Maturaarbeiten

Von neuen Velowege zu Zero Waste: Maturanden setzen sich lokal mit dem Klimaschutz auseinander

Die Maturanden stellen am 14. März unter Ausschluss der Öffentlichkeit ihre Maturaarbeiten vor. In drei davon zeigt die Klimajugend, dass sie sich vertieft mit Nachhaltigkeit und Umweltschutz befasst.

Jocelyn Daloz
Drucken
Teilen
Ist Olten eine velofreundliche Velostadt? Das wollte eine Maturandin herausfinden

Ist Olten eine velofreundliche Velostadt? Das wollte eine Maturandin herausfinden

Bruno Kissling

Mangelhafte Velowege, Nachhaltigkeitsansprüche bei Gastro-Unternehmen oder die Abfallproduktion: Das sind alles Themen rund um Umweltschutz, die in diesjährigen Maturaarbeiten der Kantonsschule Olten behandelt wurden.

Junge Menschen zeigen damit auf, dass die Klimajugend neben den Freitagsdemos ihre Gedanken auch schulisch vertiefen kann.

Ist Olten eine velofreundliche Stadt?

So hat sich Julia Hodel mit dem Thema Velowege in der Stadt Olten beschäftigt. Sie hat die aktuelle Lage analysiert, den Mobilitätsplan durchforstet und mit wichtigen Akteuren der Mobilitätspolitik Interviews geführt. Unter anderem unterhielt sie sich mit dem Stadtpräsidenten Martin Wey. Ihre Haupterkenntnis: In Olten gibt es unzureichende finanzielle Mittel, um die Ziele des Mobilitätsplans der Stadt umzusetzen. «Die beiden Stadtseiten sind durch die Gleise und die Aare getrennt; dies erschwert den Bau eines velofreundlichen Verkehrsnetzes.» Julia Hodel ist seit einem Jahr in der Klimabewegung aktiv und war dort für das Thema Mobilität zuständig.

Im Gastrobetrieb ist noch viel Luft nach oben

Lukas Lütolf hat einen anderen Weg eingeschlagen: Er analysierte, ob und wie Oltner Gastrobetriebe CO2-neutral werden können. Er hat anhand einer Software die CO2-Ausstösse eines freiwilligen Betriebes gemessen, um Massnahmen für deren Reduktion zu finden. Der junge Mann, der ebenfalls aktiv in der Klimastreik-Bewegung ist, sieht in der Gastrobranche noch viel Potenzial: «Ein Drittel des weltweiten CO2-Ausstosses kommt von der Ernährung.» Deshalb hat er zusätzlich eine Informationsbroschüre kreiert und unter den Oltner Beizer verbreitet. Er will sogar dem Stadtrat vorschlagen, einen CO2-Reduktions-Wettbewerb zu lancieren.

Mit null Abfall leben – geht das?

Ihrerseits hat Ilkim Aylin Aydin sich entschieden, eine Analyse am persönlichen Leib zu machen: Während zweier Wochen durfte sie keinen Abfall produzieren. Wie sie in ihrer Maturaarbeit berichtet, gelang es ihr aber nicht ohne einen beträchtlichen Aufwand und mit Mehrkosten. «Ich musste auf Fertigprodukte verzichten und viel mehr selber kochen», erklärt die Maturandin, die selber nicht bei der Klimabewegung aktiv ist, aber auch schon demonstrieren war. Unverpacktläden seien ­teurer, und deren Angebot sei beschränkter.

Ihre Schlussfolgerung: Es ist zwar wünschenswert, dass individuelle Konsu­menten ihre Einkaufs­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­gewohn­heiten hinterfragen. Aber es liege auch in der Verantwortung der grossen Lebensmittelunternehmen, ihre Produkte möglichst wenig zu verpacken.

Maturaarbeitspräsentationen vor leeren Sälen

Die Präsentationen der Matura- und FMS-Abschlussarbeiten finden diesen Samstag statt. Allerdings hat die Schulleitung aus aktuellem Anlass entschieden, dass diese wegen des Corona-Virus unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden werden.