Rücktritt
Olten: Grappa und passende Gläser zum Abschied für Vizepräsident Franco Giori

An der Generalversammlung des Schweizerischen Zivilschutzverbandes (SZSV) in Olten ist der langjährige Vizepräsident zurückgetreten.

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Von links: Franco Giori (Rücktritt), Christoph Flury, Maja Riniker, Sascha Plattner (alle SZSV), Bundesrätin Viola Amherd, David Schenker, Frédéric Voirol und Guido Sohm (alle SZSV).

Von links: Franco Giori (Rücktritt), Christoph Flury, Maja Riniker, Sascha Plattner (alle SZSV), Bundesrätin Viola Amherd, David Schenker, Frédéric Voirol und Guido Sohm (alle SZSV).

zvg

An der Generalversammlung des Schweizerischen Zivilschutzverbandes (SZSV) in Olten ist der langjährige Vizepräsident Franco Giori zurückgetreten. Der Verband, an dessen Entstehung der Oltner massgeblich beteiligt gewesen war, durfte dabei auch gleich sein 15-jähriges Bestehen feiern.

«Ich war Teil eines Verbandes, in dem ich mich immer sehr wohl gefühlt habe»,

blickt Franco Giori in der aktuellen Nummer der Verbandszeitschrift auf die vergangenen 15 Jahre zurück. Der Verband war 2007 als Produkt eines Zusammenschlusses des vormaligen Schweizerischen Zivilschutzverbandes und des Verbandes Schweizerischer Zivilschutzorganisationen (VSZSO) gegründet worden.

Ein immerwährender Motor

Als Vorstandsmitglied des VSZSO war Giori treibende Kraft hinter dem Neustart. Giori war seit Gründung des SZSV Vizepräsident. Franco Giori und seine Leistungen zu würdigen, sei fast nicht möglich, sagte die Verbandspräsidentin im Rahmen der Verabschiedung.

«Franco ist unser Lexikon, unser Gewissen.» Giori sei ein ebenso hartnäckiger wie auch grosszügiger und liebenswürdiger Mensch, hielt Maja Riniker in ihrer launigen Rede fest. Franco Giori wurde mit der Verleihung der Ehrenmitgliedschaft des SZSV verabschiedet.

Danach ging es an die Feierlichkeiten zum 15-Jahr-Jubiläum: Erst gabs einen Apéro für die gesamte Gesellschaft im Klostergarten gleich nebenan und nach dem Essen wurde die Historie des Verbandes in einem kurzweiligen Einspieler aufgerollt. Eindrücklich, wie der neue Verband sich Schritt für Schritt zum ernst zunehmenden und ernst genommenen Ansprechpartner im Bereich Bevölkerungsschutz mauserte.

So ist heute die regelmässige Präsenz von Mitgliedern der Landesregierung an GV oder jährlicher Fachtagung ebenso an der Tagesordnung wie der periodische Austausch von Verbandspräsident und -Vize mit dem VBS und dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz.

Giori glänzte stets mit Ideen

Giori lancierte auf die Generalversammlung 2016 hin einen SZSV-Pin, in Silber als Werbe-Pin und eine Goldvariante für Ehrungen. Und als Dank für ihre wichtigen Leistungen während der Pandemie erhielten alle Zivilschützer einen veritablen Corona-Pin.

Während der ehemalige Verbandspräsident Walter Donzé am Nachmittag den durchaus ernst gemeinten Vorschlag machte, die Stadt Olten könne Giori doch ein Denkmal setzen, wurde der scheidende Vizepräsident hernach hartnäckig von den «Ex-Freundinnen» umgarnt.

Während ihrer Musik- und Comedyshow holten sie ihn sogar auf die Bühne und schenkten ihm nebst lasziven Blicken auch einen Grappa und dazu 15 Gläser. Für jedes Jahr SZSV-Geschichte eines.

Bundesrätin Viola Amherd hatte schon am Vormittag die Gelegenheit genutzt, den Zivilschutzangehörigen für ihr Engagement während der Coronapandemie zu danken. Beim grössten und längsten Einsatz in dessen Geschichte hätten 41'000 Zivilschutzdienstpflichtige rund 560'000 Diensttage geleistet.

Zivilschutz als unverzichtbares Element

«Der Zivilschutz erwies sich als unverzichtbares Instrument zur Bewältigung der Pandemie, in den Kantonen und für das ganze Land», so Amherd. Um den Bestand von Armee und Zivilschutz langfristig sicherzustellen, habe der Bundesrat Anfang März beschlossen, zwei alternative Dienstpflichtarten zu prüfen: eine «Sicherheitsdienstpflicht», in welcher der heutige Zivildienst und Zivilschutz zusammengelegt würden, sowie eine «bedarfsorientierte Dienstpflicht», die dann auch für Schweizerinnen gelte.

Als einer der Gastredner lobte auch Oltens Stadtpräsident Thomas Marbet die Leistungen des Zivilschutzes und verdankte diese. Gerade in Olten, mit dem Betrieb eines Impfzentrums oder den Unterstützungs-Dienstleistungen in Alters- und Pflegeheimen, habe man deren Schaffen sehr gespürt und geschätzt.

Marbet bezeichnete die Generalversammlung als «geradezu systemrelevant», die Leistungen aller Zivilschutzangehörigen verdienten laut Marbet «Respekt und grosse Anerkennung». (otr)