Olten

Diese Politiker stellen das neue 40-köpfige Gemeindeparlament

Die FDP konnte zwar am meisten Parteistimmen auf sich vereinigen, die Gruppierung Olten jetzt! und die Junge SP Region Olten aber sind die Gewinner der gestrigen Parlamentswahlen. Zu den grossen Verlierern gehört die CVP, die drei ihrer sieben Mandate aufgeben muss. Die Stimmbeteiligung lag bei 37,22 Prozent.

Urs Huber
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Das neue Gemeindeparlament zählt nur noch 40 statt wie bisher 50 Sitze.

Das neue Gemeindeparlament zählt nur noch 40 statt wie bisher 50 Sitze.

Bruno Kissling

Das 40-köpfige Oltner Gemeindeparlament wird bunter. Die erstmals angetretene Gruppierung Olten jetzt! hat bei den gestrigen Parlamentswahlen auf Anhieb den Einzug in die Legislative geschafft, besetzt vier Mandate und erreicht damit Fraktionsstärke. Ebenfalls Fraktionsstärke erreicht die Junge SP Region Olten mit drei Mandaten (+2). Neun Parteien/Gruppierungen (+1) ziehen in der neuen Legislatur 2017/2021 ins Parlament.

Luisa Jakob (bisher) Junge SP, 1991, Historikerin 1086 Stimmen
40 Bilder
Simon Gomm Junge SP, 1990, Student PH 994 Stimmen
Corina Bolliger Junge SP, 1990, Studentin PH 535 Stimmen
Marlen Wälchli-Schaffner (bisher) EVP, 1958. Berufsschullehrerin 433 Stimmen
Beatrice Schaffner (bisher) Grünliberale, 1964, Ingenieurin 840 Stimmen
Daniel Kissling Olten jetzt!, 1987, Geschäftsführer 1526 Stimmen
Laura Schöni Olten jetzt!, 1993, Studentin 1171 Stimmen
Tobias Oetiker Olten jetzt!, 1969, Unternehmer 999 Stimmen
Denise Spirig Olten jetzt!, 1988, HR Marketing Manager 988 Stimmen
Felix Wettstein (bisher) Grüne, 1958, Dozent FH 1606 Stimmen
Myriam Frey Schär, (bisher) Grüne, 1972, dipl. Arch. ETH 1534 Stimmen
Michael Neuenschwander (bisher) Grüne, 1958, Musiker/Musiklehrer 1116 Stimmen
Anita Huber (bisher) Grüne, 1968, Redaktorin 1101 Stimmen
Heidi Ehrsam- Berchtold (bisher) CVP, 1955, Hausfrau/Bibliothekarin 1116 Stimmen
Christoph Fink (bisher) CVP, 1952, Arzt 939 Stimmen
Muriel Jeisy-Strub (bisher) CVP, 1982, Juristin 939 Stimmen
Beat Felber, CVP, 1980, Architekt 925 Stimmen
Christian Werner (bisher) SVP, 1984, Rechtsanwalt 1351 Stimmen
Matthias Borner (bisher) SVP, 1982, Ökonom 1191 Stimmen
Philippe Ruf (bisher) SVP, 1989, Kaufmann 1030 Stimmen
Doris Känzig (bisher) SVP, 1952, Sonderpädagogin 1018 Stimmen
Franziska Erzinger (bisher) SVP, 1958, Sachbearbeiterin/Chef de Service 956 Stimmen
Monique Rudolf von Rohr (bisher) FDP, 1955, Berufsfachschullehrerin 1964 Stimmen
Daniel Probst (bisher) FDP, 1973, Ökonom lic. rer. pol. 1841 Stimmen
Heinz Eng (bisher) FDP, 1960, Stv. Geschäftsführer 1708 Stimmen
Urs Knapp (bisher) FDP, 1958, Unternehmensberater 1683 Stimmen
Reto Grolimund FDP, 1987, MSC Bauing. ETH 1622 Stimmen
David Plüss FDP, 1984, Dr. sc. ETH/Chemiker 1605 Stimmen
Alexandra Kämpf (bisher) FDP, 1977, Rechtsanwältin 1564 Stimmen
Deny Sonderegger (bisher) FDP, 1977, Geschäftsleiter 1561 Stimmen
Simone Sager (bisher) FDP, 1979, Immobilienbewirtschafterin 1546 Stimmen
Arnold Uebelhart (bisher) SP, 1953, Arzt 1977 Stimmen
Ruedi Moor (bisher) SP, 1954, Physiker 1972 Stimmen
Dieter Ulrich (bisher) SP, 1977, Leiter Finanzen 1955 Stimmen
Huguette Meyer Derungs (bisher) SP, 1972, Sek-I-Lehrerin 1905 Stimmen
Yabgu Ramazan Balkaç (bisher) SP, 1971, dipl. Architekt/Dozent 1799 Stimmen
Christine von Arx (bisher) SP, 1971, Gerichtsschreiberin 1785 Stimmen
Eugen Kiener (bisher) SP, 1955, Amtsrichter 1744 Stimmen
Renata Pfeiler (bisher) SP, 1969, Kaufm. Angestellte 1706 Stimmen
Andrea Leonhardt Mohr SP, 1975, Fachfrau Gesundheitsförderung 1699 Stimmen – Moor rutscht für Stadträtin Marion Rauber nach.

