Gemeinden sorgen für Trockenheit vor – 2 Reservoire werden ersetzt

Die Bauarbeiten für die Reservoire in Schönenwerd und Stüsslingen gehen wie geplant voran. Die Gemeinden wollen, dass es auch künftig für trockene Phasen ausreichend Wasservorräte vorhanden sind.

Silvana Schreier
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Reservoir-Neubau "Föhren" in Schönenwerd. Die Anlage soll ab Frühjahr 2019 in Betrieb gehen.

Reservoir-Neubau "Föhren" in Schönenwerd. Die Anlage soll ab Frühjahr 2019 in Betrieb gehen.

Bruno Kissling

Die Hitzewelle in den vergangenen Wochen schürte die Angst vor einer Wasserknappheit. Auch im Niederamt. Damit künftig für trockene Phasen ausreichend Wasservorräte vorhanden sind, ersetzen drei Niederämter Gemeinden ihre maroden Anlagen mit neuen Wasserreservoiren.

In Schönenwerd fand der Spatenstich für das Reservoir «Föhren» mit einem Speichervolumen von 3000 Kubikmeter bereits im Oktober 2017 statt. Die Anlage kostet insgesamt rund 4,5 Millionen Franken. Bauherrin ist die Wasserversorgung unteres Niederamt, die durch die Gemeinden Schönenwerd und Gretzenbach getragen wird. Mittlerweile wurden etwa 4800 Quadratmeter Wald gerodet und die Wände der beiden Wasserkammern sind bereits betoniert worden. Die Decke der Anlage wird demnächst drauf gesetzt, sagt Jörg Amsler, Präsident der Wasserversorgung unteres Niederamt.

Dulliken

Die hohen Temperaturen dieses Sommers haben Auswirkungen auf das Trinkwasser in Dulliken. Im Leitungsnetz wurden Temperaturen von bis zu 26 Grad gemessen. Die Gemeinde muss nun reagieren: Das Wasser wird vorerst nicht mehr mit der Ozonierungsanlage, die Mikroverunreinigungen eliminiert, aufbereitet. Stattdessen wird dem Leitungswasser Chlor zugesetzt, bis sich die Wassertemperatur normalisiert hat. Die Gemeinde teilt aber mit, das Trinkwasser könne weiterhin «ohne irgendwelche Einschränkungen oder Vorbehalte» verwendet und konsumiert werden. Anfangs Juli wurde bekannt, dass das Trinkwasser in Obergösgen, Lostorf und Dulliken mit Fäkalbakterien verschmutzt war. Während mehr als einer Woche musste das Wasser vor dem Trinken abgekocht werden. Am 20. Juli konnte Entwarnung gegeben werden. (sil)

«Ende Herbst sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein, sodass wir anfangs 2019 das Reservoir füllen können», so Amsler. Im Frühjahr 2019 könne die Anlage dann definitiv in Betrieb genommen werden. Das Reservoir ist Teil des Netzverbunds im Rahmen des regionalen Wasserversorgungsplans Olten-Gösgen des Kantons Solothurn. Amsler: «Nur für Schönenwerd und Gretzenbach bräuchte es kein so grosses Reservoir. Aber der regionale Verbund ist wichtig, wenn mal das Wasser knapp wird oder es Verschmutzungen gibt.»

«Wir sind im Plan»

Auch in Stüsslingen laufen die Bauarbeiten für das neue Wasserreservoir auf Hochtouren. Im April 2018 war der Baustart. Derzeit werden die Wände der Anlage betoniert. Kurt Bieber, Präsident der Wasserkommission der Gemeinde Stüsslingen, sagt: «Wir sind im Plan. Dank des trockenen Wetters kamen wir gut mit dem Betonieren voran.» Bis im Herbst soll der Rohbau stehen, sodass während des Winters der Innenausbau erledigt werden kann. Im Frühling 2019 sollte das neue Reservoir den Betrieb aufnehmen können.

 In Stüsslingen werden derzeit die Wände des Reservoirs betoniert. Im Frühjahr 2019 soll die Anlage fertig sein. 

In Stüsslingen werden derzeit die Wände des Reservoirs betoniert. Im Frühjahr 2019 soll die Anlage fertig sein. 

Bruno Kissling

Einzig der Bau der neuen Wasserleitungen verzögert sich derzeit noch: «Es ist noch eine Einsprache beim Kanton hängig, darum konnten wir mit dem Verlegen der Leitungen nicht beginnen», sagt Bieber. Er hoffe auf eine baldige Erledigung der Einsprache durch den Kanton. Für den Neubau des Reservoirs brauche es diese neuen Leitungen nämlich: Denn neben der Wasserleitung sollten auch sogenannte Steuerkabel verlegt werden, mit denen die Wasserversorgung gesteuert und überwacht wird. «Für den Betrieb des Reservoirs sind wir darauf angewiesen», so Bieber.