen gesamthaft überprüfen

Der Schulverband Buchegg funktioniert nun seit zwölf Jahren. In dieser Zeit ist die Bevölkerung im ganzen Bezirk gewachsen. Die Frage, ob die heutige Aufteilung der Klassen auf die Schulhäuser immer noch die richtige sei, solle dabei ebenfalls beantwortet werden.

«Wir denken, dass es Sinn macht, die gesamten Strukturen zu überprüfen. Bei der Überprüfung soll der Fächer ganz weit geöffnet werden.»

Die Überprüfung solle einem externen Büro übergeben werden.

Inputs der Delegierten aufgenommen

In eingestreuten Frage- und Diskussionsrunden äusserten die Delegierten ihre Meinung. Diskussionen ergaben sich vor allem zu den Kosten für den Mittagstisch, die mit dem Betrag von zehn Franken als zu günstig eingestuft wurden. Zudem wurde die Frage gestellt, ob man die Nachmittagsbetreuung nicht an fünf Tagen anbieten solle. «Die Umsetzung ist ja freiwillig. Es ist eine Kann-Formulierung.»

In einem waren sich die Anwesenden einig. Die Eltern brauchen eine Gewissheit über die Weiterführung der Betreuung, um ihre künftige Arbeitstätigkeit planen zu können. Mit dem neuen Reglement würde der Übergang gesichert. Dort steht nämlich: Solange die notwendigen baulichen Infrastrukturen nicht zur Verfügung stehen, findet die Kinderbetreuung im Rahmen der bisherigen Pilotbetriebe statt.

Diskussion in den Gemeinden

Dem Informationsabend folgen nun die Diskussionen in den Verbandsgemeinden. Allfällige Anträge aus den Gemeinden werden von der Arbeitsgruppe geprüft und je nachdem aufgenommen. Ende April soll an der Delegiertenversammlung des Schulverbandes über das Reglement entschieden werden. Für die Anpassung der Statuten haben die Gemeinden dann Zeit bis Ende Jahr. Verena Meyer machte deutlich:

«Es sind keine Schnellschüsse nötig. Wir können das schrittweise angehen und jeden Punkt einzeln abhandeln. Der erste und wichtigste Schritt ist die Genehmigung des Reglementes»

Die Arbeitsgruppe hat zudem ein Argumentarium erstellt, das die Delegierten in Diskussionen mit der Bevölkerung nützen können.

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