Starrkirch-Wil

Linda ist die neuste Bewohnerin in der tierischen WG

Im Wildpark Mühletäli in Starrkirch-Wil gibt es Nachwuchs und Zuwachs verschiedener Art. Da ist etwa Linda, die Waschbärdame. Oder die 14 kleinen Geissen, die im Mai zur Welt kamen.

Judith Frei
Drucken
Teilen
Wildpark Mühletäli in Starrkirch-Wil erhält mit Waschbärdame Linda aus Kallnach BE Zuwachs.
27 Bilder
John-David Bauder von «Johns kleine Farm» übergibt der Tierpflegerin Kyra Bosshardt die Papiere und den Waschbären.
Im neuen Gehege muss zuerst die Umgebung inspiziert werden.
Auch die Beschaffenheit des Holzes muss kontrolliert werden.
Sehr neugierig wird jeder Winkel erforscht.
Im Holzhaus scheint es ihr zu gefallen.
Starrkirch-Wil
Nach kurzer Inspektion verkriecht sich Linda in einer Höhle und will partout nicht mehr raus.
Im Wildpart Mühletäli kann man alles rund um den Waschbären lernen.
Seit Mai wurden 14 Zicklein geboren.
Der Tierpflegerin Kyra Bosshardt ist es wichtig, dass alle Geisslein ein gutes zu Hause haben
Am Sonntag, 18. August, ab 11 Uhr bis 16 Uhr findet das Wildparkfest statt mit: Führungen, Zauberer für Kinder sowie Essen und Trinken.
Auch diese Zicklein haben schon ein zu Hause gefunden.
Die kleinen Ziegen sind neugierig und lassen sich streicheln.
Die kleinen fühlen sich sichtlich wohl im grossen Gehege.
Gross und klein leben nebeneinander.
Die Sikahirsche haben auch Nachwuchs gekriegt.
Majestätisch präsentiert sich dieser Sikahirsch den Besuchern.
Die Sikahirsche stammen ursprünglich aus Japan.
Die Hirsche suchen den Schatten.
Klein und gross lassen sich von den Besuchern beobachten.
Die Hirsche sind zusammen in einem weitläufigen Gehege.
Die Kleinen werden zusammen von verschiedenen Müttern überwacht.
Die Kleinen werden zusammen von verschiedenen Müttern überwacht.
Der Kindergarten wird von verschiedenen Hirsch-Damen beschützt.
Der Kindergarten wird von verschiedenen Hirsch-Damen beschützt.
Der Kindergarten wird von verschiedenen Hirsch-Damen beschützt.

Wildpark Mühletäli in Starrkirch-Wil erhält mit Waschbärdame Linda aus Kallnach BE Zuwachs.

Bruno Kissling

Durch die Gitter bekomme ich regelmässig Spanische Nüssli zum Naschen. In meinem Käfig ist es eigentlich gemütlich und ich kann gut dösen. Ich verstehe aber nicht genau, wohin die Reise geht. Endlich sind wir da, die Autotüre geht auf. Jetzt schauen mich verschiedene Menschen an. Wo bin ich nur? Jetzt würde ich gerne aus meinem Käfig! Oh, ich rieche Waschbären. Wer das wohl sein mag? Endlich darf ich aus diesem kleinen Käfig raus. Hier hat es einen kleinen Teich. Sehr schön. Einen Baum zum Klettern. Eine Hängematte zum Schlafen. Und ein Versteck. Super. Hier bleib ich mal.

Zuzügler im Wildpark Mühletäli

So oder ähnlich muss es Linda ergangen sein, als die zweijährige Waschbärdame im Wildpark Mühletäli angekommen ist. Sie ist im Zoo «Johns kleine Farm» im bernischen Kallnach auf die Welt gekommen. Dort wurde es aber zu eng und der Wildpark Mühletäli hatte noch genügend Platz im weitläufigen Waschbärgehege. «Wir haben schon vier Bären von ‹Johns kleine Farm› übernommen», erklärt Kyra Bosshardt. Sie ist Tierpflegerin im Starrkirch-Wiler Tierpark.

«In freier Wildbahn leben die Waschbären in Mädchen-Gruppen», erklärt die Expertin. Auch im Mühletäli-Park hat es nur einen männlichen Waschbären, der John heisst. Bosshardt weiss: «Mit dem Zuwachs aus Kallnach wird es bestimmt Rangeleien geben. Mit der neuen Bärin muss die Rangordnung neu verhandelt werden.» Für eine Woche wird Linda nun in einem abgetrennten Gehege sein. So können sich die Waschbären zuerst durch das Gitter beschnuppern und sie hat Zeit sich an die unbekannte Umgebung zu gewöhnen.

Unmittelbar nach der Ankunft hat die neugierige Bärin sofort das Gehege inspiziert. Nach wenigen Minuten hat sie sich in einem Unterschlupf versteckt und wollte sich partout nicht mehr zeigen. Schon drei Tage später jedoch bewegt sie sich ohne zu zögern in ihrem Revier und hat schon Bekanntschaft mit ihren Artgenossen gemacht.

Wiederkäuernachwuchs im Wildpark Mühletäli

Im Wildpark Mühletäli wimmelt es momentan von Nachwuchs. Nicht so bei den Waschbären, denn das Waschbärenmännlein wurde vasektomiert. «Klar sind Waschbärenwelpen sehr süss, aber wir haben keinen Platz um einen ganzen Wurf zu behalten», sagt Bosshardt. Und einen Ort für die jungen Waschbären zu finden, sei nicht einfach. «Waschbären sind Wildtiere und man kann sie nicht wie ein Haustier halten. Man braucht eine Haltebewilligung», sagt sie.

Das sieht bei den den Sika- und Damhirsch anders aus: Seit anfangs Sommer gibt es bei ihnen einen Kindergarten. Genauso bei den Zwergziegen. Seit Mai wurden insgesamt 14 Zicklein geboren. Für alle kleinen Ziegen hat man schon einen Platz gefunden. So gehen die meisten in Privatbesitz. «Viele Zwergziegen kommen zu Familien mit Kindern», erklärt Bosshardt. Zwei kleine Ziegen werden nach Dulliken ins Alters- und Pflegeheim Brügglipark umziehen.

Zwergziegen für Familien

Der Tierpark gibt die Tiere für 60 Franken ab. «Wir wollen nichts mit dem Verkauf der Ziegen verdienen. Es ist viel wichtiger, dass sie ein gutes zu Hause haben werden.» Dabei sind die kleinen Ziegen aus bestem Hause: Ihr Papi, der Toby, hat sogar einen Stammbaum. So weiss sie, dass sein Vater Elvis und seine Mutter Trudy heissen. «Toby ist nur im Winter bei uns», sagt Bosshardt. Deswegen gibt es lediglich einmal im Jahr Ziegennachwuchs im Wildpark.