Olten

Der Oltner Kunstmarkt ist offen – das bewegt die Künstler am meisten

Ein Rundgang beim Kunstmarkt auf der Holzbrücke zeigt, was der Reiz des Anlasses für die Künstler ausmacht und was ihnen Schwierigkeiten bereitet.

Urs Huber
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Impressionen des Kunstmarkts auf der Oltner Holzbrücke
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Impressionen des Kunstmarkts auf der Oltner Holzbrücke
Impressionen des Kunstmarkts auf der Oltner Holzbrücke
Impressionen des Kunstmarkts auf der Oltner Holzbrücke
Der 46. Oltner Kunstmarkt auf der Alten Holzbrücke

Impressionen des Kunstmarkts auf der Oltner Holzbrücke

Bruno Kissling

«Finden Sie den Standort auf der Alten Holzbrücke ideal oder könnten Sie sich einen anderen Ort vorstellen?» Just mit dieser Frage sah sich Christof Schelbert, der seit gut zehn Jahren zusammen mit seiner Frau und Grüne-Stadträtin Iris Schelbert-Widmer den hiesigen Kunstmarkt organisiert, zur letztjährigen Ausgabe konfrontiert. Seine Antwort: «Die Kunst, die wir vermitteln, braucht unbedingt ein Dach über dem Kopf, anders könnte ein Kunstmarkt unserer Art gar nicht durchgeführt werden. Wichtig ist auch die Nähe zum Publikum, ja sogar eine gewisse Enge, damit die Kontakte entsprechend zustande kommen, damit diese Art Vertrautheit zwischen Kunstschaffenden und Publikum entsteht. Dieses bietet die Alte Brücke und strahlt zudem ihren eigenen Charme aus.»

Volltreffer. Genau dieses Cachet birgt die Veranstaltung, die mittlerweile zum 46. Mal über «die Brücke» geht. Keine Ansprachen, keine gesellschaftlichen Musts, oder jedenfalls keine solchen, die a prima vista wahrzunehmen wären. Unkompliziert das Ganze, wie hingeworfen; «Kunst Goes Public» sozusagen. Dabei ist diese meist mehr oder weniger fest auf den Standtischen verankert.

Der Reiz des Unkomplizierten

Und was macht den Reiz der Veranstaltung für die Künstlerinnen und Künstler eigentlich aus? Deutlich mehr von ihnen wären nämlich an einer Teilnahme interessiert. Allein: Die Standplätze sind beschränkt. «64 Plätze sind vergeben, etwa 12 Interessenten konnten nicht berücksichtigt werden», sagt Christof Schelbert. Einer der 64, Lucio Zanello aus Obergösgen seit rund 30 Jahren dabei, bringts auf den Punkt: «Das ist doch die Gelegenheit, wieder mal bekannte Gesichter zu sehen.» Und gleichzeitig neue kennen zu lernen, wie er nachschiebt. Zanello findet, in den letzten drei Jahrzehnten habe der Kunstmarkt eine stete Auf- und Ab-Entwicklung durchgemacht. «Mal war er besser, mal weniger.» Aber so wie zu Hans Küchlers Zeiten werde es wohl nie mehr, sinniert der Künstler im Ruhestand. Ob ers bedauert? «Nein», sagt Zanello, «das ist halt der Lauf der Dinge.»

Erstmals dabei ist dagegen Samuel Kunz, 17-jährig aus Dagmersellen LU. Den Auftritt hat er bei der Ausstellung Junge Kunst Olten gewonnen. «Ich male hauptsächlich in der Freizeit», sagt er, der beruflich später etwas Kreatives machen möchte. Die Preise für seine Werke zu machen, das sei fast das Schwierigste, meint er und gesteht: «Ich hab mich beraten lassen.» Ein paar rote Punkte auf seinen Werken als Markierung «verkauft» zeugen davon, dass sein Berater die Situation richtig eingeschätzte.

Aus Freude dabei

Auch Denise Bürgi aus Lostorf ist fast eine Anfängerin, was Kunstmarktpräsenz angeht. «Ich bin zum vierten Mal dabei und wohl auch nächstes Jahr», lacht sie. Üblicherweise sei sie bislang jeweils am Ostausgang der Holzbrücke platziert worden. Und nun drei Stände weiter westwärts. Aber: «Es gibt keine schlechten Plätze», sagt die Frohnatur. Sie zeige ihre Werke aus Freude. Preislich orientiere sie sich jeweils am Markt vor Ort. Sie, überlege, wie viele Stunden sie gebraucht habe dafür, wie gross das Bild sei, der dazugehörige Rahmen. Nein, davon leben müsse sie nicht, schmunzelt sie. Manchmal verschenke sie auch ein Bild, wenn sie merke, dass sich jemand darob sehr freue.

Inmitten des Markts sitzt Urs Borner, so etwas wie der Doyen des Anlasses. Zum 46. Mal ist er dabei, keinen der Märkte auf der Holzbrücke will er versäumt haben. Was früher anders gewesen sei? «Es hatte viel weniger Künstlerinnen und Künstler», sagt er. Und wenn am Markt etwas geändert werden müsste? «Vielleicht etwas selektionieren», sagt Borner. «Aber eigentlich», meint er, «ist der Mark für alle da.»

Samstag, 10. September, 10 bis 22 Uhr.