Trotz Pandemie
Der Kulturausschuss Gerlafingen macht alles Nötige, um Anlässe durchzuführen

Der Kulturausschuss Gerlafingen konnte im letzten Jahr fast alle Veranstaltungen durchführen. Wegen den Massnahmen ist er zeitweilig in den Gemeindesaal gezügelt und aktualisiert nun ständig seine Sicherheitskonzepte. Das Programm für 2022 steht bereits.

Gundi Klemm
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Ein Highlight 2021 im Programm des Kulturausschusses war der Auftritt von Toni Vescoli. Hier eine Archivaufnahme von einem Konzert 2018 in Altdorf.

Ein Highlight 2021 im Programm des Kulturausschusses war der Auftritt von Toni Vescoli. Hier eine Archivaufnahme von einem Konzert 2018 in Altdorf.

Florian Arnold

«Im rückliegenden Jahr haben wir aus Pandemiegründen erst im Mai mit unserem Programm begonnen», berichtet Ruedi Bürki, der den bald 50-jährigen Kulturausschuss seit 2003 präsidiert. Fast alle Anlässe seien, wenn auch mit beschränkter Zuschauerzahl, durchgeführt worden, indem sie vereinzelt verschoben und nachgeholt wurden.

Zur Verfügung stand der Gemeindesaal im Alten Feuerwehrmagazin, der mehr Platz als der Kulturkeller für nötige Abstände unter den Besuchern bot. Etliche Veranstaltungen fanden ohne Konsumation statt, und ab September war der Eintritt nur noch mit Zertifikat möglich. «Wir haben unsere Konzepte laufend angepasst, und eine zweimalige Kontrolle bestätigte, dass wir alles richtig machten», erklärt Bürki.

Mit Newslettern und auf der Website informierten die zehn Kulturausschuss-Mitglieder bezüglich der Anpassungen laufend ihr Publikum, das sich laut Präsident solidarisch und verständnisvoll verhielt. Denn die Abonnemente, die nicht gekündigt wurden, seien der finanzielle «Grundstock» für alle Aktivitäten im Kulturausschuss. Für jährlich 13 Kulturveranstaltungen plus dem traditionellen Kerzenziehen wird er mit Subventionen von Gemeinde und Kanton im Umfang von rund 32'000 Franken unterstützt. Auch wenn die kantonale Defizitdeckung nur rückwirkend eingeholt werden kann, hoffen die Gerlafinger Kulturanbieter, die Krise bisher ohne starke Blessuren und Einbussen bewältigt zu haben.

«Unglaublich froh und dankbar ...»

Auch wenn das Publikum wegen der Pandemie in seiner Teilnahme vorsichtig, zögerlich und zurückhaltend reagierte, so waren die eingeladenen Künstlerinnen und Künstler, so spürte es der Kulturausschuss, «unglaublich froh und dankbar, endlich wieder auftreten zu können». Denn deren öffentliche Auftritte lagen manchmal mehrere Monate zurück, in denen überhaupt keine Einnahmen flossen.

Bürki erinnert beispielsweise an den Abend mit Liedermacher Toni Vescoli, der seine Freude über das Engagement mit vielen seiner von früher beliebten Evergreens zum Ausdruck brachte. «Manchmal mussten wir ganz kurzfristig über die Art der Durchführung entscheiden, was immer viel Arbeit für unser Team bedeutete», würdigt er dessen Einsätze in der Verlagerung von Technik und Möblierung aus dem Kulturkeller ins Feuerwehrmagazin. «Wie selbstverständlich hat jedes unserer Mitglieder seinen Job gemacht.» In seinem «Hirtenbrief» am Jahresende hat er dies als grosses und anerkennendes Merci an alle Mitarbeitenden, die ja alle als Freiwillige mitwirken, ausgedrückt.

Coronabedingt finden die ersten Veranstaltungen 2022 weiter im Feuerwehrmagazin und noch nicht im Kulturkeller statt. Für den Betrieb gilt weiterhin der Leitsatz seiner Teammitglieder: «Wir machen alles, was nötig ist, um unsere geplanten Anlässe fürs Publikum und für Künstlerinnen und Künstler zu ermöglichen.»

Das Programm 2022

Ohne den üblichen Besuch der Künstlerbörse in Thun ist die Programmgestaltung für 2022 durch Vorschläge aus dem Team entstanden. Heutige digitale Möglichkeiten eröffnen weite Horizonte. Die Kulturausschuss-Broschüre zum 49. Jahresprogramm zeigt wieder 13 Angebote, die allen Liebhabern der kleinen, feinen Kulturszene gefallen werden. Starten wird mit «Nachsitzen» am 14. Januar die Spoken-Word-Kabarettistin Patti Basler, die von Philippe Kuhn am Klavier begleitet wird. In einem satirischen Jahresrückblick lässt ein Quartett nach Erstaufführung anlässlich der Oltner Kabaretttage am 18. Februar die Schlagzeilen der letzten Zeit erneut lebendig werden. Am 11. März kommen Pedro Lenz und Christian Brantschen mit «Primitivo» bei ihrer aus der letzten Spielzeit verschobenen Vorstellung zum Zuge. Nicht verpassen darf man am 18. März die aus der Region stammende Musikgruppe (Rolf Hasler, Urs Jenni, Christian Feldmann, David Kummer) «Les Amis du Jura» mit ihren köstlichen Einfällen. Am 14. Mai gastiert wieder einmal die «Musique Simili» in Gerlafingen. Zu einem Gratisanlass für alle lädt der Kulturausschuss am 3. Juni zu «Jazz und Grill» mit der «Old Rivertown Jazzband». Mit «Wahrhalsig» beendet ein Abend mit Simon Enzler das Kulturhalbjahr. Mit genialen Programmhits dank Lisa Catena, der Gruppe «Supersiech» um Dülü Dubach, mit Ricklin & Schaub, Caroline Bungerroth, Dänu Wisler und Band sowie den «Rhythm Travellers» setzt sich die zweite Jahreshälfte unterhaltsam fort.