Jahresrückblick

Die sportlichen Höhepunkte des Regionalsportjahres

Dem Sportschützen Jan Lochbihler gelang 2016 der grosse Durchbruch: Der 24-jährige Holderbanker nahm an den Olympischen Spielen in Rio teil, holte das Double an der Schweizer Meisterschaft und wurde Profi.

Raphael Wermelinger
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Bei seiner Olympia-Premiere reichte es Jan Lochbihler dieses Jahr in Rio noch nicht zu einem Exploit. Die nächsten vier Jahre bereitet sich der Holderbanker nun in Magglingen auf Tokio 2020 vor.

Bei seiner Olympia-Premiere reichte es Jan Lochbihler dieses Jahr in Rio noch nicht zu einem Exploit. Die nächsten vier Jahre bereitet sich der Holderbanker nun in Magglingen auf Tokio 2020 vor.

zvg

Lochbihler wird ein Olympionike

Gigantismus ist das Wort, das dem Sportschützen Jan Lochbihler in den Sinn kommt, wenn er an die Olympischen Spiele in Rio zurückdenkt. «Alles war unvorstellbar riesig», sagt der 24-Jährige. «Das Highlight war, als meine Schützenkollegin Heidi Diethelm die Bronzemedaille gewann. Auch die Schlussfeier war sehr emotional.»

Sportlich wuchs Lochbihler nicht über sich hinaus. Er beendete das Kleinkaliber-Liegendmatch auf dem 14. Platz, im Dreistellungsmatch wurde er 30. Seine Olympia-Premiere diente ihm aber sowieso in erster Linie dazu, Erfahrung zu sammeln hinsichtlich Tokio 2020.

Seit Oktober trainiert Lochbihler in Magglingen. Im Nationalen Leistungszentrum wird er sich die nächsten vier Jahre auf Tokio vorbereiten. Er lebe schlicht in einem 1-Zimmer-Logis mit Gemeinschaftsduschen, gibt er einen Einblick in seinen Alltag.

«Das reicht. Ich habe alles hier. Schiessstand, Turnhalle, Theorieraum, Kraftraum, Ärzte, Physiotherapeuten und Masseure. Alles ist zentral an einem Standort, wodurch ich viel Zeit spare, die ich ins Training investieren kann.»

Seine Tage sind klar strukturiert, beginnen stets mit dreissig Minuten Frühsport. Nach dem Duschen und Frühstücken gehts bis zum Mittagessen in den Schiessstand. «An zwei Nachmittagen pro Woche bin ich bis 17, 18 Uhr im Schiessstand. An den anderen drei Tagen ist Kraft-, Konditions- und Koordinationstraining angesagt», so Lochbihler, der ab Januar 2017 100 Prozent beim Militär angestellt ist.

2017 stehen zwei Europameisterschaften im Kalender: die Luftgewehr-EM in Maribor und die Kleinkaliber-EM in Baku. «Mein Ziel ist, beide Male vorne dabei zu sein», blickt Lochbihler voraus, «das heisst, den Final der besten Acht erreichen.

Dort kann dann immer alles passieren.» Er wird im kommenden Jahr zudem an den drei Weltcup-Schiessen in Indien, Deutschland und Aserbaidschan teilnehmen. Eigentlich nur noch Formsache sind für den Holderbanker weitere Titelgewinne an den Schweizer Meisterschaften. Nachdem Jan Lochbihler an der diesjährigen SM das Double geholt hat, steht er mittlerweile bei 13 gewonnenen Goldmedaillen.

Doris Schweizer mit Double-Gewinn

Die Oltnerin Doris Schweizer räumte Ende Juni an den Schweizer Rad-Meisterschaften in Martigny mächtig ab. Zuerst gewann die gebürtige Hägendörferin Gold im Zeitfahren – es war in ihrer Karriere der zweite Titelgewinn im Rennen gegen die Uhr. Die 27-Jährige holte sich den Sieg auf der 20,5 Kilometer langen Strecke mit einem Vorsprung von elf Sekunden. Vier Tage später doppelte Schweizer nach, indem sie auch das Strassenrennen über die Distanz von 123 Kilometer für sich entschied. Schweizer konnte in der dritten von sechs Runden zur Spitzengruppe aufschliessen. In der ersten Steigung der letzten Runde sorgte sie mit ihrem Angriff für die Entscheidung im Rennen. Bis ins Ziel fuhr Doris Schweizer noch einen Vorsprung von 44 Sekunden auf die zweitplatzierte Nicola Henselmann heraus. «Ich freue mich riesig über die beiden Meistertitel», kommentierte die Oltnerin ihren Double-Gewinn.

