Countdown

Vorbereitungen zur Eröffnung der Oltner Badi laufen auf Hochtouren

Anfang Mai öffnet das Strandbad Olten seine Tore mit einem neuen Eintrittssystem. Die Liegestühle und Sonnenschirme stehen bereit, nur die grüne Rutsche bleibt altershalber geschlossen.

Urs Huber
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Unter Hochdruck mit Hochdruck arbeiten.
11 Bilder
Auch bei den Garderoben wird Wasser gespritzt
Auch der Rasen will gepflegt sein.
Für die Eröffnung der Badi anfangs Mai laufen in der Oltner Badi die Vorbereitungen auf Hochtouren.
Die alte grüne Rutsche (Bildmitte unten) endet in dieser Saison im Nichts.
Das Becken ist noch leer
Die Rutschen von der anderen Seite der Aare gesehen
Blick auf den Spielplatz
Chef-Bademeister Thomas Müller mit dem neuen Eintrittssystem.

Unter Hochdruck mit Hochdruck arbeiten.

Bruno Kissling

Er beginnt in gut zehn Tagen, wenn am 4. Mai die Badesaison eröffnet wird, seine achte Saison als Chef-Bademeister in Olten: Thomas Müller, der Mann mit dem prägnanten bayerischen Dialekt, der sich gelegentlich mit dem hiesigen zu überschneiden beginnt. «Saumässig wohl» fühle er sich hier, wie er sich heiter ausdrückt. «Nette Leute in der Stadt, gutes Team.» Er lacht.

Einen kleinen Wermutstropfen hat Müller zusammen mit der Kundschaft heuer im Strandbad Olten allerdings entgegenzunehmen: Die älteste der vielen Rutschen, die grünfarbene, hat nämlich ihren Dienst quittiert. Der Zahn der Zeit hat erfolgreich genagt, könnte man sagen. Deren Rutschfläche präsentiert sich mittlerweile dermassen abgearbeitet, dass Badehose und Hinterteile Schaden nehmen.

Insgeheim hatte man noch mit einem weiteren Einsatz für eine Saison gerechnet; aber: «Nix woars», so Müller. «Eine Reparatur wäre fast so kostspielig wie eine Neuanschaffung», bilanziert er. Und so lässt man in der Saison 2016 die Finger von der Rutsche, sperrt den Einstiegsteil oben mit einem fest verschraubten Brett und demontiert aus Sicherheitsgründen die untersten Elemente. «Nicht dass noch einer daran hochklettert», erklärt der Chef-Bademeister. So geht das Jahr 2016 also lediglich mit zwei Grossrutschen über die Bühne.

Elektronischer Eintritt

Eine Neuerung betrifft die Einführung der persönlichen Transponderkarte, die sich elektronisch entwertet und keinen Einschub in die Entwertungsstation notwendig macht. Damit über den Erkennungssensor fahren reicht völlig aus. «Die Bereitstellung der Karten nimmt heuer etwas Zeit in Anspruch», so Müller. In der Saison 2017 soll das aber alles zügiger gehen. Die Karte nämlich ist wieder verwendbar und braucht nur aufgeladen zu werden.

Chef-Bademeister Thomas Müller mit dem neuen Eintrittssystem.

Chef-Bademeister Thomas Müller mit dem neuen Eintrittssystem.

Bruno Kissling

Für die Sonnenanbeter auf der Empore, so nennen sich die Sonnenterrassen über dem Hauptgebäude, stehen gratis 68 neue orangefarbene Liegestühle und Sonnenschirme bereit. Letztere sind gegen ein Depot an der Kasse zu beziehen.

Die Schirme kommen im Übrigen ohne Werbeaufdruck aus. Ein Hauch von Stil macht sich also breit. Und nicht nur auf den Emporen, sondern auch auf den Beachvolleyballfeldern. Deren Sand wurde nämlich ausgewechselt. «530 Tonnen Sand», staunt selbst Müller. Alle zehn bis zwölf Jahre müsse der ersetzt werden; denn irgendwann ist das Geläuf auch verschmutzt, verhärtet, verklumpt.

Pro Tag/Gast 35 Liter Frischwasser

Drei Mio. Liter Wasser finden sich in Sprung- und Schwimmbecken der Badi Olten. Das Füllen der Becken dauert knapp zwei Tage. Innert sechs Stunden wird diese Wassermasse umgewälzt, aufgefrischt, gefiltert, mit Chlor versehen und täglich mit 35 Liter Frischwasser pro Gast ergänzt.

Derzeit weist das Wasser noch eine Temperatur von rund 16 Grad auf und hält sich unter einer Plane versteckt. 23 Grad warm soll es sein, wenn am 4. Mai um 06.30 Uhr die ersten Gäste eintreffen.

Saison: spitzenmässig

Und wie wird die Saison 2016? Müller muss es wissen. Er lacht. «Spitzenmässig», sagt er dann. Er geht davon aus, dass in etwa die selben Besucherzahlen wie im Jahr 2015 erreicht werden. 144 000 Gäste hatte man in jenem fast Jahrhundertsommer gezählt. «Es ist klar, das Hauptpublikum einer Badi sind Jugendliche und Personen bis ins mittlere Alter», sagt Müller.

Und vor allem Jugendliche sind auf Action aus. Die Badi als Tummelfeld für allerlei Spässe und Unfug? «Der Aufenthalt in der Badi soll Spass machen», meint er. «Aber wer sich und andere dabei gefährdet, der ist am falschen Ort.»

Countdown mit Hochdruck

1. März: Becken- und Beckenumgangsreinigung

Mitte März: Technik aktualisieren; Filterzusammenbau, Pumpen überprüfen

Ab 1. April: Reinigung der übrigen Infrastruktur wie Garderoben, Duschen, Gehwege, Sitzgelegenheiten, usw.

15. April: Schwimm- und Sprungbecken füllen; knapp 3 Mio. Liter Wasser werden eingelassen.

4. Mai: Eröffnung