Dulliken

Lärmsanierung: VCS fordert eine Temporeduktion

Für das Lärmsanierungsprojekt in Dulliken verlangt der Verkehrs-Club der Schweiz etliche Nachbesserungen.

Lorenz Degen
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Die Niederämter-Strasse in Dulliken

Die Niederämter-Strasse in Dulliken

Oltner Tagblatt

Fabian Müller ist genervt: «Wir wollen nicht immer die Arbeit für den Kanton machen!» Der Präsident des VCS Solothurn stört sich daran, dass das Lärmsanierungsprojekt derart unbefriedigend sei, dass sein Verband dagegen Einsprache erhob: «Wir haben bei unserer Analyse festgestellt, dass im technischen Bericht vom beauftragten Planungsbüro wesentliche Fehler gemacht wurden.» Die Bevölkerung von Dulliken werde ungenügend vor Lärm geschützt, weil von 937 Anwohnerinnen und Anwohnern immer noch 752 Personen Grenzwertüberschreitungen an Lärm ausgesetzt seien. Der VCS fordert daher unter anderem eine Temporeduktion auf der Niederämter- und Gösgerstrasse und nicht nur auf dem Wilerweg und der Lehmgrubenstrasse, wie sie der Kanton vorsieht.

Rolf Müller, zuständig für Lärm beim kantonalen Amt für Verkehr und Tiefbau, widerspricht den Vorwürfen: «Beim Wilerweg und der Lehmgrubenstrasse soll im Rahmen der Strassensanierung Tempo 30 eingeführt und gleichzeitig ein lärmdämmender Belag eingebaut werden. Auf der Niederämterstrasse wird 2021 bis 2023 ein solcher Belag eingebaut. Gleichzeitig werden bei 24 Gebäuden Fenstersanierungen mit dem Einbau von Schallschutzfenstern vorgenommen. Bei der Gösger-, Bahnhof- und Dorfstrasse werden ebenfalls lärmdämmende Beläge eingebaut.»

Der Umstand, dass einzig der VCS eine Einsprache einreichte, will Fabian Müller nicht als Indiz dafür sehen, dass man in Dulliken mit dem Projekt zufrieden sei. «In Amtsblatt und Anzeiger wird jeweils nur der Titel ‹Lärmsanierung› publiziert, das tönt positiv. Deshalb geht der Publikation kaum jemand auf den Grund, der sich nicht schon vorher mit der Thematik befasst hat.» Auch seien die Unterlagen unübersichtlich und schwer verständlich, sagt Müller: «Einzelne Hausbesitzer oder Mieter können sich aufgrund der komplizierten Akten kaum ein Bild machen.» Müller wirft dem Kanton auch vor, nicht klar zu informieren: «Dass unter dem Titel ‹Lärmsanierung› vor allem ‹Erleichterungen› festgeschrieben werden – also das Festhalten, dass mehr Lärm zugemutet werden kann – grenzt an Irreführung der Bevölkerung.» Auch sei die Kostenzusammenstellung «verwirrend» und «nicht nachvollziehbar».

Dem sei nicht so, erklärt Rolf Müller: «Der Bericht ist nicht ‹fehlerhaft›. Die Kostenzusammenstellung wurde bei der letzten Überarbeitung angepasst. In der Zwischenzeit sind die Gemeindebeiträge verschwunden und auch der Bund hat die Bundessubventionen für lärmdämmende Beläge in den letzten Jahren geändert.» Daher seien im Bericht die Gesamtkosten und die bundesbeitragsberechtigten Kosten aufgeführt.»

Fabian Müller erwartet vom Kanton eine Überarbeitung des Lärmsanierungsprojekts. Der VCS wäre bereit zu einem weiteren Schritt: «Es wäre bedauerlich, wenn wir das Recht der Bevölkerung vor gesundheitsschädigendem Lärm ein weiteres Mal vor Verwaltungsgericht einfordern müssten.»