Region Olten

Übertragungsleitungen der SBB: Kapazität soll verdoppelt werden

Die SBB erneuern im Abschnitt Oberbuchsiten -Lostorf einen Teil ihrer Übertragungsleitung Kerzers-Rupperswil.

Urs Huber
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Der Teil der Übertragungsleitung oberhalb von Rickenbach, fotografiert auf der Höhe des Waldhauses.

Der Teil der Übertragungsleitung oberhalb von Rickenbach, fotografiert auf der Höhe des Waldhauses.

Bruno Kissling

Manchmal schnurren sie fast lautlos vor sich hin, die Übertragungsleitungen der SBB. Sonst aber bleiben sie vielfach unbeachtet. Zu sehr gehören sie schon zum gewohnten Landschaftsbild. Dies trifft sicher auch auf die Übertragungsleitung zwischen Kerzers und Rupperswil zu, die streckenweise auch durch die Region Olten führt und schon seit gut 100 Jahren ihren Dienst versieht. Hier steht jetzt deren Ausbau vor der Tür. Das entsprechende Baugesuch liegt noch bis 19. Mai in Oberbuchsiten, Neuendorf, Hägendorf, Rickenbach, Wangen bei Olten, Trimbach, Winznau, Obergösgen und Lostorf auf.

Warum überhaupt eine Erneuerung?

Die Erneuerung der Übertragungsleitung mit einer ausgebauten Übertragungskapazität dient einer erhöhten Versorgungs- und Betriebssicherheit. Was den Anschluss der Schweiz an den europäischen Hochgeschwindigkeitsverkehr möglich macht. Die Übertragungsleitung stellt eine direkte Verbindung zwischen der Westschweiz und dem restlichen Bahnstromnetz der SBB dar. Diese Verbindung müsse eine sehr hohe kurzfristige Verfügbarkeit ausweisen, schreibt die Bauherrschaft, die SBB, in den Planungsunterlagen.

Was wird in der Region genau erneuert?

Auf den drei Abschnitten der insgesamt rund 8 Kilometer langen Baustelle werden sämtliche Masten ausgewechselt. Die Rede ist dabei von 34 Stück. Zudem werden die Leiterseile ausgetauscht, die mit einem grösseren Querschnitt versehen für mehr Übertragungskapazität sorgen. Die bestehenden Tragwerke genügen den statischen neuen Anforderungen nicht mehr. Die neuen Masten weisen im freiem Feld eine Höhe zwischen 25 und 28 Meter auf, 2 bis 5 Meter weniger hoch als sich die alte Leitung zeigt.

Wo verläuft die dreigeteilte Baustelle?

Die Baustelle ist in drei Abschnitte gegliedert. Der Abschnitt Oberbuchsiten-Neuendorf (1,69 km) verläuft in der Gäuebene, während der Abschnitt Hägendorf-Trimbach (3,36 km) sich entlang der Jurasüdflanke über weite Strecken durch bewaldetes Gebiet zieht. Die dortige Topografie verlangt nach Stahlrohrmasten, die teilweise auch mit Helikoptern hintransportiert werden müssen. Der dritte Abschnitt, Winznau-Lostorf (2,87 km), verläuft wieder in unproblematischerem Gelände. Die neue Linienführung entspricht im wesentlichen der alten. Lediglich einige Masten werden leicht umplatziert. Damit kann den Orten mit empfindlicher Nutzung (OMEN) besser entsprochen werden.

Wie hoch liegen die Kosten des Projekts?

Derzeit rechnen die Verantwortlichen mit Baukosten von insgesamt 8,9 Millionen Franken. Darin eingerechnet sind bereits die Rodungs- und Aufforstungsflächen sowie die Kosten für den Rückbau der alten Leitung.

Was passiert ohne die Erneuerung?

Die Bauherrschaft geht gemäss Planunterlagen davon aus, dass aus einer Nichtrealisierung des Projekts Konsequenzen abzuleiten wären. Einschränkungen in der Leistungsfähigkeit und der Verfügbarkeit von Bahnstrom könnten demnach die Folgen sein.

Und was ist mit Elektro-Smog?

Gemäss Planauflage werden die Grenzwerte gemäss Verordnung über den Schutz vor nichtionisierender Strahlung überall eingehalten. «Entlang der neuen Leitung gibt es lediglich eine Gebäudeannäherung», halten die Planer fest.