Tausendsassa Petra Eggenschwiler

Die Laupersdörferin Petra Eggenschwiler tanzte im auslaufenden Kalenderjahr gleich auf mehreren Hochzeiten. So drückte die 28-jährige der diesjährigen Ausgabe der Jura-Top-Tour mit drei Siegen (Tüfelsschlucht-, Gempen- und Roggen-Berglauf), zwei zweiten Plätzen und einem dritten Schlussrang ihren Stempel auf. An der Schweizer Meisterschaft im Berglauf Mitte August in Olten gewann Eggenschwiler Silber im Einzel und Gold im Team zusammen mit Gisela Schneeberger und Martina Strähl. Edelmetall gabs auch an der Leichtathletik-SM für Eggenschwiler zu feiern: Sie holte die Silbermedaille im Marathon. Und schliesslich ging die Laupersdörferin auch noch an der Schweizer Meisterschaft im Duathlon an den Start. Eggenschwiler war die Schnellste in der Kategorie der 20- bis 34-Jährigen und durfte sich die Goldmedaille umhängen lassen.

Bitterer Schlusspunkt in Pruntrut

Für den EHC Olten endet die Saison 2015/2016 am 15. März mit einer 0:3-Niederlage beim HC Ajoie. In der Halbfinalserie unterliegen die Oltner den Jurassiern mit 2:4-Siegen. Das letzte Spiel ist symptomatisch, Olten findet gegen den hartnäckigen HC Ajoie nie ein Rezept und erzielt in sechs Spielen nur elf Tore.

109. Nordwestschweizer Schwingfest

Rund 6600 Zuschauer sind am 7. August in Fulenbach vor Ort. Im Schlussgang stehen sich Bruno Gisler und Michael Bless gegenüber. Einen Gewinner gibt es nicht, aber der Gestellte beschert dem Rumisberger Bruno Gisler den Festsieg. Es ist nach 2007, 2011 und 2015 Gislers fünfter Triumph am «Nordwestschweizerischen».

Was 2016 auch noch geschah

Aerobic

Die Solothurner räumen im November an den Schweizer Meisterschaften in Pfäffikon ab. Die Schwestern Corinne Albertini-Schlienger (STV Niederbuchsiten) und Myriam Schlienger (DTV Schupfart) gewinnen Gold in der Kategorie Paare. Im Team-Aerobic der Aktiven setzt sich der DTV Laupersdorf durch. Niederbuchsiten holt Silber bei den Aktiven und die Goldmedaille in der Kategorie Jugend.

Badminton

Vier Jahre nach dem letzten Meistertitel beweist der Hägendörfer Christian Bösiger an der SM in Neuenburg, dass er immer noch der beste Badmintonspieler der Schweiz ist. Mit dem Sieg im Einzel sichert sich der 31-Jährige bereits seine zwölfte Goldmedaille an nationalen Titelwettkämpfen.

Berglauf

Neun Läufe umfasst die Jura-Top-Tour in diesem Jahr. Dies sind die Sieger der einzelnen Läufe: Petra Eggenschwiler und Joey Hadorn (Tüfelsschlucht), Maya Chollet und Gilles Bailly (Wengi), Martina Strähl und Bernard Matheka (Passwang), Petra Eggenschwiler und Joey Hadorn (Gempen), Petra Eggenschwiler und Carsten Brod (Roggen), Martina Strähl und Jérémy Hunt (Grenchenberg), Martina Strähl und Christian Mathys (Belchen), Martina Strähl und Christian Mathys (Weissenstein), Edith Steinmann und Michaël Morand (Tour de Moron).

Einrad

Die Edelmetallsammlung der Familie Lips vom Einradclub Gretzenbach wächst weiter: Mirjam Lips holt an der WM zweimal Gold, fünfmal Silber und zweimal Bronze. Cornelia Lips einmal Gold und zweimal Silber. Ebenfalls erfolgreich im Dienste des EC Gretzenbach sind Manuel Bless (1× Silber), Kurt Leder (1× Gold, 2× Bronze), Silvan Meier (1x Bronze) sowie Stefan Meier (4× Gold, 1× Silber). Im Einradhockey gewinnen die Oltner Mirco Wingard und Christian Peier sowie die Dänikerin Ramona Hürzeler Gold an der WM mit der Schweizer Nationalmannschaft. Die Olten Devils beenden die NLA-Saison auf dem zweiten Schlussrang.

Eishockey

Der SC Altstadt Olten kann bereits früh Ferien buchen. Als Zweite ihrer Gruppe schalten die Oltner im Achtelfinal den EHC Oberlangenegg mit Mühe aus, scheitern dann aber in den Viertelfinals am EHC Koppigen.

