Olten

Mit Umbau des Bahnhofquais soll auch der Ländiweg attraktiver werden

Die Stadt Olten will die Chance der vom Kanton geplanten Umgestaltung des Bahnhofquais nutzen, um gleichzeitig den Ländiweg zu verbreitern und für die verschiedenen Nutzergruppen aufzuwerten.

Fabian Muster
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Die Breite des Weges soll erhöht werden. (Archiv)

Die Breite des Weges soll erhöht werden. (Archiv)

Bruno Kissling

Als «Schandfleck» für die Stadt Olten wurde der Ländiweg schon bezeichnet. Unter der Bevölkerung gilt der Uferweg zwischen Bahnhofterrasse und Alter Holzbrücke als «Angst-Hotspot», wie eine Situationsanalyse diesen Frühling zeigte. Nun handelt der Stadtrat – auch auf Druck einer überparteilichen Motion, die im März 2018 für erheblich erklärt wurde. Die Oltner Regierung will dafür sorgen, dass der Ländiweg verbreitert wird und es so weniger Nutzungskonflikte zwischen Passanten und Leuten gibt, die sich dort aufhalten wollen. Zudem wird so auch eine Veloverbindung ermöglicht von der Alten Holzbrücke zur Einstellhalle mit 1200 Abstellplätzen beim neuen Bahnhofplatz, wie die Stadtkanzlei am Donnerstag mitteilt.

Im kommenden Frühling will der Kanton definitiv mit der Umgestaltung des Bahnhofquais beginnen, obwohl das Projekt noch vor dem Solothurner Verwaltungsgericht hängig ist. Dazu hat das Amt für Verkehr und Tiefbau das unumstrittene Teilprojekt zur Erneuerung der Stützmauer unterhalb des Bahnhofquai ausgegliedert und kann es unabhängig vom juristischen Ausgang des Gesamtprojekts starten. Die geplante neue Bohrpfahlwand soll nun statisch so angepasst werden, dass die Böschung beim Ländiweg nicht mehr zur Stabilisation nötig ist. Dieses Anliegen hat der Stadtrat beim Kanton deponiert. Die Böschung muss nämlich während der Bauzeit der neuen Stützmauer ohnehin abgetragen werden.

«Wir hätten diese nach Abschluss der Arbeiten wieder instand gestellt», sagt Daniel Zimmermann beim kantonalen Strassenbauamt auf Anfrage. Laut dem stellvertretenden Abteilungsleiter kann sich der Kanton mit dem Anliegen der Stadt anfreunden. «Das ist eine Win-win-Situation.» Um die Statik der neuen Stützmauer zu verbessern, müssten die Pfähle tiefer einbetoniert werden und kleinere Abstände aufweisen. Derzeit ist der Kanton daran, die Statik der Stützmauer neu zu berechnen. Die Mehrkosten gegenüber der ursprünglich geplanten Stützmauer sind noch nicht klar, müssten aber von der Stadt Olten bezahlt werden.

Der Stadtrat sieht zwei Varianten vor, wie der Ländiweg attraktiver wird: Zum einen könnte die ganze Böschung weggelassen werden, sodass die Gesamtbreite des Ländiwegs von heute 2,7 auf 7 Meter zunimmt. Oder neu wird die Fläche ab der Höhe der bestehenden Mauer beim Ländiweg genutzt, die oft auch als Sitzgelegenheit dient, sodass es zwei Niveaus gibt. «Der Stadtrat wird voraussichtlich im Dezember einen Variantenentscheid fällen und darauf basierend ein Projekt ausarbeiten lassen», sagt Stadtschreiber Markus Dietler auf Anfrage. Es gebe noch keinen Favoriten. Das Gemeindeparlament soll im zweiten Quartal 2020 über den Baukredit entscheiden. Die Kosten für einen attraktivieren Ländiweg sind bisher nicht bekannt: Insgesamt hat der Stadtrat dafür 800'000 Franken im langjährigen
Finanzplan vorgesehen.