Olten
Musikalische Weltreise mit Zwischenhalt an der Copacabana

Die Stadtmusik Olten und die Musikgesellschaft Villmergen erzählten in einer äusserst vielfältigen Darbietung mit Stücken aus aller Welt und allen Stilrichtungen musikalische Geschichten.

Trudi Stadelmann
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Die Stadtmusik Olten und die Musikgesellschaft Villmergen zeigten unter der Leitung von Gastdirigent Toni Scholl eine solide Leistung.

Die Stadtmusik Olten und die Musikgesellschaft Villmergen zeigten unter der Leitung von Gastdirigent Toni Scholl eine solide Leistung.

Remo Froehlicher;Remo Fröhlicher

Musik, das sind auch Geschichten. Die Stadtmusik Olten erzählte am Samstagabend zusammen mit der Musikgesellschaft Villmergen dem Publikum wunderbare musikalische Geschichten und entführte es so in die Wüste Amerikas oder an die Strände von Rio de Janeiro. Marco Müller ist seit 2010 Dirigent der beiden Orchester. Weil es viele Kompositionen gibt, die eine grosse Anzahl von Musikern verlangen, entstand die Idee zu dieser Zusammenarbeit. Die Umsetzung hat sich gelohnt. Rund siebzig Musikerinnen und Musiker befanden sich auf der Bühne. Liselotte Züllig, die den Anlass moderierte, fand kaum Platz für ihre Ansagen. Sie gab mit viel Charme und Humor Erklärungen zu den einzelnen Darbietungen.

In ferne Welten entführt

Beim ersten Stück «Welcome to the Imagination World» von Daisuke Shimizu fühlte man sich in ferne Welten des Alls versetzt. Die beiden Orchester trugen das sehr moderne Stück sehr gekonnt vor. Gastdirigent Toni Scholl aus Deutschland leitete die zweite Komposition, das Trompetenkonzert in As-Dur von Alexander Arutjunjanj. Hier brillierte der Trompetensolist Fabian Neuhaus.

Eine Besucherin war denn in der Pause auch des Lobes voll. «Jeder Ton sass perfekt, seine Präsenz war deutlich zu spüren.» Neuhaus harmonierte wunderbar mit den Musikern. Seine Freude am Spiel war deutlich zu spüren. Kees Vlaks «Las Playas da Rio» entführte das Publikum aus dem kalten Olten an die warmen Strände von Rio. Sambaklänge füllten das Stadttheater, man befand sich in einer Bar bei einem kühlen Drink.

Nach der Pause ertönte Rossano Galantes «Cry of the last Unicorn». Die Jagd nach dem letzten Einhorn war voller Emotionen. Mit ganz feinen, melancholischen Tönen und stürmischen Passagen ist das Stück eine Herausforderung für ein Orchester. Die Villmergener und Oltner meisterten diese aber sehr gut. Der Gastdirigent Scholl meinte, er hätte gerne mehr geprobt mit den Musikern. Es seien ein Probewochenende und und zwei Proben Anfang dieser Woche gewesen. Scholl ist ein sehr kritischer Dirigent, man spürte es aus diesen Worten. Trotz der kurzen Zeit hat er aber eine Menge herausgeholt.

Töne wie Perlen

Im «Concerto for Trumpet» von Harry James brillierte wieder Fabian Neuhaus und hatte das Publikum auf seiner Seite. Kurt und Rosmarie Hofmann zeigten sich auch von diesem Stück im Swingstil begeistert. «Fantastisch, einfach wunderbar.». Neuhaus reiht die Töne wie Perlen aneinander und so entsteht ein Kunstwerk, das seinesgleichen sucht.

Mit «Sheltering Sky» von John Mackey kamen die Zuhörerinnen und Zuhörer in den Genuss eines zeitgenössischen Stücks. Es folgten «The Adventures of Tintin» von Johan de Meeij und als Zugabe ertönte ein Medley aus dem Film «Die kleine Meerjungfrau».

Nach dem Konzert war auch Stadtpräsident Martin Wey des Lobes voll. Er bedauerte nur, dass nicht mehr Leute den Weg ins Stadttheater gefunden hatten. Tatsächlich gab es einige leere Stuhlreihen, aber «Les absents ont toujours tort», die Abwesenden haben immer unrecht. Die Musikerinnen und Musiker erzählten an diesem Abend wunderbare Geschichten. Gastdirigent Scholl meinte denn auch, dass er immer sage, Musik, das seien nicht nur Töne, sondern auch und vor allem Inhalt.

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