Schönenwerd

Verdacht auf Norovirus in der Primarschule

In der Primarschule Schönenwerd besteht der Verdacht, das hoch ansteckende Norovirus könnte grassieren. Die Kita Mosaik hatte deshalb vorübergehend geschlossen.

Jasmin Kunz
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Schulhaus 1888 – eines der Schönenwerder Primarschulhäuser – und Kita Mosaik (Hintergrund links).

Schulhaus 1888 – eines der Schönenwerder Primarschulhäuser – und Kita Mosaik (Hintergrund links).

Archiv/Bruno Kissling

Ein anonymer Hinweis erreichte am Dienstag die Redaktion dieser Zeitung per E-Mail. Der Vorwurf: Die Schule würde trotz grassierendem Norovirus keine ausreichenden Sofortmassnahmen treffen.

Peter Hodel, Gemeindepräsident der Gemeinde Schönenwerd, kann auf Anfrage dieser Zeitung nicht bestätigen, dass es sich um das Norovirus handelt: «Bei Symptomen wie Brech-Durchfall denken natürlich immer gleich alle an das Norovirus, es könnte aber auch einfach eine Grippewelle sein.» Im Sinne einer Vorsichtsmassnahme habe die Schulleitung jedoch mit einem örtlichen Arzt gesprochen. Auch wurde der Kantonsarzt in Kenntnis gesetzt.

Die Eltern seien per Brief auf die Umstände hingewiesen und über die Verhaltensempfehlungen informiert worden. Bei ersten Anzeichen sollen die Schulkinder natürlich unbedingt zu Hause bleiben und erst wieder in die Schule geschickt werden, wenn sie sich vollständig erholt haben, sagt Peter Hodel weiter.

Die Schulleitung bleibe in der Zwischenzeit in Rücksprache mit dem Kantonsarzt. Die von der Schule getroffenen Sofortmassnahmen wie erhöhte Hygienevorschriften seien in ausreichendem Masse getroffen worden.

Vanessa Erni, Leiterin der Kita «Mosaik» in Schönenwerd bestätigte auf Anfrage dieser Zeitung, dass der Verdacht auf Norovirus bestehe. Als Sofortmassnahme sei die Kita letzte Woche von Mittwoch bis Freitag geschlossen geblieben. «Die Kita ist eine Institution ähnlich wie ein Altersheim, solche Sofortmassnahmen können deshalb unabhängig von der Schule beschlossen werden», sagt Vanessa Erni.

Bei der Primarschule Schönenwerd konnte keine Auskunft eingeholt werden. Das Sekretariat war am Dienstag geschlossen und verwies auf die Gemeindeverwaltung.

10 bis 100 Viren genügen

Noroviren sind für die Mehrzahl der nicht bakteriell bedingten Durchfallerkrankungen verantwortlich. Bereits 10 bis 100 Viren genügen für eine Ansteckung. Noroviren sind sehr resistent und können auf verunreinigten Flächen länger als 12 Tage ansteckend bleiben. Die Krankheit bricht 12 bis 48 Stunden nach der Ansteckung aus. Nach 2 bis 3 Tagen ist die Krankheit meist überstanden. In der Schweiz erkranken pro Jahr schätzungsweise 400 000 Menschen an einem durch Noroviren verursachten Brechdurchfall. Besonders gefährdet sind Altersheime, Spitäler und Schulen. Eine Impfung oder Medikamente gibt es nicht. (jak)