MenschOlten!
Wasserversorgung da und dort - das Fastenopfer hilft

MenschOlten! nutzt Spendengelder zur Fastenzeit für ein Wasserprojekt in Uganda.

Sarah Böhm, Beatrice Reusser und Brigitta Köhl
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900 Schüler der grössten Schule in Kiwenda sollen i nden genuss einers Sammeltank für Regenwasser kommen.

900 Schüler der grössten Schule in Kiwenda sollen i nden genuss einers Sammeltank für Regenwasser kommen.

zvg

Ich stehe am Morgen auf, öffne den Wasserhahn und raus fliesst frisches sauberes Trinkwasser, mit dem ich mir das Gesicht waschen und später eine Tasse Kaffee zubereiten kann. Für uns Alltag, der zu einer Selbstverständlichkeit geworden ist. Etwas, wovon viele Menschen auf der Südhalbkugel nur träumen können. So auch die Bewohner und Bewohnerinnen von Kiwenda in Uganda, deren Dorf weder an das Wasser- noch an das Stromnetz angeschlossen ist.

Der Klimawandel lässt die Regenzeiten unregelmässiger werden mit zu viel oder zu wenig Regen und verstärkt so den Mangel an genügend sauberem Wasser. Dem tritt das diesjährige Projekt von MenschOlten! entgegen. MenschOlten! ist eine oekumenische Initiative der römisch-katholischen, reformierten und christkatholischen Kirchgemeinden der Stadt Olten, hervorgegangen aus dem oekumenischen Konveniat zur gemeinsamen Sammlung während der Passionszeit, von Aschermittwoch bis Ostern, wenn die Hilfswerke «Fastenopfer», «Brot für alle» und «Partner sein» aufrufen zum Teilen mit den Benachteiligten der Welt und mit verschiedenen Anlässen auf die entwicklungspolitischen Anliegen der Kampagne aufmerksam machen.

Wassertank für die Primarschule in Kiwenda

Turnusgemäss wird jedes Jahr ein Hilfswerk berücksichtigt: 2021 ist es das christkatholische Hilfswerk «Partner sein». In der Anglikanischen Kirchgemeinde Kanoni im Südwesten Ugandas unterstützt «Partner sein» seit 25 Jahren verschiedene Schul-und Wasserprojekte. Die Gemeinde ist weder am Stromnetz angeschlossen, noch verfügen die Häuser über Wasseranschlüsse. Die Menschen leben von der Landwirtschaft.

In der Regel gibt es zwei Regenzeiten mit genügend Wasser für den traditionellen Mischanbau von Früchten, Gemüse, Erdnüssen und Kaffee. Mit dem Klimawandel werden die Regenzeiten unregelmässiger. Oft fällt zu viel oder dann wieder zu wenig Regen. Das Fassen von Regenwasser zur Verwendung während der Trockenzeit ist wichtig. Zur Kirchgemeinde gehören drei Primarschulen mit mehr als 2000 Schülern.

Partner sein hat an allen drei Standorten den Bau von Schulgebäuden finanziert sowie Wasserfassungen und Brunnen erstellt. Viele der Schülerinnen und Schüler besuchen nach der Primarschule die Sekundarschule und einige auch Colleges, an denen sie Berufslehren machen. Die Schulen schneiden im regionalen Vergleich seit Jahren sehr gut ab.

Dachwasser in Dachrinnen sammeln

Die Schulen in Kiwenda und Kanoni bestehen aus jeweils mehreren Schulgebäuden mit grossen Blechdächern. Das Dachwasser wird mit Dachrinnen gesammelt und in Tanks abgeleitet, welche den Schülern zum Händewaschen dienen. Die Hygiene kann mit regelmässigem Händewaschen verbessert, Corona bekämpft und auch andere Krankheiten wie Durchfall können eingedämmt werden.

Mehrere Plastiktanks mit einem jeweiligen Fassungsvermögen von 10'000 Litern konnten in den letzten Jahren installiert werden. In Kanoni wurde 2019 ein im Boden versenkter, gemauerter Tank mit einem Fassungsvermögen von 25'000 Litern gebaut.

Mit dem Projekt von MenschOlten! soll nun auch in der grössten der Schulen, in Kiwenda, ein solcher Tank erstellt werden für rund 900 Schüler. Sauberes, frisches Trinkwasser war auch bei uns nicht immer eine alltägliche Selbstverständlichkeit. Bis ins Jahr 1896 bestand die Oltner «Wasserversorgung» nämlich aus sechs öffentlichen und einer Handvoll privater Brunnen, mit einer Ausnahme alle auf der Altstadtseite. Sie alle wurden aus der Quelle Munimatt im Bereich der heutigen Altmatt gespeist.

Der erste Meilenstein kam mit der Hägendorfer Leitung, die Wasser aus der Teufelsschlucht nach Olten führte. 1902 folgte der nächste mit dem Grundwasserpumpwerk 1 im Gheid, das 290 Liter Wasser pro Sekunde zu fördern vermochte. Aufgrund des steigenden Wasserkonsums kamen 1946 zwei weitere Pumpwasserwerke hinzu. Und der an Wasserverbrauch rekordverdächtige heisse und trockene Sommer 1976 gab Anstoss zu den 1991 und 1993 erbauten tieferliegenden Pumpen als Ersatz der Anlage im Gheid.

Neben Technik braucht es ein Team

So kann Olten heute auf fünf Grundwasserpumpwerke zurückgreifen, die 2019 2,6 Millionen Kubikmeter Wasser förderten. Eine Menge, mit der man das Hallenbad Olten fast 3500 Mal füllen könnte. Verbindungen bei der Alten Brücke und der Trimbacher Brücke sowie im Energietunnel Düker unter der Aare hindurch sorgen dafür, dass das Wasser beidseits der Aare zur Verfügung steht.

Damit wir heute und in Zukunft frisches, sauberes Trinkwasser geniessen können, braucht es neben all der Infrastruktur und Technik auch ein ganzes Team an engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die sich unentwegt für unsere Wasserversorgung einsetzen. Ihnen gebührt unsere Wertschätzung, indem wir achtsam mit der Ressource Wasser umgehen, die auch bei uns nicht unbegrenzt verfügbar ist.