Theater
Oscar Wilde zu Besuch im Theaterstudio Olten

Nach der pandemiebedingten Zwangspause spielt die Dachschadengesellschaft Olten im Theaterstudio Olten die Premiere ihrer Inszenierung von Oscar Wildes «Eine Frau ohne Bedeutung» aus dem Jahr 1893.

Denise Donatsch
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Moment aus der Theaterprobe der Dachschadengesellschaft Olten zu Oscar Wildes Stück «Eine Frau ohne Bedeutung».

Moment aus der Theaterprobe der Dachschadengesellschaft Olten zu Oscar Wildes Stück «Eine Frau ohne Bedeutung».

Denise Donatsch

«Eine Frau ohne Bedeutung» – eine Komödie mit ernstem Titel – ist seit Freitag von der Theatergruppe«Dachschadengesellschaft Olten» auf die Bühne gebracht. Das anspruchsvolle Bühnenspektakel, welches aus der Feder von niemand Geringerem als Oscar Wilde stammt, dreht sich um eine Frau im prüden viktorianischen England des 19. Jahrhunderts.

Als junges Mädchen von einem egozentrischen Lord geschwängert und sitzen gelassen, entschliesst sich die «Unbedeutende» jedoch, sich nicht von diesen schwierigen Umständen unterkriegen zu lassen.

Sie wird zur mündigen, selbstbestimmten Frau, um den Spiess zu guter Letzt sogar noch auf delikate Weise umzudrehen. Mit der Inszenierung des wenig bekannten Werks des aufrührerischen irischen Schriftstellers hat die Dachschadengesellschaft eine grosse Herausforderung angenommen.

Allerdings ist erklärtes Ziel der Amateuren Theatergruppe, sich nur mit äusserst anspruchsvoller Literatur wie beispielsweise Shakespeare oder Molière zu beschäftigen. «Es ist unser Credo, nur Stücke aus dem klassischen Kanon zu spielen», erklärt Chris Integra Meier, Schauspielerin und Präsidentin des Vereins.

Darum sei es umso wichtiger, Intendanz und Regie mit professionell ausgebildeten Theaterschaffenden zu besetzen. Am Regiepult sitzt deshalb Schauspiellehrer Jakob Müller aus Olten, der immer wieder auch selbst leidenschaftlich gerne auf der Bühne steht.

Klassik trifft auf Zeitgenössisches

Kürzlich führte die Crew eine der letzten Proben vor der anstehenden Premiere durch. Im durch die Sonne stark aufgeheizten Dachstock des Oltner Provisorium-8-Gebäudes befindet sich ihr anschauliches Theater-Daheim, welches jede Menge Platz bietet, um sich inszenatorisch auszutoben.

Die aktuelle Kulisse,welche im Probelokal für das Wilde-Stück aufgebaut wurde, präsentierte sich romantisch verspielt, halt ungefähr so,wie man sich den Garten eines englischen Landsitzes von anno dazumal vorstellt.

Jedoch wird die klassisch malerische Idylle durch zeitgenössische Bühnen-Elemente wie auch durch unkonventionelle Kostüme gebrochen – eine mutige Mischung, welche definitiv die Neugierde weckt. Realisierung glich einer Odyssee Die Realisierung des Projekts glich gemäss der Präsidentin einer Odyssee.

«Bereits im Jahr 2020 haben wir angefangen, für das Stück zu proben.» Als im Herbst des besagten Jahres dann aber die Corona-Fallzahlen wieder in die Höhe schossen, habe der Verein entschieden, die Proberei zu unterbrechen.

Zeitweise auf wackligen Beinen

«Es gab in den vergangenen zwei Jahren auch im Cast einen regen Wechsel, weshalb das Projekt zeitweise auf wackeligen Beinen stand», so Meier. Aufgeben sei jedoch nie eine Option gewesen. Die Passion für die Bühnenkunst ging jedenfalls trotz der schwierigen Zeit, welche hinter dem Theaterverein liegt, weder bei Meier noch bei Müller verlustig.

Im Gegenteil: Die gesamte Dachschadengesellschaft brennt darauf, nach dieser pandemiebedingten Zwangspause im Theaterstudio Olten endlich wieder vor Publikum spielen zu dürfen.

Tickets unter www.dsg-theater.ch