Olten

Die Fachstelle Integration wird um 40 Stellenprozente aufgestockt

Die Fachstelle Integration in Olten wird befristet für ein Jahr von 40 auf 80 Stellenprozente erhöht. Dies, weil neue Aufgabenfelder dazukommen.

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In den letzten Jahren ist der Anteil Kinder mit Migrationshintergrund angestiegen, die bereits im Vorschulalter Unterstützung brauchen.

In den letzten Jahren ist der Anteil Kinder mit Migrationshintergrund angestiegen, die bereits im Vorschulalter Unterstützung brauchen.

Themenbild/KEYSTONE

Das Pensum der Oltner Fachstelle Integration wird per 1. April 2017 auf ein Jahr befristet von 40 auf 80 Prozent erhöht. Dies hat der Stadtrat an seiner letzten Sitzung beschlossen, wie die Stadtkanzlei mitteilt.

Für die Aufstockung des Stellenetats gibt es zwei Gründe: Zum einen haben die Gemeinden seit Anfang Jahr die Aufgabe vom Kanton übernommen, die Erstinformationsgespräche der neu aus dem Ausland Zugezogenen zu führen. Jährlich gibt es über 300 Personen, welche vom Ausland nach Olten ziehen. Der Kanton unterstützt dies im Rahmen des Förderbereichs Ernstinformation und Integrationsförderung des Kantonalen Integrationsprogramms. Unter anderem stellt er neben finanzieller Unterstützung Hilfsmittel in Form von Checklisten und Gesprächsleitfaden zur Verfügung und führt für die Durchführung der Einstinformationsgespräche Schulungen durch. Die Triage, ob bei Neuanmeldungen ein Erstinformationsgespräch erforderlich ist oder nicht, soll im Falle der Stadt Olten durch die Einwohnerkontrolle erfolgen. Hingegen braucht es für die Durchführung der Erstinformationsgespräche zusätzliche personelle Ressourcen.

Frühe Förderung wird ausgebaut

Zum anderen kommt das Aufgabenfeld Frühe Förderung neu hinzu. In den letzten Jahren ist der Anteil Kinder mit Migrationshintergrund angestiegen, die bereits im Vorschulalter Unterstützung brauchen. Ziel ist eine Politik der frühen Kindheit, welche allen Kindern gerechte Chancen eröffnet und ein gutes Aufwachsen garantiert.

In Olten sind zu diesem Thema schon viele Angebote vorhanden und weitere Arbeiten im Gange, von der Mütter-/Väterberatung über Angebote wie schritt:weise, «Schenk mir eine Geschichte» und den Eltern-Info-Treff im Begegnungszentrum Cultibo bis hin zur Teilnahme am kantonalen Pilotprojekt «Deutschförderung vor dem Kindergarten» (wir berichteten). Wie die kürzlich in Zusammenarbeit mit der Fachhochschule Nordwestschweiz erarbeiteten Leitlinien und Schwerpunkte der Kinder-, Jugend- und Familienförderung der Stadt Olten aufgezeigt haben, gehören dabei insbesondere die Strategieerarbeitung, die Vernetzung vor Ort, die Koordination der Massnahmen und die Öffentlichkeitsarbeit zu den Aufgaben der Stadt, für welche Ressourcen zur Verfügung gestellt werden müssen.

Kosten übernimmt der Kanton

Die Stelle der Integrationsbeauftragten Silvia Büchi wird nur befristet aufgestockt für ein Jahr, weil noch nicht klar ist, wie stark die beiden neuen Aufgabenfelder die Stelleninhaberin auslasten werden. Nach einem Jahr wird ein Fazit gezogen anhand der gemachten Erfahrungen. Zudem wird dann auch Sicherheit darüber bestehen, wie das Kantonale Integrationsprogramm, dessen laufende Dreijahresperiode Ende 2017 ausläuft, ab 2018 aussehen und in welchem Umfang es vom Bund unterstützt wird. Diese Vorgaben werden ihrerseits die weitere Finanzierung der Aktivitäten der Gemeinden durch den Kanton beeinflussen.

Die Aufstockung der Integrationsfachstelle ist für die Stadt Olten kostenneutral. Derzeit wird der Aufwand für die befristete Stellenerhöhung der Leiterin der Fachstelle Integration kompensiert durch eine Anstossfinanzierung, die der Kanton zur Verankerung der Erstinformationsgesprächen in den Gemeinden zugesichert hat und die von der Anzahl Ausländerinnen und Ausländer in der jeweiligen Kommune abhängig ist, sowie durch eine Fallpauschale von 200 Franken pro durchgeführtes Erstinformationsgespräch. Vom Kanton abgegolten werden zudem Dolmetschkosten, sofern für die Gespräche interkulturelle Dolmetschende beigezogen werden müssen. (sko/fmu)