Humanitärer Einsatz
Team um Oltner Chirurg bekämpft in Mexiko den Grauen Star ‒ und gibt den Menschen so ihr Augenlicht zurück

Augenchirurgen haben in zwei Städten in Mexiko im Rahmen eines Hilfsprojekts bei 236 Patientinnen und Patienten den Grauen Star operiert. Das Ärzteteam arbeitete ehrenamtlich.

Online-Redaktion
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Die Menschen warten geduldig auf ihre Operation.

Die Menschen warten geduldig auf ihre Operation.

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Der Graue Star – oder die Katarakt – gehört zu den weltweit häufigsten Augenkrankheiten. Sie entsteht meist im fortgeschrittenen Alter und führt unbehandelt zur Erblindung. Weltweit ist die Katarakt für den Sehverlust bei rund 20 Millionen Menschen verantwortlich. Ein einfacher operativer Eingriff bringt die Sehkraft zurück.

Was für Europäer normal sei, bleibe aber für viele in Armut lebenden Menschen auf dem südamerikanischen Kontinent oft nur ein Traum. Dies, weil sie keinen Zugang zu medizinischen Einrichtungen hätten, wie die Augenklinik Heuberger AG aus Olten in einer Mitteilung schreibt.

Erster Einsatz nach zwei Jahren

Alex Heuberger

Alex Heuberger

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Bereits zum 20. Mal war der Oltner Augenchirurg Alex Heuberger mit seinem Team im Frühjahr in Mexiko, um eben genau diesem Missstand zu begegnen und den Ärmsten aus der Region Yucatán eine kostenlose Operation zu ermöglichen. Ihnen und ihren Familien wird damit eine neue Lebensperspektive im Kampf gegen die Armut gegeben.

Dieser jüngste Einsatz fand gemäss Mitteilung vom 27. März bis 8. April in den Städten Mérida mit einem Einzugsgebiet von etwa 1,3 Millionen und Tekax mit ungefähr 30’000 Einwohnern statt. Während der letzten beiden Jahre seien die Einsätze coronabedingt nicht möglich gewesen.

Zu seiner Motivation wird der Augenarzt und Unternehmer Alex Heuberger in der Mitteilung zitiert: «Angeregt durch unseren mexikanischen Anästhesisten der Augenklinik Heuberger war es mein Wunsch, armen Menschen in Mexiko zu helfen. Auch nach 22 Jahren freue ich mich jedes Jahr nach Mexiko zu reisen, um möglichst vielen Menschen das Augenlicht wieder zurückzugeben.»

Spendengelder und ehrenamtliche Arbeit

Die Kosten für das Projekt werden von dem 2001 eigens dafür gegründeten Verein «Projekt gegen Blindheit in Mexiko» getragen. Dieser Verein wird mit Spendengeldern finanziert. Das Team arbeitet ehrenamtlich.

Aus der Schweiz reisten gleich vier Augenchirurgen an: Alex Heuberger aus Olten, Johannes Schwarz aus Zürich, Theo Signer aus Binningen und Ioannis Lamprakis aus Solothurn. Sie operierten während acht Operationstagen in Zusammenarbeit mit drei lokalen Augenchirurgen 236 Patienten respektive 237 Augen. Bei einem Kleinkind wurden beide Augen operiert.

Die Operation bei der kleinen Patientin ist geglückt.

Die Operation bei der kleinen Patientin ist geglückt.

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Nicht nur die Eingriffe selbst, sondern auch die Planung und Logistik bilden einen Grossteil der Aufgaben in Verbindung mit humanitären Projekten. So unterstützte ein siebenköpfiges Team die vier Chirurgen – alle auf eigene Kosten und als Bestandteil ihrer Ferien.

Einzig die Hotelkosten und die lokalen Transporte seien vom mexikanischen Ministerium für Gesundheit und Soziales in Yucatán übernommen worden. Letzteres stellte auch die Operationssäle, Personal und die lokalen Augenärzte für die Vorbereitung und die Nachkontrollen der Patienten zur Verfügung. Damit sei gewährleistet, dass die Spendengelder effizient für die operative Versorgung der mexikanischen Patienten verwendet werden könnten.

Die Helferinnen und Helfer sind mittlerweile alle wieder in ihren normalen Alltag zurückgekehrt und für einige wird es im nächsten Jahr – sofern die Pandemie nicht wieder einen Strich durch die Rechnung macht – weitergehen.