Horriwil

Seniorenheim muss schliessen und das neue ist noch nicht bereit – was mit Bewohnern und Angestellten passiert

Als Ersatz für den Hof Obermatt in Horriwil ist ein neues Heim in Subingen geplant. Bezugsbereit ist dieses aber noch nicht. Das bedeutet, dass die Bewohner ein neues Daheim oder eine Übergangslösung finden müssen.

Rahel Meier
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Das Seniorenheim Hof Obermatt in Horriwil.

Das Seniorenheim Hof Obermatt in Horriwil.

Michel Lüthi/bilderwerft.ch

Das Seniorenheim Hof Obermatt in Horriwil wird Ende Februar geschlossen. Der bauliche Zustand des Hauses entspricht den heutigen Anforderungen für einen Heimbetrieb nicht mehr. Heute wird das Heim bereits mit einer Ausnahmebewilligung betrieben. Auch, weil es durch einen Neubau im Nachbardorf Subingen ersetzt werden soll. Erst gerade wurde in einem ersten Schritt die Änderung des Bauzonenplans in Subingen öffentlich aufgelegt. Damit soll eine Spezialzone für öffentliche Anlagen, Bauten und Heime geschaffen werden.

«Es ist richtig, dass wir das Seniorenheim in Horriwil weiterbetreiben könnten», erklärt Ralph Nowak (Leiter Immobilien Solviva AG). Die Solviva AG habe sich aber nach reiflichen Überlegungen dazu entschieden, das Heim zu schliessen, weil es nicht mehr zeitgemäss sei. «Die Sicherheit für unsere Bewohner geht vor.» Zudem sei auch nicht sicher, dass die Bewilligung verlängert werde, bis der Neubau in Subingen tatsächlich bezogen werden könne.

Allen Bewohnern und auch den Angestellten wird eine Anschluss- oder Zwischenlösung in einer anderen Institution der Solviva AG angeboten. Dazu gehört beispielsweise der «Sunnepark» in Grenchen.

Verträge werden unkompliziert aufgelöst

«Aktuell sind wir dabei, die Bewohner und ihre Angehörigen und Beistände über die Schliessung und ihre Möglichkeiten zu informieren», erklärt Ueli Kläy (Gesamtleitung, Solviva AG) auf Anfrage. Zurzeit leben noch rund 20 Personen im Hof Obermatt, der bei Vollbesetzung 27 Pensionärinnen und Pensionären Platz bieten würde. «Wir lösen die bestehenden Verträge mit unseren Bewohnern auf unkomplizierte Weise auf, wenn sie vor Ende Februar Platz in einem anderen Heim finden. Es gibt natürlich Leute, die in der Region bleiben möchten und sich deshalb in den Nachbardörfern umsehen», so Kläy. Wer in ein Heim der Solviva AG umziehe, bekomme den neuen Heimplatz zu den gleichen Konditionen wie heute in Horriwil.

Eine Gruppe von rund acht Senioren habe sich dazu entschieden, als Übergangslösung gemeinsam nach Reinach (AG) zu ziehen. Dort hat die Solviva ein modernes Heim mit 27 Plätzen, das letztes Jahr fertig gebaut wurde. «Diese Pensionäre möchten dann auch wieder gemeinsam in den Neubau in Subingen einziehen.» Ein Teil des Personals wechsle ebenfalls nach Reinach.

«Wir haben keine Kündigungen ausgesprochen», so Kläy. Er wisse aber, dass dieses Gerücht die Runde mache. «Es gibt allerdings Mitarbeitende, die uns verlassen.» Das habe verschiedene Gründe. Einer sei sicher, dass der Arbeitsweg für einige länger werde, wenn sie den Arbeitsplatz innerhalb der Solviva AG wechseln.

Die Gemeinde war vorinformiert

Die Gemeinde Horriwil wurde von der Solviva AG über die Schliessung des Heimes informiert. «Wir wissen über die baulichen Mängel des Hauses Bescheid», so Gemeindepräsident Martin Rüfenacht auf Anfrage. «Wir verlieren zwar Arbeitsplätze im Dorf. Aber Personal im Gesundheitswesen ist gesucht. Ich habe deshalb keine Angst um die Angestellten», so Rüfenacht weiter.

Für Horriwil sei wichtig, dass es für die Bewohner gute Lösungen gebe. Zudem stelle sich die Frage, was mit der Liegenschaft geschehe. Diese soll mittelfristig verkauft werden, erklärt man bei der Solviva AG.