Faustball

In der Hallenmeisterschaft 2015/16 müssen der TV Olten und der FB Neuendorf in die Abstiegsrunde, schaffen aber den NLB-Ligaerhalt. Die Saison auf dem Feld beenden die Oltner in der NLB-Westgruppe auf dem ersten Platz, direkt vor Neuendorf. Mit zwei Siegen gegen Vordemwald und Oberwinterthur sichern sich die Oltner den NLB-Meistertitel und die Promotion für die NLA.

Fussball

Lange sieht es düster aus für den Erstligisten FC Wangen. Am Ende reicht es aber für den Klassenerhalt. Die Wangner schliessen die Saison auf dem 11. Platz ab, mit einem Punkt Vorsprung auf die Abstiegszone. In der 2. Liga inter zeigt der FC Dulliken auf dem vierten Schlussrang die beste Saison der Klubgeschichte. Der FC Subingen (10.) und der FC Olten (11.) bleiben ebenfalls in der fünfthöchsten Liga der Schweiz. Pech hat der SC Fulenbach in der 2. Liga: Die Aaregäuer verlieren nicht nur den Solothurner Cupfinal gegen den FC Iliria, sie müssen den Stadtsolothurnern auch in der Meisterschaft wegen einem winzigen Punkt den Vortritt lassen.

Handball

18 Siege und nur 4 Niederlagen stehen für die Männer des HV Olten nach der
starken ersten Meisterschaftsphase zu Buche. Dadurch qualifizieren sich die
Oltner für die Finalrunde der 1. Liga. Dort sind die Konkurrenten dann aber eine Nummer zu gross, für den HVO gibts keinen weiteren Sieg mehr zu feiern. Die Oltnerinnen beenden ihre Saison in der 1. Liga auf dem 6. Platz. Mit einer Bilanz von 13 Siegen, 2 Unentschieden und 11 Niederlagen.

Inlinehockey

Nur ein Team steht dem HC Laupersdorf vor der Sonne: die Keyplayers aus Embrach. Laupersdorf gewinnt das erste Spiel des Playoff-Finals mit 4:3, das Rückspiel entscheiden die Embracher aber gleich mit 9:3 für sich und gewinnen in der Gesamtabrechnung. Dafür holten sich die Moskitos des HC Laupersdorf den Schweizer-Meister-Titel 2016.

Landhockey

Lauter dritte Plätze gibts für die Aktiven des HC Olten: Sowohl die Frauen als auch die Männer holen auf dem Feld und in der Halle jeweils die Bronzemedaille in der NLA. Gleich mehrere Titelgewinne feiern die Junioren: Die U14-Mädchen
entscheiden die Feld- und die Hallenmeisterschaft für sich, die U11-Mädchen holen sich den Meistertitel in der Halle.

Streethockey

Mit neun Siegen und nur drei Niederlagen ist Phoenix Hägendorf in der Quali das beste Team der 1. Liga. Nach zwei klaren Siegen in der ersten Playoff-Runde müssen die Hägendörfer in der Halbfinalserie gegen die Lions aus Sierre über drei Spiele und ziehen nach dem Sieg in der Belle in den Final ein. Mit zwei weiteren Siegen gegen Diabla sichert sich Phoenix Hägendorf schliesslich den Aufstieg in die NLB.

Tennis

Die Kappelerin Tamara Arnold gewinnt an der SM die Silbermedaille bei den U18-Juniorinnen. Dies sowohl in der Halle als auch draussen. Der Hägendörfer Mischa Lanz wird Zweiter bei den U16-Junioren.

Unihockey

In der NLB beendet Mittelland die Qualifikation auf dem 6. Platz. Im Playoff-Viertelfinal wartet Floorball Thurgau auf die Mittelländer. Mit einem 10:8-Heimerfolg im zweiten Duell kann UM die Best-of-5-Serie noch einmal verkürzen, verliert dann aber das dritte Aufeinandertreffen knapp in der
Verlängerung wie auch Spiel vier daheim ebenfalls hauchdünn mit 4:5. In der Kleinfeld 1. Liga trifft der UHC Mümliswil als Zweiter der Qualifikation in den Playoff-Viertelfinals auf White Horse Lengnau. Nach zwei Niederlagen (7:13 auswärts, 6:7 daheim) ist die Saison für die Guldentaler vorzeitig zu Ende.

Volleyball

Das NLA-Team von Volley Schönenwerd beendet die Saison wie schon im Vorjahr auf dem fünften Schlussrang. Die U23- Equipe wird an der SM entthront und muss sich mit dem zweiten Platz begnügen. Die U19-Junioren holen die Bronzemedaille an der SM. Auf die erfolgreichste Spielzeit der Vereinsgeschichte kann der SV Olten zurückblicken. Die Oltner schaffen erstmals den Einzug in die Finalrunde der NLB.