Olten

Stadtrat wird wegen Jugendarbeit-Vergabe kritisiert

Für die nicht öffentlich ausgeschriebene Vergabe der Jugendarbeit wurde der Stadtrat im Parlament kritisiert.

Fabian Muster
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Jugendwerk Olten - Jugendarbeit beim Frohheimschulhaus

Jugendwerk Olten - Jugendarbeit beim Frohheimschulhaus

Bruno Kissling

Der Verein für Jugend und Freizeit aus dem aargauischen Wohlen betreibt seit letztem Herbst die Jugendarbeit am ehemaligen Standort des Provi 8. Neu heisst der Treffpunkt Garage 8. Ausserdem ist der Verein auch mit einem Bus in der Stadt unterwegs und sucht die Jugendlichen direkt auf.
Die neuen Verantwortlichen wurden am Mittwochabend im Gemeindeparlament für ihre Arbeit gelobt. Sein Fett weg kriegte allerdings der Stadtrat, weil er den jährlichen Auftrag für die Jugendarbeit von 242'000 Franken nicht öffentlich ausgeschrieben hatte. Als «äusserst unsensibel» taxierte SVP-Mitglied Matthias Borner das Vorgehen, der mit seiner Interpellation Antworten zur Vergabe verlangte. Aus Sicht eines von ihm angefragten Juristen mit Erfahrung im Submissionsrecht hätte der Auftrag klar öffentlich ausgeschrieben werden müssen. Unterstützung erhielt Borner auch von linker Seite: Daniel Kissling von Olten jetzt! und Myriam Frey Schär der Grünen gaben ihm recht. «Wenn man ausschreiben kann, soll man dies auch tun», so Frey Schär. Der Stadtrat setzte sich auf den Standpunkt, dass der Auftrag «kein Standardprodukt» sei, «dessen Eigenschaften in einem Kriterienkatalog ausgeschrieben werden kann», wie es in der Interpellationsantwort heisst.