Gemeindeverband

Seit 50 Jahren behalten sie gemeinsam den Limpach im Auge

Der bikantonale Gemeindeverband Limpachtal besteht seit 50 Jahren. Auf eine Feier wird jedoch wegen Corona verzichtet.

Gundi Klemm
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Blick von Unterramsern quer übers Limpachtal. (Archiv)

Blick von Unterramsern quer übers Limpachtal. (Archiv)

Hanspeter Bärtschi

Seit einem halben Jahrhundert kümmert sich der Gemeindeverband Limpachtal um das 16 Kilometer lange Flüsschen, das im Wengi-Moos entspringt und in die Emme mündet. Der Limpachkanal durchquert sowohl Solothurner als auch Berner Kantonsgebiet. Er entwässert das früher teils feuchte Limpachtal, indem es zuführende Gräben und Bäche aufnimmt und der Landwirtschaft in trockenen Zeiten als Wasserquelle dient. Der kanalähnlich begradigte Lauf bedarf dauerhafter Wartung.

So müssen laufend Auflandungen am Limpach-Bord entfernt, das Gerinne von üppigem Pflanzenwuchs gereinigt, Erosion verhindert, Ränder gemäht, Hecken geschnitten und gute Bedingungen für Fische geschaffen werden. Im laufenden Instandstellungsprojekt, das von Planer Peter Röthlisberger begleitet wird, wurden bereits auf drei Kilometern die Ladenböden ersetzt.

«Es handelt sich um keinen wahnsinnigen Eingriff in die Natur. Denn das Gerinne ist schon wieder in dem Bereich bewachsen», betonte Präsident Andreas Schluep an der 50. Abgeordnetenversammlung. Zudem seien vom Kantonalamt vorgeschriebene Fischkästen und Querhölzer, um das Geschiebe festzuhalten, im Ladenboden eingebaut worden.

Zwei Vorhaben sind vorrangig

Wichtig sind nun zwei Revitalisierungsvorhaben, die die letzten rund 1400 Meter am Limpach-Unterlauf vor der Emme-Einmündung und rund 1300 Meter von der Balmbrücke aufwärts bis fast ins Quellgebiet betreffen. Planer Röthlisberger erläuterte, wie im Bätterkinder Ortsteil Kräiligen der Gewässerraum auf rund 35 Meter für mögliche Hochwasser erweitert wird. Zugrunde liegen Berechnungen zur Abflusskapazität. Gespräche mit den betroffenen Grundeigentümern sind ab sofort geplant.

Danach trifft der Verband den Kreditbeschluss und legt das Projekt öffentlich auf. Für die Realisierung konnte der Versammlung noch kein genauer Termin genannt werden. Gemahnt wurde aus der Mitte der Delegierten, dass «wir den Limpach gemeinsam im Auge behalten und auch den Ersatz der Ladenböden weiterführen müssen».

Reserven für Sanierungen anlegen

Die Rechnung 2019 schliesst mit einem Ertragsüberschuss von 116'000 Franken. Budgetiert waren 48'000 Franken. Jessica Jau (Finanzverwaltung Fraubrunnen) erläuterte alle Abweichungen in der 233'000 Franken umfassenden Erfolgsrechnung. Das Eigenkapital des Verbandes beträgt 488'000 Franken. Investiert wurde für 20'000 Franken. «Das letztjährig gute Wetter machte etliche Arbeiten günstiger», kommentierte Schluep. Situationsbedingt habe der Verband weniger gebraucht und könne mit Überschüssen die Reserven für kommende Sanierungen vergrössern.

Das Budget 2020 beziffert den Unterhalt am Kanal mit 125'000 Franken. Für den Planungskredit Sanierung Ladenböden und Revitaliserung sind 28'000 Franken eingerechnet. Der Gesamtkredit Ladenboden umfasst 1,2 Mio., wovon im laufenden Jahr 435'000 Franken veranschlagt sind. Die Kostenschätzung für die beiden Revitalisierungen belaufen sich auf 1,4 Mio. Franken. Bern beteiligt sich an allen Arbeiten mit Zuschüssen in Höhe von 60 Prozent, Solothurn trägt 40 Prozent. Nicht verändert wurde der Gemeindebeitrag 2021, der sich für die sieben Gemeinden auf total 200'000 Franken beläuft.

Mit den beiden Jura-Gewässer-Korrekturen wurden in der Vergangenheit wichtige Bedingungen in Hydrologie und Wasserhaushalt geschaffen. Aktuell durch Absenkung des Grossen Mooses und weiterer Veränderungen im Umfeld der drei Seen wird eine Neubeurteilung nötig im neuen Verband Zukunft Drei-Seen-Land. Einstimmig sprach sich die Versammlung für eine offizielle Mitgliedschaft aus, weil das Limpachtal unmittelbar betroffen ist. Angeregt wurde, aktiv mitzuarbeiten und auch die Umweltorganisationen einzubinden.

Als neue Delegierte wurden Hans Aeschbacher (Bätterkinden) und Alfred Aeschlimann (Wengi) begrüsst. Als Vizepräsident amtet neu Adrian Hauert (Wengi).