Olten

Rückschau der Stadtgärtnerei: «Die Stadt hat 2'600m2 Naturfläche geschaffen»

Die Stadtgärtnerei Olten mit Walter Egger an der Spitze hat im auslaufenden Jahr mehr Naturflächen ermöglicht.

Urs Huber
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Walter Egger beim Maria-Felchlin-Platz: Aktuell werden dort die Rabatten mit Stauden bepflanzt.

Walter Egger beim Maria-Felchlin-Platz: Aktuell werden dort die Rabatten mit Stauden bepflanzt.

Bruno Kissling

Walter Egger, der Bereichsleiter der städtischen Gärtnerei, schaut ganz zufrieden auf das auslaufenden Naturjahr zurück. «Die Stadt Olten hat 2019 fast 2600 m2 Naturflächen geschaffen» sagt er. Das sei doch recht viel, schiebt der Mann hinterher. Bildlich gesprochen: Die Fläche entspricht in etwa einem guten Drittel eines Fussballfeldes. Naturflächen? Damit meint der Chefgärtner: Blumenrasen (1990 m2), Magerrasen (450 m2) und Staudenmischpflanzungen (225 m2). Wonach ein Amateur auch noch fragen könnte: Magerwiesen? «Eine solche ist nicht geschaffen worden», sagt Egger. Magerwiesen auf öffentlichem Grund können dort eingerichtet werden, wo keine Nutzungskonflikte entstehen. In einer Stadt ist das fast nicht möglich. «Ausser unter Bäumen», präzisiert Egger. Und das mache die Stadtgärtnerei auch.

Möglich aber sind andere Dinge: Etwa die Praxis, die arrangierten Wechselflorrabatten etwas zurückzunehmen, denen dann Staudenbepflanzungen folgen. Zum einen sind diese naturnäher und zum andern viel intensiver belebt von Insekten verschiedenster Art. «Das stützt sicher die Biodiversität», sagt Egger. Denn die Stadtgärtnerei sei bemüht, Natur in die Stadt zurückzubringen. Auf Wechselflorrabatten zu verzichten, hält Egger aber nur für schwer machbar. «Sie haben ihre Anhängerschaft, sind halt sehr farbig, meist kunstvoll arrangiert und werden zweimal jährlich frisch bestellt», erklärt er.

Zierrasen steht eher auf dem Negativindex

Auch ausschliessliche Rasenflächen stehen eher auf dem Negativindex der Stadtgärtnerei: «Zierrasen ist monoton, braucht Dünger und bei Trockenheit Bewässerung, während Blumenrasen nur vier- bis sechsmal geschnitten werden muss und Lebensraum bietet für Insekten», argumentiert der 55-jährige Egger. Standorte für Staudenbepflanzungen hingegen, wo sich, je nach Auswahl, Taglilien, Elfenblumen, Storchenschnabel, Krokusse oder wilde Tulpen tummeln, kommen meist an bestimmten Stellen zum Tragen, finden beispielsweise in Rabatten entlang von Strassenzügen ihren Platz oder treten an die Stelle von Schotterflächen. Sie gelten als pflegeleicht, brauchen weniger Wasser, lediglich einen Schnitt und müssen «vielleicht drei- bis viermal jährlich von Unkraut befreit werden», wie Chefgärtner Egger erklärt. Zudem wirken sie sich positiv aufs Mikroklima aus. «Schotterflächen dagegen speichern Hitze; das ist eher negativ, speziell in heissen Sommern», so Egger.

Überhaupt: Die immer heisser und trockener werdenden Sommer zwingen auch die Stadtgärtnerei zu Neudispositionen. «Besonders leiden Fichte und Buche», sagt Egger. Bei der kontinuierlichen Erneuerung der Baumbestände, es gibt rund 2500 Bäume auf öffentlichem Grund, muss sich die Stadtgärtnerei um Alternativen bemühen: «Es gibt Ahornarten, die deutlich trockenresistenter sind», sagt Egger.

Und wem sind die grünfarbenen Beutel am Fusse jünger Bäume aufgefallen? Nein, keine Behältnisse für Hundekot. Das sind Baumwassersäcke, die ihren Inhalt (75 Liter) innert fünf bis acht Stunden an den Baum abgeben. «Die hatten wir heuer erstmals im Einsatz und sie haben sich bewährt», sagt Egger.