Das «Olivo» wird unter neuer Geschäftsleitung wiedereröffnet

Das italienische Restaurant Olivo in Olten ist am Donnerstag wiedereröffnet worden. Hier werden einzigartige Spezialitäten wie die Urpizza der Römer angeboten.

Rebecca Rutschi
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Massimo Santucci (links), der neue Geschäftsführer und Alex Heuberger, Inhaber im neu dekorierten Restaurant.

Massimo Santucci (links), der neue Geschäftsführer und Alex Heuberger, Inhaber im neu dekorierten Restaurant.

Patrick Lüthy

An der Baslerstrasse 15 feierte das Restaurant Olivo am Donnerstag seine Wiedereröffnung unter neuer Geschäftsführung. Diese hat der ehemalige Geschäftsführer, Michael Muraca, vor kurzem an Massimo Santucci übergeben. Muracas Team sei die vergangenen Monate grossen Herausforderungen gegenübergestanden, sagt Alex Heuberger, Inhaber des «Olivo».

Zuerst habe das Restaurant für fast vier Monate schliessen müssen und danach habe es durch die Schutzauflagen nur eine beschränkte Anzahl Gäste empfangen dürfen. Zusätzlich habe der Umbau der Baslerstrasse den Zugang zum Lokal stark erschwert. Das habe das Team dazu veranlasst, die Leitung des «Olivo» abzugeben.

Patrick Lüthy

Ort, wo sich Menschen begegnen

Santucci hat keine Angst, dass die Gäste aus Furcht vor dem Virus ausbleiben. «Viele Menschen brauchen die Sozialkontakte, die sie im vergangen halben Jahr nicht haben durften.» Er möchte einen Ort kreieren, an dem Menschen sich begegnen, wenn auch im Moment unter Einhaltung einiger Schutzmassnahmen. «Bar Italia» nennt er dieses Konzept. «In Italien ist die Bar der Ort, an dem man sich zu jeder Tageszeit treffen und etwas essen kann», erklärt der Oensinger. Seine «Bar Italia» biete, getreu ihrem italienischen Vorbild, deshalb auch rund um die Uhr warme Küche an.

Zudem versprechen Heuberger und Santucci einzigartige Spezialitäten, die es sonst in der Schweiz nur selten anzutreffen gibt. So zum Beispiel die Pinsa – die Urpizza der Römer. Sie unterscheidet sich von der klassischen Pizza, die im «Olivo» auch angeboten wird, in den verwendeten Zutaten. Während man eine Pizza aus Weizenmehl backt, besteht die Pinsa zusätzlich noch aus Reis- und Sojamehl. Ausserdem sind die Pasta im «Olivo» alle «Fatto in Casa» – hausgemacht und werden auch ungekocht für den Gebrauch zu Hause zum Verkauf angeboten.

Ein vielseitig engagierter Mann

Massimo Santucci ist 52 Jahre alt und bringt mehr als 30 Jahre Erfahrung im Gastrobereich mit. Der gelernte Maler hat bis vor kurzem das Restaurant Dal Toscano in Oensingen geführt. Ausserdem ist er für die CVP im Gemeinderat in Oensingen. Neben seiner politischen und gastronomischen Arbeit engagiert Santucci sich stark für Frauen in Italien, die Opfer häuslicher Gewalt wurden. Eine Herzensangelegenheit, weil auch seine Mutter vor ihrem gewalttätigen Ehemann in die Schweiz geflüchtet ist. Mit der Organisation Tutela Donna unterstützt er zum Beispiel die Errichtung eines Frauenhauses und fördert präventive Infoanlässe in Schulen. (rer)

Spaghetti Carbonara kochen

Visionen für die Zukunft des Restaurants sind zu Hauf vorhanden. Heuberger berichtet über archäologische Grabung während des Aushubs für das Gebäude. Dabei sei man unter anderem auf alte Münzen und Schmuck gestossen, die momentan im Oltner Haus der Museen gelagert sind. Er könne sich aber vorstellen, einige Fundstücke permanent im Restaurant auszustellen.

Santucci träumt von einem kulinarischen Projekt, das einmal pro Monat je eine andere Region Italiens vorstellt. Dazu hat der 52-Jährige bereits Kontakt mit dem Tourismusbüro der Toskana aufgenommen. Angedacht sind auch Nachmittage für Kinder und Erwachsene, an denen man lernen kann, wie man Spaghetti Carbonara nach alter italienischer Art macht oder auch wie das «Olivo» selbst Teigwaren herstellt.

Der Wiedereröffnung sehen die beiden optimistisch entgegen. «Ich habe ein gutes Gefühl», sagt der Inhaber. Und der neue Geschäftsführer ergänzt zustimmend: «Die Voraussetzungen für ein erfolgreiches Lokal sind alle da.»