Kirchenverkauf
Die Basis muss noch zustimmen

Der Gemeinderaat Starrkirch-Wil hat der Übernahme der Christkatholischen Kirche zugestimmt. Deren Mitglieder haben das letzte Wort.

Lorenz Degen
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Die Gemeinde möchte die Christkatholische Kirche kaufen

Die Gemeinde möchte die Christkatholische Kirche kaufen

Bild: Bruno Kissling

Eigentlich schien die Ausgangslage klar: Die Christkatholische Kirchgemeinde der Region Olten möchte ihr Gotteshaus in Starrkirch-Wil veräussern. Seit zwei Jahren finden entsprechende Gespräche zwischen der Kirchgemeinde und der Einwohnergemeinde Starrkirch-Wil über den Erwerb der Kirche und des Chilesäli durch die Einwohnergemeinde statt.

Im Dezember 2019 reichte die Einwohnergemeinde dazu ein Kaufangebot ein. Die Gemeindeversammlung hatte sich bereits im Sommer 2019 im Rahmen einer Konsultativabstimmung für den Erwerb dieser Liegenschaften ausgesprochen. «Aufgrund interner Turbulenzen innerhalb der Christkatholischen Kirchgemeinde Region Olten konnte der entsprechende Kaufvertrag im Jahre 2020 nicht abgeschlossen werden. Zudem wollte die Christkatholische Kirchgemeinde auch den Verkauf des Pfarrhauses durch die Gemeindeversammlung beschliessen lassen, was im Dezember 2020 dann stattgefunden hat», schreibt der Gemeinderat von Starrkirch-Wil in einer Mitteilung. Doch inzwischen legten sich die Wogen und der Gemeinderat konnte über den Kaufvertrag für die Kirche, das Chilesäli, den Friedhof und das dazugehörige Land befinden. Die Liegenschaften (Kirche, Chilesäli, Friedhof und Land) sollen zum Kaufpreis von 250000 Franken an die Einwohnergemeinde Starrkirch-Wil übergehen. Darüber hinaus erhält die Einwohnergemeinde für die Dauer von 25 Jahren ein Vorkaufsrecht am Pfarrhaus. Dieses wird ebenfalls demnächst an die heutigen Mieter verkauft. «Bei diesem Verkaufsvorgang verzichtet die Einwohnergemeinde auf das ihr zustehende Vorkaufsrecht. Dieses bleibt aber für allfällige weitere Eigentumsübergänge in den nächsten 25 Jahren weiter bestehen», schreibt der Gemeinderat weiter.

Geplant war nun, dass der Verkauf in der Amtschreiberei Olten-Gösgen in den nächsten Tagen erfolgen soll. Doch daraus wird nichts, vorerst jedenfalls . Wie Gemeindeverwalter Beat Gradwohl auf Anfrage mitteilt, fehlt noch die formelle Zustimmung der Mitglieder der Christkatholischen Kirchgemeinde. Dies bestätigt deren Präsidentin, Monique Rudolf von Rohr. «Die Protokolle von 2019 waren nicht ganz klar, so dass wir nun eine ausserordentliche Mitgliederversammlung einberufen werden.» Rudolf von Rohr ist zuversichtlich, dass der Verkauf wie geplant abgewickelt werden kann. «Aber Widerstand gibt es immer.» Weiterhin sind in der Kirche Gottesdienste möglich Die Kirche bleibt dabei ein sakraler Raum, der weiterhin für Gottesdienste genutzt werden kann und Kulturveranstaltungen Platz bieten soll. «Es wird kein Partyraum entstehen», präzisiert Beat Gradwohl.

Bilderausstellungen oder Konzerte sollen möglich sein. Dazu braucht es nun Reglements-Änderungen, an denen gegenwärtig gearbeitet wird. Im Zusammenhang mit den Verhandlungen für den Erwerb der Kirche, des Chilesäli, des Friedhofes und des Landes wurde vereinbart, dass die Gemeinde auch auf die vollständige Amortisation eines Darlehens aus dem Jahre 1989 verzichtet. Die Einwohnergemeinde hatte damals der Christkatholischen Kirchgemeinde, nebst einem «à-fonds-perdu-Beitrag» von 50000 Franken, für die Renovation des Pfarrhauses auch noch ein zinsloses Darlehen von weiteren 50000 Franken gewährt. Per Ende Dezember 2020 besteht davon noch ein Restdarlehen von rund 30260 Franken. Gemäss Beschluss des Gemeinderates wird dieses Restguthaben nun abgeschrieben. Ab 2022 soll das Chilesäli und die Kirche auch privaten Nutzern offenstehen. Der Gemeinderat hat nun Aufträge an die Bau- und Werkkommission, die Liegenschaftskommission sowie die Gemeindeverwaltung erteilt. 2021 ist für den Gemeinderat das Jahr des «Übergangs».