Wangen

Konzert geleitet Zuhörer schwungvoll in den Advent

Am Sonntagabend kamen die zahlreich erschienenen Zuhörerinnen und Zuhörer in der katholischen Kirche in Wangen in den Genuss eines Adventskonzertes der besonderen Art.

Trudi Stadelmann
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Walter Grob (vorne) während des Adventskonzerts

Walter Grob (vorne) während des Adventskonzerts

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Die Orffgruppe Wangen bot zusammen mit den Wangner Spatzen und dem popCHORn ein hinreissendes Programm. Die Jüngsten der Gruppe spielten zur Einstimmung «Morgen kommt der Weihnachtsmann». Conrad Heusser, Präsident des Gönnervereins Orffgruppen, begrüsste das Publikum. Man feiere heute den ersten Advent.

Für die Musikmachenden habe diese Jahreszeit aber schon lange begonnen. Die ersten Proben hätten stattgefunden, als die Anwesenden wohl noch in Badehosen am Strand lagen. Diese Worte zeigen auf, welch grossen Aufwand die jungen Musikerinnen und Musiker betreiben. Dass sich dieser gelohnt hat, zeigte sich aber in der Folge.

Von «Jingle Bells» bis Freddie Mercury

Darauf ertönte «Jingle Bells». Die Spieler zeigten dabei auf, dass schon nach kurzer Zeit viel aus den Instrumenten zu holen ist. Und deren waren viele: Marimbafone, Vibrafone, Glockenspiele und Kesselpauken, aber auch Schlagzeug und diverse Perkussionsinstrumente kamen zum Einsatz.

Beim «Oh When the Saints» zeigte sich, wie gekonnt das Zusammenspiel klappt. Hochkonzentriert liessen die Buben und Mädchen die Schlägel auf den Klangplatten tanzen.

Es wurde nicht nur gespielt, es wurde auch gesungen. Die zwei Kinderchöre Wangner Spatzen (rund zwanzig Erst- und Zweitklässler) und der popCHORn (fünfzehn Dritt- bis Sechstklässler) sangen unter der Leitung von Christina Lerch Winter- und Weihnachtslieder.

Die hellen Kinderstimmen füllten den Kirchenraum und erfreuten das Publikum. Etliche Väter und Mütter zückten Tablets und Phones, um diese Augenblicke festzuhalten. Sichtliches Zeichen des elterlichen Stolzes.

Bei den Worten «Schneeflöckli tanz dur d Luft» wünschte man sich für die Kinder, dass diese wirklich fallen würden, auch wenn die Autofahrer darob vielleicht nicht erfreut wären. Erwähnenswert ist auch, dass die beiden Chöre zum ersten Mal zweistimmig sangen. Und dies mit Bravour, es waren keine Unsicherheiten auszumachen.

Orffianer durch und durch

Walter Grob, Leiter der Orffgruppen, ist Orffianer mit Leib und Seele. Und er weiss die Liebe zur Musik seinen Schülerinnen und Schülern zu vermitteln. Beim Stück «Tingalayo» aus Südamerika zeigte sich, welch guter Pädagoge Grob ist.

Man spürte den Jugendlichen an, wie viel Freude sie am Musizieren haben. Und bei den südamerikanischen Klängen verstand man auch sofort, warum auf diesem Kontinent an Weihnachten getanzt wird.

Mit «The Final Countdown» füllten rockige Töne die Kirche. Ein wahrlich nicht einfaches Stück, eine grosse Herausforderung. Die Jugendlichen meisterten diese aber mit Bravour. Das Zusammenspiel zeigte auch, was für ein hervorragender Pädagoge Grob ist.

Wundervoller Adventsauftakt

Dies sollte aber noch nicht das Ende sein. Die beiden Kinderchöre gaben zwei weitere Lieder zum Besten. Mit «Frohe Weihnachten, Merry Christmas» begeisterten sie nicht nur die zahlreich erschienene Verwandtschaft, alle Anwesenden waren berührt.

In Grobs Gruppen finden sich Kinder und Jugendliche zwischen acht und achtzehn Jahren. In den letzten Stücken zeigten die Älteren ihr Können. Hier zeigte sich, was man nach jahrelangem Üben aus den Instrumenten holen kann. So bei «Bohemian Rhapsody» von Freddie Mercury. Man vermeinte seine Stimme zu hören.

Die Künstler, und so darf man sie ruhig nennen, beherrschten die leisen und feinen, aber auch die lauten und starken Töne. «Music Was My First Love» von Abba zeigte, wie sehr Grob und die Kinder und Jugendlichen die Musik lieben. Sie boten einen wundervollen Auftakt in die Adventszeit.

«Orff- Schulwerk»

Der Komponist und Musikpädagoge Carl Orff (1895-1982, «Carmina Burana») gründete 1961 ein Institut für die Ausbildung von Lehrkräften nach seinen pädagogischen Ideen.
Den pädagogischen Kern der Konzeption «Orff-Schulwerk» bildet der kreative Umgang mit den Elementen Musik, Sprache und Bewegung. (otr)