EHC Olten

3346 Zuschauer zum Saisonstart – da passen noch viel mehr rein

Der EHC Olten hat sich im Verlauf der letzten zehn Jahre zum Zuschauer-König der NLB gemausert. Doch laut Medienchef Pierre Hagmann könnte nun das Ende der Fahnenstange erreicht sein.

Raphael Wermelinger Und Rahel Bühler
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Es war noch nicht das grosse Eishockey-Fest im Kleinholz: Der letztjährige Zuschauerschnitt wurde im gestrigen ersten Heimspiel der neuen Saison nicht erreicht, 3346 Zuschauer sind aber trotzdem eine stolze Zahl für den Auftakt.

Es war noch nicht das grosse Eishockey-Fest im Kleinholz: Der letztjährige Zuschauerschnitt wurde im gestrigen ersten Heimspiel der neuen Saison nicht erreicht, 3346 Zuschauer sind aber trotzdem eine stolze Zahl für den Auftakt.

Hansruedi Aeschbacher

Exakt 3346 Zuschauer wollten am Freitag den ersten Auftritt des EHC Olten in der neuen Saison live im Stadion miterleben. Das ist ein guter Anfang, die Zuschauerzahlen werden im weiteren Saisonverlauf aber definitiv noch nach oben klettern. In der vergangenen Meisterschaft kamen zu den 23 EHCO-Heimspielen in der Qualifikation der NLB im Durchschnitt 3677 Zuschauer ins Kleinholz. Das ist Ligaspitze in der zweithöchsten Spielklasse der Schweiz.

Nur ein anderes Team knackte 2015/16 ebenfalls die 3000er-Marke: Der EHC Visp, der zum Startspiel der Saison 2016/17 im Kleinholz gastierte. Mit durchschnittlich nicht ganz 3100 Fans an einem Heimspiel fehlen den Wallisern im Vergleich zum EHC Olten indes immer noch fast 600 Zuschauer.

Der Absteiger Rapperswil-Jona Lakers musste auch in dieser Statistik den anderen Vereinen den Vortritt lassen und sich mit dem dritten Platz begnügen. Lediglich 2765 Zuschauer konnten die Lakers nach ihrem Fall aus der NLA eine Liga tiefer mobilisieren.

Nach den glorreichen Zeiten sank Zuschauerzahl auf knapp 1000

Zum Vergleich: In der NLA war letzte Saison die Swiss Arena das von allen zwölf Spielstätten am schlechtesten ausgelastete Stadion. 4790 Zuschauer kamen im Schnitt zu den Heimspielen der Kloten Flyers. Mit dem HC Davos hatte in der höchsten Liga nur ein weiteres Team weniger als 5000 Zuschauer.

Die Oltner sind zwar die Zuschauer-Könige der NLB, in der NLA wären sie aber mit diesem Schnitt immer noch Bettler. Selbst die Euphorie bei einem Aufstieg würde nicht reichen, um gleich an den Zuschauerschnitt von Kloten und Davos heranzukommen.

Dass der EHC Olten aber genügend Ausstrahlung besitzt, um die Massen aus einem grossen Einzugsgebiet zu mobilisieren, zeigte sich in den sportlich erfolgreichsten Zeiten. Das mittlerweile legendäre Derby gegen den grossen Rivalen Langenthal im Jahre 1981 mit grob geschätzten 9000 Zuschauern kann sicher nicht als Richtwert herhalten.

Dann doch eher die Spielzeit 1989/90, in welcher der EHC Olten in der NLA-Qualifikation Fünfter wurde, dann aber im Playoff-Viertelfinal am EHC Kloten scheiterte. 4679 kamen damals durchschnittlich ins Kleinholz. Da fehlt nicht mehr viel zu den momentanen NLAZuschauer-Schlusslichtern.
Seit zehn Jahren steigende

Zuschauerzahlen im Kleinholz

Doch ein Zuschauerschnitt über der 4000er-Grenze ist für den EHC Olten im Moment immer noch ein Fernziel, wenn auch ein realistisches. Keine Wunschträume, denn diese können platzen, dies musste der EHCO nach den Höhenflügen Ende der 80er- und zu Beginn der 90er-Jahre selber erfahren. Der Verein hatte sich ob der sportlichen Erfolge übernommen und wäre danach beinahe in Konkurs gegangen.

Das Budget der 1. Mannschaft sank drastisch, die Resultate wurden schlechter und die Zuschauer blieben dem Kleinholz fern. Unter neuer Führung gelang aber die Trendwende. Mit verändertem Verwaltungsrat und Geschäftsleitung begann der EHCO praktisch bei null. Die Schulden konnten ab 2001 kontinuierlich abgebaut werden. Mittlerweile ist das Budget für das NLB-Team wieder deutlich aufgestockt worden.

Für die Rettung des EHC Olten war nicht nur die neue Führungscrew verantwortlich, sondern auch die treue Anhängerschaft. Selbst 2004/05, in der wohl schlimmsten Saison im neuen Jahrtausend, kamen immer noch mehr als 1000 Zuschauer ins Kleinholz. Nur um den Fall in die NLB-Playouts mitzuerleben. Damit war der Tiefpunkt erreicht, seither stiegen die Zuschauerzahlen von Saison zu Saison an. 2008/09 wurde die 2000er- und 2011/12 die 3000er-Marke geknackt.

Die nächste Tausender-Grenze kann aber wohl so schnell nicht erreicht werden. «Wir wollen den letztjährigen Schnitt in dieser Saison halten können», erklärt Pierre Hagmann, der Medienchef des EHC Olten. Er zeigte sich skeptisch und kann sich vorstellen, dass es 2016/17 erstmals zu einem Rückgang kommt: «Wir gehen davon aus, dass die Spiele gegen die beiden neuen Teams in der Liga weniger Zuschauer anlocken werden. Sollte der Schnitt tiefer sein als in der Vorsaison, wäre es aber nicht automatisch ein Misserfolg.»