Luisa Jakob (bisher) Junge SP, 1991, Historikerin 1086 Stimmen

zvg

Ziele, die überzeugten

Es war klar: Die Reduktion der Sitze von 50 auf 40 würde für Mandatsverschiebungen sorgen. Nun kam aber auch noch der differente Wählerwille hinzu: Die Stossrichtung der eigentlichen Wahlsieger von gestern, Olten jetzt!: «Olten jetzt! setzt sich ein für ein Olten, in dem man sich auf belebten Plätzen, in verkehrsberuhigten Quartieren und an einem zugänglichen Aareufer begegnen kann.» Nur eine der Botschaften, die auf fruchtbaren Boden fiel: Dazu Daniel Kissling, Bestgewählter der Gruppierung: «Wir sind natürlich schon ein bisschen stolz auf das erzielte Wahlergebnis.» Und Mitstreiterin Laura Schöni weiss: «Jetzt geben wir erst richtig Gas.» Als einen vorläufigen Schwerpunkt der Politarbeit bezeichnen beide Veränderungen am Ländiweg. «Da muss eine Lösung gefunden werden, auch wenn man dafür Provisorien heranziehen muss», sagt Kissling. Im Übrigen sieht sich die Gruppe nicht als Oppositionspartei. «Wir haben eigenständig politische Ziele formuliert und sind als gesellschaftsliberale Gruppe grundsätzlich für jede Zusammenarbeit offen», so Kissling.

Ebenfalls zu den Wahlsiegern gehört die Junge SP Region Olten, die schon einige Jahre das politische Parkett belebt und die ihren Erfolg darauf zurückführt, in der Vergangenheit konsequent auf Themen gesetzt zu haben, die andere aussen vor liessen. Verkehrfreie Innenstadt und der genossenschaftliche Wohnungsbau dienen als Stichworte. «Wir behalten uns weiterhin alle Themenfreiheiten vor», sagt die wiedergewählte Luisa Jakob. So will man sich jetzt umso mehr für eine nachhaltige Jugendarbeit einsetzen, wie Simon Muster betont. Trotz Fraktionsstärke hält die Junge SP Region Olten an der Fraktionsgemeinschaft mit der Mutterpartei fest, was deren Fraktionschef, Ruedi Moor, freut. «Über alles gesehen bin ich sehr zufrieden mit dem Wahlausgang.» Die SP kann 9 Sitze (–4) ins verkleinerte Parlament mitnehmen. Moor sieht in naher Zukunft die politischen Schwerpunkte darin, das Spardiktat zu brechen und Neues anzugehen. Auch Andaare soll wieder auf die Agenda kommen.

CVP verliert am meisten

Zu den grossen Verlierern gehört die CVP, die noch 4 Mandate (–3) hält. «Wir haben den Ausgang nicht so erwartet», bilanziert der wiedergewählte Christoph Fink, der den Wahlausgang als «hart» und «bitter» bezeichnet. Dennoch sagt er: «Wir werden unsere Politik trotz der Niederlage nicht gross ändern.» Auch an der Fraktionsgemeinschaft mit der EVP (–1) und der GLP (–1), beide errangen noch je einen Sitz, gedenkt Fink fortzuführen.

FDP: Stimmenkrösus

Am meisten Stimmen konnte die FDP auf sich vereinen. Sie zieht neu mit 9 (–3) Mandaten in die kommende Legislatur. «Wir sind zufrieden und haben den Status quo in etwa gehalten», so Parteipräsidentin Monique Rudolf von Rohr, die sich künftig eher von der stringenten Sparpolitik verabschieden möchte. Auch sie sieht Andaare wieder auf der Traktandenliste, ebenso wie Philippe Ruf (SVP), der von einem nicht ganz glücklichen Wahlausgang für seine Partei spricht. Gerechnet hatte man mit lediglich einem Sitzverlust. «Schade, dass wir den sechsten nicht halten konnten», meint er. Es sei eben nicht gelungen, die Wählerschaft zu mobilisieren. «Vor allem, weil keine SVP-spezifischen Themen an der Urne zu entscheiden waren.» Zufrieden mit dem Wahlausgang geben sich die Grünen, wie Myriam Frey Schär betont. Noch 4 Mandate (–2) zählt die Fraktion, die gerne mit Olten jetzt! zusammenarbeiten würde. «Ich sehe da schon gewisse Berührungspunkte», sagt Frey.