Lüsslingen-Grenchen
Schiesst hier ein Heckenschütze? Solothurner Stand-Up-Paddler fällt vor Schreck fast in die Aare

Ein Wassersportler war mit seinem SUP auf der Aare unterwegs, als ein lauter Knall ertönt. Der Mann glaubt an einen Heckenschützen und ergreift die Flucht. Die Kapo kann den Schützen aufspüren.

Online-Redaktion
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Vor Schreck fiel der Stand-Up-Paddler fast ins kalte Aarewasser: Ein Wassersportler hatte an einem der letzten warmen Herbsttage eine schockierendes Erlebnis, als er dachte, dass auf ihn geschossen würde.

Ein Stand-Up-Paddler auf dem Wasser.

Ein Stand-Up-Paddler auf dem Wasser.

Keystone

Was war passiert? Der SUPler glitt an jenem Montagnachmittag auf der Aare zwischen Lüsslingen und Grenchen dahin (dort ist dies nämlich erlaubt). Er geniesst die Stille im Naherholungsgebiet. Zu hören sind neben seinen Paddelschlägen nur Vögel im und am Wasser. Am Ufer eine Mutter, ihr kleines Kind auf einer Schaukel.

War es ein Heckenschütze?

Dann plötzlich zerreisst ein lauter Knall die Stille, ein Schuss. Der Paddler erschrickt, verliert beinahe das Gleichgewicht. Wer schiesst da? Woher? Auf wen? Der Paddler sieht, wie die Mutter mit dem Kind an der Hand verschwindet, ansonsten ist nichts zu sehen.

Der Paddler glaubt an einen Heckenschützen, der wahllos auf Menschen schiesst. Schnurstraks tritt er die Flucht zurück nach Lüssingen an. Er sei geschockt gewesen, so erzählt der Wassersportler später. Sofort habe er die Kantonspolizei Solothurn alarmiert und Anzeige erstattet.

Die Kapo ging der Sache nach, auch die Mutter hatte sich gemeldet. Eine Patrouille sei unverzüglich ausgerückt, so Mediensprecher Bruno Gribi gegenüber der «Sonntagzeitung», die als erstes über den Vorfall berichtet hat. Vor Ort habe man auch den mutmasslichen Schützen erwischt.

Enten: ja – Menschen: nein

Doch es handelte sich nicht etwa um einen Heckenschützen, der es auf Menschen abgesehen hätte. Sondern um einen Jäger, genauer einen Entenjäger. Mit Kollegen zusammen sei er an der Aare auf der Jagd nach Enten gewesen. Genaueres war von der Kapo nicht zu erfahren, da sich die Solothurner Staatsanwaltschaft der Angelegenheit angenommen hat.

Stockenten auf einem Ast an der Aare .

Stockenten auf einem Ast an der Aare .

Raphael Hünerfauth

Das Jagen von Stockenten, Tafelenten, Reiherenten und Blässhühner ist im Kanton Solothurn zwischen dem 1. September und 31. Dezember erlaubt. Allerdings nur von Jägern mit einem Fähigkeitsausweis und Jagdpass sowie einem geprüften Apportierhund. Auf Wasservögel darf nur mit Schrot und aus maximalen 35 Metern geschossen werden. Der Schütze muss jedoch stets sicherstellen, dass keine Personen gefährdet sind.